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Kommentar

Grüne Aussichten

Robert Bachmann

Nicht nur dem Umfang unserer aktuellen Ausgabe ist zu entnehmen: Es ist wieder bauma! In vielen Gesprächen mit der Industrie, die wir vorab geführt haben, sowie aus den zahlreichen Presseberichten, die wir in der Vorberichterstattung für Sie zusammengestellt haben, hat sich ein Thema als besonders präsent erwiesen: die klimafreundliche Baustelle.

Alternative Antriebe im engeren Sinne sowie die Reduzierung von Emissionen im weiteren Sinne sind das inoffizielle Thema der diesjährigen bauma. Nahezu alle großen Hersteller präsentieren in München ein breites Portfolio unterschiedlicher Alternativen zum klassischen Diesel. Analog zur Kfz-Industrie nimmt v. a. die Elektromobilität dabei viel Raum ein, auch wenn sich diese Antriebsform vorwiegend auf den Bereich kompakter Maschinen beschränkt. In den größeren Maschinenklassen überwiegen hingegen Hybrid-Konzepte, die in technisch verfeinerter Form nun den Markt erobern sollen. Auch der Gas-Antrieb wird im Segment der mittelgroßen Maschinen und im Nutzfahrzeugsektor auf der bauma eine nicht unwesentliche Rolle spielen.

Mit alternativen Benzinmotoren sowie einer breiten Palette an Stufe V-Maschinen wird die Industrie darüber hinaus dafür werben, dass aktuelle Verbrennungsmotoren besser sind als ihr derzeitiger Ruf. Neu ist dabei, dass sich viele dieser Ansätze nicht mehr nur in der Konzeptphase, sondern bereits in der Serien- bzw. Vorserienproduktion befinden. Mindestens ein Hersteller will zugunsten von Elektro-Maschinen künftig im Kompaktmaschinensegment gar ganz auf die Entwicklung neuer Dieselantriebe verzichten. Nicht nur im Feuilleton, auch am Bau ist der Klimawandel also das Thema der Stunde. Bedenkt man, dass seit nunmehr 40 Jahren bereits über schmelzende Polkappen und verpestete Metropolen diskutiert wird und wie wenig sich in dieser Zeit getan hat, schmerzt es regelrecht, solche Sätze aufs Papier zu bringen.

Einen Dieselskandal und eine standhafte schwedische Schülerin später beherrscht die drohende Klimakrise erneut den gesellschaftlichen Diskurs – mit teils aberwitzigen Ausschlägen (Stichwort Schule schwänzen), aber immerhin . . . Auch in der Baumaschinenindustrie scheint man das Gebot der Stunde erkannt zu haben. Natürlich wird es auch hier noch einige Diskussionen um Reichweiten, Leistungsvermögen etc. auszustehen geben, bevor sich die Bauwelt flächendeckend in die grüne Zukunft aufmacht. Die Lösungen sind jedoch größtenteils schon da und versprechen einmal mehr eine spannende bauma.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 14/2019.

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