Kommentar

Sorge um Entsorgung

Robert Bachmann

Deutschland ist Weltmeister – nicht nur im Fußball, sondern auch im Recycling. Ebenso gut sind wir aber auch im Produzieren von Müll, wo wir zumindest gute Chancen auf den Europatitel haben. An erster Stelle steht dabei der Bau, der hierzulande mit Abstand so viel Abfall zusammenkommen lässt, wie kein anderer Industriezweig. Dass aktuelle Positivmeldungen wie die nach wie vor extrem hohe Recyclingquote bei mineralischen Bauabfällen nicht nur Kür, sondern Pflicht sind, zeigt sich auch an den zunehmenden Kapazitätsengpässen in der Entsorgung. Immerhin, so vermeldete nun die Initiative Kreislaufwirtschaft Bau der führenden Bau- und Baustoffverbände in Deutschland, werden aktuell 90 % aller mineralischen Bauabfälle umweltverträglich verwertet. Ein Spitzenwert; insbesondere dann, wenn man beachtet, dass die Zielvorgabe der EU bei lediglich 70 % liegt. 

Dass die Akzeptanz von Recyclingbaustoffen steigt und damit die Recyclingquote, ist auch das Ziel aktueller Gesetzesinitiativen wie der jüngst beschlossenen Gewerbeabfallverordnung sowie der noch in der Beratung befindlichen Mantelverordnung. Gerade diese bergen jedoch ein immenses Risiko, dem an sich löblichen Ansinnen zuwider zu laufen. Etwa dann, wenn Baubetriebe zukünftig verpflichtet sind, bereits ab 1 m³ Abfall diesen in zehn verschiedene Fraktionen zu trennen. Wie auch in anderen Bereichen der Baugesetzgebung ist ein gewisser Trend zu beobachten, dass der Staat hier zunehmend Pflichten auf die Betriebe der Industrie abwälzt. Im Zuge des eh schon Überhand nehmenden Regulierungswahns werden damit die Kosten für das Gewerbe zusätzlich in die Höhe getrieben, was am bitteren Ende der Entwicklung auch illegalen Praktiken am Bau wieder Vorschub leistet. Derartige Widersprüche müssen dringend aufgelöst werden; vor allem in einem Markt, der sich endlich wieder entwickelt.

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