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Nach Corona-Krise

Maschinenbau hält schnellere Erholung für möglich

Stuttgart (dpa). – Der Branchenverband VDMA sieht den Maschinen- und Anlagenbau im Südwesten trotz vieler Unsicherheiten wieder im Aufwind - auch wenn der vor allem aus einer Richtung kommt. China als Wachstumslokomotive ziehe den Maschinenbau im Südwesten mit und nährt in der Branche die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zum Vorkrisenniveau.

Die Auftragsbücher füllten sich, zugleich sei der Umsatzrückgang 2020 weniger drastisch ausgefallen als befürchtet, bilanzierte der Branchenverband VDMA. Die Rückkehr auf das Niveau von 2019 sei, anders als bisher gedacht, durchaus schon im kommenden Jahr drin, betonten der Verbandsvorsitzende Mathias Kammüller und der Geschäftsführer Dietrich Birk. Allerdings konnten laut einer brancheninternen Umfrage bisher nicht alle Unternehmen gleichermaßen auf den Zug aufspringen.

Etwa jedes dritte hat noch mit Beeinträchtigungen in Folge von Auftragseinbußen und Stornierungen zu kämpfen. Hinzu kommt die Sorge vor wachsenden Problemen in den Lieferketten, insbesondere bei Elektronikbauteilen. "Wir sind noch nicht in einem Normalzustand", sagte Birk mit Blick auf die Auftragslage. Aber es werde besser. Gut jedes fünfte Unternehmen rechne damit, dass die Beeinträchtigungen auf der Nachfrageseite, also etwa Auftragseinbußen, bis zum Sommer weniger werden. Knapp jedes zehnte erwarte dagegen noch wachsende Probleme.

Der Blick auf die Angebotsseite ergebe ein anderes Bild: Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen habe bereits von merklichen oder gar gravierenden Beeinträchtigungen der Lieferketten berichtet. Nur ein Fünftel verzeichne dadurch bisher keinerlei Behinderungen in der Produktion – und ein etwa gleich großer Anteil erwartet, dass die Probleme bis zum Sommer noch zunehmen. "Wir spüren, dass da der Anspannungsgrad zugenommen hat", sagte VDMA-Geschäftführer Birk.

Man rechne aber mit einer Entspannung in der zweiten Jahreshälfte. 2020 war der Umsatz im Maschinenbau in Baden-Württemberg um 9 Prozent auf knapp 76 Milliarden Euro gesunken. Der Rückgang fiel damit wesentlich moderater aus als befürchtet und war zudem um einiges schwächer als in der Finanzkrise 2009. Die Zahl der Beschäftigten ging um 3,6 Prozent auf gut 339 000 zurück. Hoffnungsträger für das laufende Jahr sei vor allem China. Jeder zweite vom VDMA befragte Maschinen- und Anlagenbauer in Baden-Württemberg erwartet dort ein Umsatzplus von 10 Prozent oder mehr.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 21/2021.

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