Kommentar

Positiv-Denke

von: Kai-Werner Fajga

Momentan vergeht keine Woche, in der nicht neue Negativmeldungen zur Entwicklung im bundesweiten Wohnungsbau Schlagzeilen machen. Von "Dramatischen Einbrüchen" (Hamburg),"Ein Drittel weniger Genehmigungen" (Baden-Württemberg) oder "Baukrise" (Mecklenburg-Vorpommern) ist da beispielsweise die Rede. Die jüngste Aussage von Bundesbauministerin Geywitz setzt da einen Kontrapunkt: "Schwarzmalerei ist fehl am Platz. Insgesamt stabilisieren die Förderprogramme und Maßnahmen des BMWSB, der weiter hohe Bauüberhang, die robusteren Auftragseingänge und ein stabileres Finanzumfeld die künftige Bautätigkeit", sagte Geywitz jüngst.

Nach Ansicht der Ministerin habe sich zwar im Bezug auf aktuelle Baugenehmigungszahlen für das Jahr 2023 das "Umfeld für Investitionen eingetrübt", es zeichne sich jedoch seit dem Spätsommer eine "Bodenbildung" ab. Der schwache Dezemberwert dürfe nicht überbewertet werden. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) veröffentlichte jüngst einen Beitrag zur Bildung von Wohneigentum unter dem Titel "Die Mär vom teureren Eigenheim", die ähnlich optimistisch in die Zukunft blickt.

Das IW betrachtet darin einen "Erschwinglichkeitsindex für Wohnimmobilien" von 1980 bis heute und kommt zum Schluss, dass das Bauen in den 80er Jahren deutlich teurer war als heute – bezogen auf die Kosten für Darlehen. Bis 2018 sei der Index seitdem nur gefallen. Waren in den 80er Jahren 10 Prozent Tilgungszinsen fällig, seien es heute niedrige 4 Prozent. Verschiedene Teuerungen und Zinserhöhungen hätten danach aber dazu geführt, dass Haushalte etwa im Jahr 2018 noch rund 27 Prozent des Einkommens für Tilgungen aufwenden mussten, in 2023 aber schon 41 Prozent.

Nach Ansicht des Instituts könnte die Politik durch Maßnahmen wie beispielsweise einer Senkung der Grunderwerbssteuer oder die Ausweisung von mehr Bauland die Rahmenbedingungen verbessern und mehr Menschen zu Eigentümern machen – was schließlich den Mietwohnungsmarkt entlaste. Nach einer aktuellen Analyse des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeichnet sich zudem ein neuer Trend der Binnenwanderung ab – immer mehr Menschen aus Großstädten wandern demnach ins Umland ab. Städte erlebten "seit 2021 den stärksten Bevölkerungsverlust seit fast 30 Jahren". Die Hauptgründe für die neue Migrationsbewegung? Die erheblichen Preissteigerungen für Stadt-Immobilien – auf dem Land locke "billiger Wohnraum".

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Autor

Kai-Werner Fajga

Chefredakteur Allgemeine Bauzeitung

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