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Unterirdischer Aushub

Rohbau entsteht in Untertagebauweise

Besonders schwierig am bergmännischen Verfahren sind die beengten Platzverhältnisse. Manche Räume sind teilweise nur 4 m hoch und nur fünf Mitarbeiter können dort gleichzeitig im Einsatz sein, teilt Bauer mit.

München (ABZ). – Weil die Fundamente des Nachbargebäudes zu nah an der Baugrube liegen, entsteht der Rohbau einer Tiefgarage in München von oben nach unten. Der Deckel des ersten Untergeschosses wurde in der Bohrpfahlwand eingehängt. Der Boden wird nun unterirdisch ausgehoben.

Die Tiefgarage entsteht unter dem Altstadtring im Zentrum von München, zwischen Isartor und Maximilianstraße, und soll 140 m lang, 30 bis 45 m breit und 13 m tief werden. Damit der Verkehr während der Bauphase weiterhin auf zwei Spuren fließen kann – und rund 25 000 Autos pro Tag möglichst staufrei an der Baustelle vorbeigeführt werden – wurde das Baufeld in die Bereiche Ost und West unterteilt. Daraus ergeben sich zwei sehr schmale Baustellen mit beengten Platzverhältnissen. Um beide Baugruben auszuheben, haben die Verantwortlichen den Bereich "Bauer Umwelt" der Bauer Resources GmbH beauftragt.

Bevor die Arbeiter mit dem Bodenaushub beginnen konnten, errichtete die Bauer Spezialtiefbau GmbH eine Bohrpfahlwand mit einem Durchmesser von 88 cm. Diese soll die Baugrube absichern und ist zugleich die schützende Außenschale der späteren Tiefgarage.

Um der derzeitigen Parkplatznot entgegenzuwirken, entsteht direkt unter dem östlichen Altstadtring im Zentrum von München, zwischen Isartor und Maximilianstraße, eine Tiefgarage. Sie soll 140 m lang, 30 bis 45 m breit und 13 m tief werden.

Dann wurde die 40 000 m³ große und 13 m tiefe Baugrube auf der Ostseite ausgehoben. Die Arbeiten auf der Westseite wurden anschließend ausgeführt. Dort war jedoch alles anders, denn die Baustelle wurde praktisch auf den Kopf gestellt: Die Fundamente des angrenzenden Nachbargebäudes liegen zu nah an der Baugrube, sodass eine Rückverankerung der Bohrpfahlwand im Boden nicht möglich war.

Deswegen wendeten die Verantwortlichen eine Untertagbauweise an, wobei das erste Untergeschoss in der Bohrpfahlwand eingehängt wird, sodass der Rohbau von oben nach unten entsteht. Der rund 2700 m² große Deckel des ersten Untergeschosses, der aus sechs Betonier-Abschnitten besteht, wurde bereits fertiggestellt. "Nun kann der Boden unterirdisch ausgehoben werden", sagt Christian Heinig, Polier bei "Bauer Umwelt" von der Bauer Resources GmbH.

Mithilfe eines Minibaggers, eines Tunnelbaubaggers und einer Raupe beförderten die Arbeiter etwa 18 000 m³ Erdreich an die Oberfläche. Der Erdaushub auf der West-Baustelle belaufe sich auf rund 28 000 m³, so die Projektverantwortlichen. Besonders schwierig am bergmännischen Verfahren seien die beengten Platzverhältnisse. So seien manche Räume teilweise nur 4 m hoch und nur fünf Mitarbeiter könnten dort gleichzeitig im Einsatz sein, teilt Bauer mit.

"Deshalb zählt die Planung und Umsetzung des Untertageaushubes im Bauteil West zu einem der spektakulärsten Bauvorhaben in Deutschland", sagt Thomas Reinthaler, Leiter Vertrieb Region Süd des Bereiches "Bauer Umwelt" der Bauer Resources GmbH. Das Unternehmen wird seine Arbeiten auf der Münchener Baustelle voraussichtlich im September abschließen. Ab Frühjahr 2021 sollen 520 Fahrzeuge auf drei Ebenen parken können.

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