Wegeführung entlang eines Bachlaufs

Verantwortliche setzen auf Betonpflasterlösung

Bad Bergzabern (ABZ). – Lange Zeit floss er unterirdisch durch Rohrleitungen – der Erlenbach im staatlich anerkannten Heilbad Bad Bergzabern in der Südpfalz. Nun schlängelt sich der Bachlauf auf einer Strecke von insgesamt 800 m vom Schwanenweiher über das Privatgelände des Hotels Luisenpark bis in den vorderen Abschnitt des Kurparks.

Eingefasst in ein Kiesbett, umrandet von Wackersteinen. Im Zuge des Projektes "Offenlegung des Erlenbaches" wurden auch einige Wege und ein Parkplatz neu befestigt. Damit diese Flächen möglichst wartungsfrei unterhalten werden können und gleichzeitig den Verkehrsbelastungen standhalten, entschieden sich die Planer für einen ganz besonderen Betonpflasterbelag.

Von einer "neuen Ära" sprachen die Verantwortlichen, als diese im April 2021 die Schotten hochkurbelten und das Wasser des Erlenbachs unterhalb des Hotels Seeblick in sein neues Bachbett einfließen ließen. Der erste und wichtigste Schritt in Richtung Renaturierung und damit für das Förderprojekt "Aktion Blau Plus" seitens des Landes Rheinland-Pfalz war damit getan. Das Landesprogramm unterstützt das Großprojekt Erlenbach-Offenlegung und finanziert bis zu 90 % der förderfähigen Kosten. Ziel der "Aktion Blau Plus" ist es, die Gewässer in Rheinland-Pfalz in einen ökologisch einwandfreien Zustand zu bringen. Das "Plus" der Aktion Blau stehe dabei, laut Informationen des Umweltministeriums Rheinland-Pfalz, für weitere Aspekte wie Hochwasserschutz, Dorf- und Stadtentwicklung oder den Tourismus. Im Sommer 2021 liefen umfangreiche Gestaltungsarbeiten entlang des Bachlaufs an: Flächen wurden begrünt, ein Wasserspielplatz für Kinder wurde errichtet, Sitz- und weitere Ruhemöglichkeiten wurden montiert. Einen Schwerpunt der Arbeiten bildete auch die Befestigung einiger Wege und Parkplätze auf dem Areal des Kurparks.

Günter Burkhart – damals bei der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern, mittlerweile im Ruhestand – begleitete das Projekt federführend und beschreibt die Maßnahme: "Bei der Befestigung der etwa 1500 Quadratmeter großen Flächen waren uns zwei Punkte besonders wichtig. Erstens suchten wir nach einem Belag, der den Verkehrsbelastungen der Fahrzeuge auf den Parkplätzen dauerhaft standhält. Einige Flächen werden häufig auch von Wohnmobilen genutzt und sind daher schon recht hohen Scherkräften ausgesetzt, wenn die zum Teil recht schweren Fahrzeuge auf den Flächen rangieren. Hier war es uns besonders wichtig, ein Pflastersystem zu verwenden, bei dem die Fugen ihre Funktion als elastischer Puffer zwischen den Steinen in optimaler Weise wahrnehmen können, damit es nicht zu Verschiebungen der Steine kommt", so Burkhart. Zweitens suchte der Planer nach einem Belag, der auch langfristig wenig Pflegeaufwand bereitet: "Ziel war es, den Aufwand für die Reinigung und das Nachsanden der Fugen so gering wie möglich zu halten", erklärt Burkhart.

Fündig wurde der Planer nach eigenen Angaben bei einem Produkt von dem Pflasterhersteller Beton Pfenning aus Lampertheim. Dieser fertigt ein Pflastersteinsystem, das weder mit Sand noch mit Splitt verfugt wird, sondern die Fugen mit EPDM ausbildet. Hendrik Jäger, Verkaufsleiter im Hause Pfenning: "Schon seit längerer Zeit haben wir nach Alternativen gesucht, die die Verlegung vereinfachen und die stets eine optimal ausgeprägte Fuge garantieren. Der Werkstoff EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) war schließlich die Lösung. In Belastungstests haben wir herausgefunden, dass sich dieser Synthesekautschuk sehr gut als Fugenmaterial eignet. Bei unserem Betonsteinsystem Combiconnect sind die Steine mit einem werkseitig fixierten, steinumfassendem EPDM Profil ausgestattet. EPDM ist ein dynamisches Material und damit hervorragend geeignet für einen maximalen Lastabtrag. Gemäß der DIN 18318 ergeben sich stets normgerechte Fugenbreiten von 4 Millimetern", so Jäger.

Ökologisch sei das Fugenmaterial EPDM unbedenklich und zudem sehr gut recycelbar. Auch zeichnet es sich laut Hersteller durch hohe Verschleißfestigkeit aus, denn es ist absolut Frost- und Tausalzresistent sowie temperaturbeständig zwischen –50 und + 145 °C.

Günter Burkhart fährt fort: "Der Vorteil dieses Systems besteht darin, dass die Fuge anders als bei konventioneller Bauweise nicht ausgewaschen werden kann. Der Einsatz von Kehr-Saugmaschinen ist dabei völlig unbedenklich." Mit seinen Eigenschaften qualifiziert sich dieses Steinsystem in besonderer Weise für die Belastungsklasse Bk 3,2, denn zwei wichtige Voraussetzungen an die Belastungsfähigkeit sind erfüllt: Die Fugen bleiben beim System Combiconnect dauerhaft gemäß den Anforderungen gefüllt. "Damit ist dieses Steinsystem optimal geeignet für die Befestigung der Flächen im Kurpark, die einer stärkeren Belastung ausgesetzt sind. Schäden durch ausgetragenes Fugenmaterial zum Beispiel durch Starkregenereignisse und rangierende Fahrzeuge sind bei diesem wartungsfreien System nahezu ausgeschlossen", erläutert der Experte.

Aber auch die optischen Anforderungen erfüllt dieses Hochleistungspflastersystem in idealer Weise: "Wir haben das Pflastersystem Combiconnect im Format 30 x 18 x 10 Zentimeter vorwiegend im Reihenverband eingebaut. Speziell für die Verbandsgemeinde, wurde eine wassergestrahlte 'Bad Bergzaberner' Oberfläche produziert", so Burkhart. Die Verlegung erfolgte sehr einfach, schnell und problemlos, da man sich den Arbeitsgang des Verfugens sparen konnte."

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