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Alternativkonzept ist in Planung

GaLaBau findet turnusgemäß erst 2022 wieder statt

Von Julia Gräser

In diesem Jahr kann die GaLaBau aufgrund der anhaltenden Corona-Einschränkungen und der nach wie vor geltenden Veranstaltungsrestriktionen nicht wie gewohnt stattfinden. Die Verantwortlichen arbeiten derzeit an einem Alternativkonzept.

Nürnberg. – Nach zahlreichem Feedback von Ausstellerseite hat sich die NürnbergMesse in enger Abstimmung mit dem Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) dazu entschieden, die GaLaBau 2020 nicht wie geplant durchzuführen.

"Diesen Schritt gehen wir nicht unüberlegt und erst nach reiflicher Prüfung", teilt Petra Wolf, Mitglied der Geschäftsleitung der NürnbergMesse mit. "In unsere Entscheidung, dass die GaLaBau erst wieder vom 14. bis 17. September 2022 in Nürnberg stattfinden wird, flossen maßgeblich die Wünsche unserer Aussteller und Besucher mit ein."

Dies bekräftigten auch Stefan Dittrich, Leiter GaLaBau bei der NürnbergMesse und Dirk Böcker, Geschäftsführer der GaLaBau-Service GmbH und der GaLaBau-Finanzservice GmbH, als sie kürzlich der Fachpresse und Interessierten in einem digitalen Pressegespräch Rede und Antwort standen.

Dirk Böcker ist Geschäftsführer der GaLaBau-Service GmbH und der GaLaBau-Finanzservice GmbH.

Dabei betonte Dittrich, dass 78 Prozent der Aussteller, die an einer ausführlichen Befragung teilgenommen haben, die Entscheidung der Verantwortlichen unterstützen, die Messe erst 2022 wieder durchzuführen. 22 Prozent hingegen wären unter den derzeitigen Umständen bereit gewesen, auch in diesem Jahr zur GaLaBau nach Nürnberg zu reisen. Hätte die Messe stattgefunden, hätte sich die Ausstellerzahl von ursprünglich 1250 auf schätzungsweise 700 bis 800 Firmen und 40 000 bis 50 000 Besucher eingependelt, heißt es.

Grundsätzlich hätten die Entwicklungen der Corona-Pandemie bei den Kunden zunehmend für Unsicherheit gesorgt, weshalb sich die Mehrheit gegen eine Teilnahme entschieden habe. Die Verantwortlichen sind sich einig, dass gesundheitliche Risiken vermieden werden müssen und dass auch finanzielle und wirtschaftliche Punkte berücksichtigt werden sollten. Die Veranstalter hätten die Absage der Messe so lange zurückgehalten, weil sich lange Zeit ein sehr heterogenes Bild aus Anmeldungen und Stornos ergeben habe. Letztere haben sich Dittrich zufolge auf "wenige Hundert" beziffern lassen.

Da die GaLaBau eine Erlebnismesse ist, lebt sie vor allem von Live-Demonstrationen, Wettbewerben und der Möglichkeit, Maschinen, Geräte und Materialien anzufassen und auszuprobieren. Eine Messe mit diesen Schwerpunkten sei aber nach derzeitigem Stand nicht zu verantworten. "Auch wenn unsere Kunden den Bedarf haben, Kontakte zu knüpfen und sich über neue Produkte zu informieren, sind die Bedenken in der Branche aufgrund der Covid-19-Pandemie einfach zu präsent, um eine GaLaBau im gewohnten Format stattfinden zu lassen. Wir blicken nun optimistisch nach vorne und legen unsere volle Kraft in die GaLaBau 2022," so Petra Wolf.

Petra Wolf ist Mitglied der Geschäftsleitung der NürnbergMesse und betont, dass die GaLaBau wohlüberlegt abgesagt wurde.

Die MesseNürnberg entwickelt derzeit ein Alternativkonzept, um den diesjährigen Herbsttermin trotz Pandemie zu nutzen. So könnten Teile der Messe vor Ort und virtuell abgebildet werden. "Für die Ausarbeitung stehen wir intensiv im Austausch mit unseren Kunden und zählen auf die Unterstützung der Branche", so Wolf. Denkbar sei es beispielsweise, verschiedene Rahmenprogrammpunkte der GaLaBau, Fachforen oder auch Produktpräsentationen vor Ort auf dem Außengelände darzustellen und diese dann virtuell zugänglich zu machen. Wichtig sei, dass kompakte und effiziente Lösungen gefunden werden, um für alle Beteiligten eine gute Alternative zu gestalten. Genauere Angaben zum neuen Konzept gibt es derzeit laut Stefan Dittrich und Dirk Böcker nicht. Sobald klar ist, wie der Herbsttermin in diesem Jahr umgesetzt wird, informiert die Messe, heißt es.

Trotz der Absage ist auch Lutze von Wurmb, Präsident des Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) positiv gestimmt. "Natürlich bedauern wir, dass unsere GaLaBau dieses Jahr nicht stattfinden kann. Wir sind jedoch sehr zuversichtlich, dass Teile der Messe – wie beispielsweise der beliebte 'Landschaftsgärtner-Cup' – vor Ort durchgeführt und virtuell für Zuschauer übertragen werden könnten. An solchen Überlegungen arbeiten wir nun mit Hochdruck."

Das Ziel ist klar: Die GaLaBau soll die internationale Leitmesse für Planung, Bau und Pflege von Urban- und Grünräumen und Sportplätzen, Golfanlagen und Spielplatzbau bleiben, stellt Petra Wolf heraus. "Uns ist es wichtig, dass sie ihren Charakter als – das – grüne Branchentreffen und Erlebnismesse behält. Auch wenn sich die Situation im September vielleicht noch einmal anders darstellen wird, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um abzusagen und somit Planungssicherheit zu ermöglichen."

Stefan Dittrich leitet die GaLaBau in Nürnberg und führte kürzlich mit Dirk Böcker eine digitale Pressekonferenz durch.

Die Verantwortlichen könnten unter den gegebenen Umständen nicht garantieren, dass die GaLaBau den gewünschten Erfolg für die Kunden haben wird. "Wir möchten uns jedoch ausdrücklich für die zahlreichen vertrauensvollen und konstruktiven Gespräche mit unserem Ideellen Träger BGL, unseren Ausstellern und dem Messebeirat in den letzten Wochen bedanken", so Wolf weiter. Auf diese Partner sei die NürnbergMesse nun weiter angewiesen, um ein ansprechendes Alternativkonzept, das ein Mix aus digitalen und Präsenzlösungen sein könnte, auf die Beine zu stellen.

"Sich wieder persönlich treffen, sich informieren und austauschen sind elementare Bedürfnisse des Menschen, das wird insbesondere in Krisenzeiten immer deutlicher", verdeutlicht Stefan Dittrich beim digitalen Pressegespräch. "Die GaLaBau bietet allen Branchenteilnehmern in Zukunft wieder Orientierung und bleibt Plattform für den Geschäftserfolg", verspricht er.

"Wir stellen mit der Entscheidung, die Messe erst in zwei Jahren wieder durchzuführen, die Weichen für eine erfolgreiche GaLaBau 2022 und freuen uns bereits heute auf ein Wiedersehen mit der internationalen grünen Branche bei uns in Nürnberg." Interessierte dürften gespannt bleiben, welche Alternativformate – vor Ort oder digital – im Herbst angeboten werden.

Turnusgemäß wird die GaLaBau wieder vom 14. bis 17. September 2022 im Messezentrum Nürnberg stattfinden. Weitere Informationen sind unter www.galabau-messe.com zusammengestellt.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 26/2020.

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