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"Großes Segel" aus Edelstahl

Messehalle erhält transparentes Spiralgewebe

Fassade, Fassaden

Die bis zu 20,5 m hohe Fassade aus GKD-Edelstahlgewebepaneelen vom Typ Escale ist mehrere m vor der eigentlichen Fassade auf einer Stahlkonstruktion aus schlanken Stahlstreben befestigt.

Paris/Frankreich (ABZ). – Die Transformation des traditionsreichen Messegeländes Porte de Versailles im Südwesten von Paris ist spektakulär: fünf französische Stararchitekten gestalten Hallen und Hotels neu. Im Jahr 2015 wurde eine auf zehn Jahre ausgelegte Renovierungsmaßnahme mit einem Investitionsvolumen von 500 Mio. Euro gestartet. Im ersten von insgesamt drei Bauabschnitten wurde auch die Halle 1 modernisiert. Dominique Perrault übernahm die Fassadengestaltung dieser Halle, die mit einer Fläche von 44 000 m² auch die größte ist. Zentrales Element seines Entwurfs ist eine 240 m breite und bis zu 20,5 m hohe Fassade aus Metallgewebepaneelen, die mehrere m vor der eigentlichen Fassade auf einer Stahlkonstruktion aus schlanken Stahlstreben befestigt sind. 24 Gewebepaneele, jede 13 m breit und 14 m hoch, bilden in 8 m Höhe über dem Boden ein Segel. Je nach Blickwinkel und Lichteinfall gewährt es einen schemenhaften Blick auf die dahinter liegende Glasfront und überragt sie dabei auf weiten Strecken. Dieser Wirkung verdankt die Fassade ihren Namen La grande Voile, zu deutsch: das große Segel. Die Transparenz des Spiralgewebes vom Typ Escale ermöglicht den Besuchern der Halle dennoch ungehinderte Blickbeziehungen mit der Außenwelt.

3355 m² des Sondergewebes aus Edelstahl mit der Teilung 10,5 x 1,2 kamen zum Einsatz. Um den für eine Nordfassade typischen begrenzten Lichteinfall zu kompensieren, ließ Perrault ein Drittel der Spiralen goldfarben beschichten und scheinbar zufällig linienförmig auf der Fläche verteilen. So verleihen sie dem Gewebe die Anmutung einer Sonnenlichtreflexion und schimmern je nach Betrachtungswinkel unterschiedlich. In die vorgelagerte Membran ist ein riesiger LED-Screen integriert, auf dem Veranstaltungen aus der Halle übertragen werden.

1923 gebaut, gilt die Messe mit 7,5 Mio. Besuchern und mehr als 200 Veranstaltungen im Jahr als eines der größten Eventzentren Europas. Auf einem 35 ha großen Areal stehen acht Messehallen mit einer Nutzfläche von 220 000 m², die insbesondere für Endverbrauchermessen genutzt werden. Aber auch Sportveranstaltungen finden hier statt, wie 2024 die Olympischen Sommerspiele.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 03/2019.

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