Auf Energieeffizienz geachtet

Futuristische Fassadenarchitektur umgesetzt

Rust (ABZ). – Hereinspaziert in das aufregendste Gastronomie-Erlebnis der Welt! – damit lockt das Etablissement "Eatrenalin" Besucherinnen und Besucher an. Dabei handelt es sich um ein neues Highlight neben dem 4-Sterne-Superior-Hotel Krønasår im Europa-Park Erlebnis-Resort. Futuristisch präsentiert sich auch die vom atelier 522 aus Markdorf gestaltete Fassade für den Hallenkomplex:
Baustellen
Die Bekleidung wurde als vorgehängte hinterlüftete Fassade ausgeführt. Foto: Schöck

Die Bekleidung der knapp 10 m hohen Fassade besteht aus übereinander gelegten "Schuppen", die sich über dem Eingang wie ein geöffneter Theatervorhang krümmen. Diese Fassadenstruktur sei durch die Befestigung mit Schöck-Isolink auch besonders energieeffizient.

Für das Projekt legte der Bauherr hohe Maßstäbe an die Gestaltung. "Das futuristische Konzept haben wir in der Fassade übersetzt als das Bild eines Theatervorhangs, der sich über dem Eingang in einer doppelten Krümmung wie von unsichtbarer Hand öffnet. Der Besucher wird eingeladen, einen Blick in die kulinarische Zukunft zu werfen", erklärt Moritz Josch, zuständig für den Bereich Projektmanagement im atelier 522.

"Über die Materialität der Fassadenelemente aus Aluminium und der geschuppten, hochwertigen Ausführung erreichen wir eine harmonische Ausführung wie aus einem Guss, zugleich aber auch eine cleane, uneindeutige und minimalistische Optik, die die menschliche Begrenzung symbolisiert." Zur Ausführung der Bekleidung kamen mit der Umsetzung als KfW-Effizienzhaus 55 hohe energetische Vorgaben hinzu. Um diese zu erreichen, musste der Wärmeverlust an den Aufhängungen der hinterlüfteten Fassade auf ein Minimum reduziert werden. "Die Dämmung der Fassade durfte nicht zu dick sein, da sonst die Gestaltung nicht ausführbar war. Zugleich musste sie aber auch effizient sein, sodass die KfW-55-Anforderung erfüllt wird", berichtet David Studer, Bauherrenvertreter und Projektleiter des "Eatrenalin".

Frank Brohammer, Bauingenieur und Fachingenieur für Energieeffizienz bei der Isenmann Ingenieur GmbH in Haslach im Kinzigtal, lieferte mit dem stabförmigen Fassadenanker Schöck-Isolink die Lösung zur stabilen und energieeffizienten Befestigung der Fassade. "Im Vergleich zu Wandhaltern aus Aluminium oder Edelstahl zeichnet sich der Isolink durch deutlich bessere U-Werte aus, rein rechnerisch handelt es sich um eine wärmebrückenfreie Befestigung", erklärt Brohammer.

"Der tatsächliche U-Wert hat bei der Planung für Sicherheit gesorgt, die vom Bauherr geforderte KfW-55-Förderung zu erhalten." Herkömmliche Wandhalter aus Metall verursachen aufgrund des Materials einen hohen Energieverlust. Der als Passivhaus-Komponente zertifizierte Isolink dagegen erfüllt höchste Anforderungen an den Wärmeschutz, versichert Schöck. Der Fassadenanker besteht aus dem Glasfaserverbundwerkstoff Combar mit geringer Wärmeleitfähigkeit: etwa 15-mal niedriger als die von Edelstahl und etwa 300-mal geringer als die von Aluminium – Werte, die Jacques Otter, Projektleiter bei der Chaudronnerie du Ried, erstaunten. Die auf Metallbau spezialisierte Firma aus dem elsässischen Saasenheim war mit der Ausführung der Fassadenverkleidung betraut.

Otter griff kurzerhand selbst zu Papier und Bleistift und stellte eine Vergleichsberechnung auf: "Danach hatte ich es schwarz auf weiß: Um den geforderten U-Wert von 0,18 W/(m²K) bei einem klassischen Aufbau mit einer Edelstahlkonsole zu erreichen, wäre eine 220-Millimeter-Dämmung notwendig gewesen, bei Alukonsolen sogar eine 250-Millimeter-Dämmung. Die gekrümmte Fassade wäre dann allerdings nicht ohne weiteres umsetzbar gewesen." Mit Isolink konnte die Dämmung auf 160 mm reduziert werden – der Realisierung der Fassade, wie vom Bauherr gewünscht, stand damit nichts mehr im Wege.

Die Bekleidung wurde als vorgehängte hinterlüftete Fassade ausgeführt. "Die Fassadenelemente weisen eine Stärke von 4 Millimetern auf mit rückseitiger Aufhängung und Aussteifung", berichtet Otter. Die einzelnen Fassadenelemente bestehen aus pulverbeschichtetem Aluminium in der Farbe RAL 9007 Graualuminium. Insgesamt wurden 210 Fassadenelemente mit verschiedenen Abmessungen, die im Durchschnitt 2,44 m² pro Tafel betrugen, befestigt. Bei einer abgewickelten Länge von 54 m über zwei abgerundete Ecken und einer Höhe von 9,5 m kam eine Fläche von 513 m² zusammen.

Um die schräge Verkleidung der übereinandergelegten "Schuppen" zu erreichen, wurden die Elemente ähnlich wie Schindel und Mauerstein versetzt überlappend verlegt. Die Ausführung des gekrümmten Eingangsbereichs wurde komplett in der Werkshalle auf einer Stahlständerkonstruktion gefertigt und vormontiert. Schöck-Isolink vom Typ F – für die vorgehängte hinterlüftete Fassade – überzeugte die Fassadenbauer aus Frankreich neben der Energieeffizienz auch durch den einfachen Einbau. "Da es für uns das erste Projekt mit dem Isolink war, haben wir Schöck um Unterstützung gebeten, dann aber schnell festgestellt: Das funktioniert super einfach! In drei Tagen hatten wir den Isolink montiert", sagt Otter.

Die Montage erfolgt wie die eines Verbunddübels. Dabei wird zunächst ein Bohrloch erstellt und gereinigt. In das Loch wird ein bauaufsichtlich zugelassener 2-Komponenten-Verbundmörtel injiziert und danach der Isolink gesetzt. Anschließend wird die Wärmedämmung einfach über den stabförmigen Anker, ohne Vorstechen oder Werkzeuge, gesteckt, um anschließend die Unterkonstruktion sowie die Fassadenelemente zu befestigen.

"Die rückseitige Aufhängung und Aussteifungsprofile als gekantete Alu-Laserzuschnitte haben wir anschließend mittels Schweißbolzen aus Aluminium befestigt. In den geraden Bereichen erfolgte die Aufhängung auf Vertikalschienen, im gekrümmten Eingangsbereich auf einer Art ,tannenbaumartigen Unterkonstruktion', die wir extra dafür erstellt haben", berichtet Otter. Auf diese Weise wurden rund 750 Stück Isolink in der 160 mm dicken Dämmung verbaut.

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