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Weiterhin gute Geschäfte

Bau- und Immobilienbranche trotzen schlechten Prognosen

München (dpa). – Bau- und Immobilienwirtschaft in Deutschland trotzen bislang den schlechten Konjunkturnachrichten aus der Industrie. Die Bauunternehmen sind nach wie vor so stark ausgelastet, dass sie viele Aufträge nur mit Wartezeit abarbeiten können. Die Immobilienbranche macht weiter gute Geschäfte sowohl mit Wohnungen als auch mit gewerblichen Gebäuden wie Büros und Lagerhäusern. Das berichteten Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft im Umfeld der Münchner Immobilienmesse Expo Real. Doch gibt es im gewerblichen Bau Zeichen einer Trendwende. "Die Stimmung ist nach wie vor gut", sagt Klaus Dittrich, der Chef der Münchner Messegesellschaft. Fast 80 Prozent von knapp 1900 im Vorfeld der Expo Real befragten Immobilienmanager und –fachleute erwarten in diesem Jahr gute Geschäfte ihrer Unternehmen. "Insgesamt erwarten wir für Deutschland auf Sicht der nächsten zwölf Monate eine stabile Entwicklung bei Büro-, Wohn- und Logistikimmobilien", sagt Jörg Quentin, Leiter der Immobilienbewertung bei der Deutschen Pfandbriefbank, einem großen Immobilienfinanzierer. Gleichzeitig meint der Experte: "Der aktuelle Immobilienzyklus ist weit fortgeschritten." Über eine mögliche Trendwende werde auf der Expo Real seit Jahren geredet, doch bisher sei sie nicht eingetreten.

Immobilien- und Baubranche beschäftigen sich zwar gleichermaßen mit Gebäuden, sind aber nicht identisch. Verkauft und vermietet werden auch viele Bestandsgebäude, die in der Baustatistik nicht auftauchen. Und Baufirmen bauen auch Dinge, die in der Regel nicht verkauft oder vermietet werden: Brücken, Tunnel, Schulen. "Der Neubau brummt weiter, vor allem getrieben durch den Mehrfamilienhausbau", sagt Ludwig Dorffmeister, der Immobilien- und Bauexperte des Münchner Ifo-Instituts. "Die Zahl der Baugenehmigungen geht zwar kontinuierlich zurück, aber die Pipeline ist noch immer gut gefüllt." Dennoch hat die konjunkturelle Abkühlung die Baubranche mittlerweile erreicht: "Im gewerblichen Neubau drehen die Zeichen gerade auf Abschwung", sagt Dorffmeister. "Allerdings war nach drei extrem positiven Jahren ohnehin zu erwarten, dass bald eine Abschwächung kommen würde." In diesem Segment seien die Marktzyklen deutlich kürzer als im Wohnungsbau. Es gebe aber nach wie vor großen Bedarf an neuen Büroflächen und Logistik-Immobilien.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 41/2019.

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