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Photokatalytische Asphaltdeckschicht

Kreisverkehr senkt CO2-Belastung

Einen Kreisverkehr mit schadstoffminderndem "ClAir Asphalt" hat Strabag in Dinslaken gebaut.

Dinslaken (ABZ). – Dinslaken hat nun einen Kreisverkehr mit Luftreinigungsfunktion. Als dritte Kommune in Nordrhein-Westfalen setzt die Stadt am Niederrhein für einen verbesserten Klimaschutz auf den schadstoffmindernden "ClAir (Clean Air) Asphalt" der Strabag AG.

Im Zuge der Kanal- und Straßensanierung auf einem rund 650 Meter langen Teilstück der viel befahrenen Augustastraße hat der Strabag-Bereich Rhein-Ruhr Ende August die photokatalytische Asphaltdeckschicht erstmals in einem Kreisverkehr eingebaut. Die innenstadtnahe Hauptverkehrsachse verfügt damit nun zwischen der Einmündung Elisabeth-/Industriestraße und der Kreuzung zur Katharinenstraße (einschließlich Kreisverkehr) über einen Straßenbelag mit dauerhaft luftreinigender und zudem lärmmindernder Funktion.

Wie genau das Prinzip funktioniert, erklärt die Strabag wie folgt: Das für "ClAir Asphalt" eingesetzte Abstreumaterial aus mit Titandioxid (TiO2) versetztem, ultrahochfestem Beton (UHPC) baut unter Einwirkung von UV-Strahlung (Sonnenlicht) in der Luft gebundene Stickoxide (NOx) ab und wandelt diese in unschädliche Nitrate um (Photokatalyse). Es wird über ein vom Strabag-Kompetenzzentrum TPA GmbH entwickeltes Einbauverfahren direkt in die heiße Asphaltoberfläche eingebunden. In Dinslaken wurden nach Angaben von Strabag auf einer Fläche von 6600 Quadratmetern insgesamt rund 8600 Kilogramm des "ClAir"-Asphalt-Granulats verbaut.

Die Konzentration des giftigen Stickstoffdioxids (NO2) überschreitet an den Verkehrsknotenpunkten vieler deutscher Städte den erlaubten EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. An der Augustastraße wurde dieser Grenzwert laut Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger zwar nicht erreicht. Die Stadt Dinslaken wolle den klimafreundlichen Mehrwert von 'ClAir Asphalt' dennoch nutzen. "Um unser Streben nach innovativem Klimaschutz weiter voranzubringen", so Heidinger. Nach ersten "ClAir Asphalt"-Pilotprojekten ab Frühjahr 2019 baue eine stetig wachsende Zahl deutscher Kommunen im Kampf gegen Luftschadstoffe auf den Lösungsansatz der Strabag AG, teilt das Unternehmen mit. Darunter waren zuletzt unter anderem Aachen, Erlangen und Oberhausen.

Die TPA GmbH hat den luftreinigenden Asphalt gemeinsam mit neun Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft im vom Bund geförderten Forschungsprojekt NaHiTAs (Nachhaltiger HighTech-Asphalt, 7/2015–12/2018) entwickelt. In Feldversuchen ermittelten die Projektpartner, dass der schadstoffmindernde Belag die Stickstoffdioxid (NO2)-Konzentration in der Luft über den Prozess der Photokatalyse unter Idealbedingungen um bis zu 26 Prozent reduzieren kann. Der Photokatalysator TiO2 wird dabei nicht verbraucht, sondern bleibt dauerhaft und funktionsfähig in der Straßenoberfläche erhalten. Darüber hinaus trage "ClAir Asphalt" spürbar zur Lärmminderung bei, wie Messungen auf der Pilotstrecke "Am Neckartor" in Stuttgart belegen würden. Danach habe sich der Lärmpegel bei 40 Kilometern pro Stunde nach dem Einbau um 1 bis 2 Dezibel verringert. In der akustischen Wahrnehmung entspreche diese einer Abnahme des Verkehrsaufkommens um bis zu 35 Prozent.

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