Neue Auszeichnung

BIM-Preis Bayern 2023 für Ausbau von Wohngebiet

Augsburg (ABZ). – In der Kategorie "Besonderes Engagement in der Unternehmens- und Prozesstransformation" ist die Strabag AG, Direktion Bayern-Nord, mit dem erstmals verliehenen BIM-Preises Bayern ausgezeichnet worden.
Strabag Bau digital
Die Strabag-BIM-Experten Jochen Gaule (v. l.) und Rudolf Kasparbauer haben den BIM-Preis Bayern entgegengenommen. Foto: Matthias Leo

Mit dem Erschließungsprojekt Blumenberg in Eichstätt konnte das Unternehmen die Jury aus Vertretern der Bauindustrie und Landespolitik mit einem hohen BIM-Erfüllungsgrad in den Kategorien Menschen, Prozesse und Richtlinien, Informationen und Daten sowie Technologien überzeugen. Den Preis, der unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministers für Wohnen, Bau und Verkehr Christian Bernreiter steht, vergibt das BIM-Cluster Bayern für innovative Projekte, die die Digitalisierung und den Einsatz von Building Information Modelling (BIM) in der Baubranche vorantreiben.

In Eichstätt entsteht das neue Wohnbaugebiet "Blumenberg West" mit insgesamt 118 Bauparzellen für Einfamilien-, Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser. Die Fläche wurde noch bis vor kurzem landwirtschaftlich genutzt und wird derzeit neu erschlossen. Die Stadtwerke Eichstätt Versorgungs-GmbH beauftragte Strabag im März 2022 mit den Erschließungsarbeiten dieses Baugebiets.

Der Strabag-Auftrag in Höhe von rund 5,7 Millionen Euro umfasst dabei die Ausführung von Straßenbau- und Kanalbauarbeiten, die Herstellung der Wasser- und Gasversorgung sowie die Verlegung von Kabelleerrohren und Versorgungsleitungen. Um die Abwicklung des Projekts und die zugehörigen Bauprozesse zu optimieren, entschied sich das Strabag-Team bereits frühzeitig für die BIM-Methode in der Ausführung. Nicht nur die vertiefenden Erfahrungen im modellbasierten Arbeiten und im Umgang mit entsprechenden Datenaustauschszenarien stehen hierbei im Fokus, auch die nahezu vollständige digitale Abrechnung sowie Übergabe des Kanalbaumodells im gängigen ISYBAU-Format werden angestrebt.

Der höhere Aufwand in der Arbeitsvorbereitungsphase wird durch die generierten Mehrwerte für die Bereiche Einkauf, Bauleitung und Abrechnung kompensiert. Die Ableitung von Mengen- und Stücklisten für die Beschaffung von Bauteilen sowie eine hohe Zeitersparnis bei der monatlichen Leistungsmeldung und Abrechnung erweisen sich als die größten Vorteile der modellbasierten Arbeitsweise.

Im Zuge dieses BIM-Pilotprojekts hat Strabag das Kanalnetz auf Grundlage der 2D-Planunterlagen in 3D modelliert und mit detaillierten Abrechnungsattributen (nach DIN EN 1610) sowie Angaben aus dem Leistungsverzeichnis ergänzt. Gleiches gilt für das Gewerk Straßenbau, aus dem zusätzliche Daten für die Maschinensteuerung generiert werden konnten. Mithilfe von Drohnen-, GNSS-Rover-Vermessung, Fotodokumentation und Feldaufmaßen wird das Soll-Modell schrittweise in das "As-built-Modell" überführt. Des Weiteren können aus Drohnenbefliegungen generierte Punktwolken und Orthofotos in einer Cloud bereitgestellt und für einfache Mengenermittlungen genutzt werden.

Auf Grundlage des Modells werden zudem Schachtuhrlisten, einheitliche Aufmaßblätter, Abrechnungspläne, 3D-pdf-Dateien sowie Bestandspläne für die weitere Verwendung auf der Baustelle erzeugt.

Durch diese Vorgehensweise sei es den verantwortlichen BIM-Experten der Direktion Bayern-Nord, Rudolf Kasparbauer und Jochen Gaule, gelungen, die Bauausführung sowie den Abrechnungs- und Bestandsübergabeprozess ganzheitlich zu optimieren.

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