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Wacker Neuson SE

Umsatz schrumpft sehr deutlich

Der Sitz des Unternehmens in München.

München (ABZ). – Im zweiten Quartal 2020 hat die Wacker Neuson Group, Hersteller von Baugeräten und Kompaktmaschinen, 385,9 Millionen Euro Umsatz erzielt. Das waren nur etwa drei Viertel des Vergleichszeitraumes im Vorjahr. Das teilte der Hersteller kürzlich mit.

"Nach einem positiven Start in das Geschäftsjahr 2020 hat sich das Geschäftsumfeld im Zusammenhang mit der raschen Ausbreitung des Coronavirus ab Mitte März sehr deutlich eingetrübt", erläutert Martin Lehner, Vorstandsvorsitzender der Wacker Neuson Group. Die flächendeckenden Shutdowns seien äußerst schwierige Rahmenbedingungen für das Geschäft gewesen und hätten Lieferketten behindert. Durch Unterbrechungen der Baustellentätigkeit und durch die große Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie würde die Branche weniger investieren.

Im gesamten ersten Halbjahr 2020 setzte das Unternehmen 796,7 Millionen Euro um, was einen Rückgang von 16,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum darstellt. Der Umsatzanteil der Region Europa erhöhte sich im ersten Halbjahr 2020 auf 79,3 Prozent. Im ersten Halbjahr des Vorjahres hatte dieser Wert bei 72,7 Prozent gelegen.

Da einige europäische Märkte, insbesondere die Länder Zentraleuropas, im Vergleich zur Region Amerikas weniger stark von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie betroffen waren, fiel der Umsatzrückgang mit einem Minus von 8,8 Prozent vergleichsweise gering aus (H1/20: 631,4 Millionen Euro; H1/19: 692,5 Millionen Euro).

In der Bauwirtschaft zeigte sich vor allem die DACH-Region robust. Hier profitierte der Konzern eigenen Aussagen zufolge von seinem flächendeckenden Direktvertriebsnetz. Dies konnte die Auswirkungen umfassender Shutdowns in den südeuropäischen Ländern sowie in Frankreich und Großbritannien abmildern. Der Umsatz in der von der Covid-19-Pandemie besonders heftig getroffenen Region Amerikas schrumpfte im ersten Halbjahr um 38 Prozent und lag bei 143,4 Millionen Euro. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus der stark zurückhaltenden Investitionstätigkeit von Großkunden, darunter Vermietunternehmen.

In der Region Asien-Pazifik ging der Umsatz in den ersten sechs Monaten 2020 um 24,2 Prozent auf 21,9 Millionen Euro zurück. In China kamen die Auswirkungen des Coronavirus bereits vor allem im ersten Quartal zum Tragen. Aufgrund des Lockdowns standen das chinesische Werk Pinghu und die chinesische Händlerorganisation zeitweise komplett still. Allerdings lief die Produktion bereits im April wieder annähernd uneingeschränkt, sodass im zweiten Quartal ein, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, hohes einstelliges Wachstum erzielt werden konnte. Anders sah es in Australien aus. Dort musste der Konzern in beiden Berichtsquartalen zweistellig prozentuale Umsatzrückgänge verkraften.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im zweiten Quartal 2020 bei 21,5 Millionen Euro. Im zweiten Quartal des Vorjahres waren es dagegen 55,2 Millionen Euro gewesen. Die EBIT-Marge betrug 5,6 Prozent (gegenüber 10,7 Prozent im entsprechenden Vorjahreszeitraum).

Bezogen auf das gesamte erste Halbjahr 2020 lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern bei 50,4 Millionen Euro, ein Minus von 41,5 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 (86,2 Millionen Euro). Die EBIT-Marge betrug 6,3 Prozent (H1/19: 9 Prozent). Belastet war das Ergebnis hauptsächlich vom stark rückläufigen Umsatzvolumen sowie einer Abschreibung auf den Firmenwert des Teilkonzerns USA in Höhe von 9,5 Millionen Euro, welche im Ergebnis des zweiten Quartals enthalten ist. Positiv wirkten eine hohe Kostendisziplin, der Abbau von Urlaub und Gleitzeit und das noch vor Ausbruch der Corona-Krise initiierte Programm zur Kostenreduzierung und Effizienzsteigerung. Zudem nahm der Konzern verschiedene Modelle der Kurzarbeit in Anspruch.

Durch den Abbau von Vorratsvermögen und die zurückhaltende Investitionspolitik war der Free Cashflow im ersten Halbjahr mit 92,9 Millionen Euro positiv. Wegen der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie hatte der Hersteller die Produktionsprogramme der Werke frühzeitig gekürzt. Der Vorstand geht davon aus, den Vorrat trotz der angespannten Nachfragesituation bis Jahresende auf rund 500 Millionen Euro zu reduzieren.

Der Vorstand plant zudem, liquiditätssichernde Maßnahmen umzusetzen und intensiviert in sein Kostenreduzierungs- und Effizienzsteigerungsprogramm. Die Werke produzieren angesichts der derzeitigen Nachfragesituation nach wie vor mit reduzierter Kapazität.

Alle Investitionsvorhaben werden darüber hinaus erneut geprüft, und – wo möglich und sinnvoll – verschoben. Der Konzern plant, die Liquidität zu erhöhen und im August ein Schuldscheindarlehen um weitere 50 Millionen Euro aufzunehmen.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 33/2020.

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