Krems setzt auf Amiblu

Aus Erfahrung GFK für neuen Mischwasserkanal

Krems/Österreich (ABZ). – Eines der größten innerstädtischen Infrastrukturprojekte läuft derzeit im niederösterreichischen Krems. Während der 3,5-jährigen Bauzeit erneuert die Porr Bau GmbH, Krems, auch den Mischwasserkanal auf der stark befahrenen Ringstraße.
Amiblu Rohr- und Leitungsbau
Ein Anschluss musste auf der Ringstraße nachträglich an das GFK-Kanalrohr der Nennweite DN 1800 angeschlossen werden, weil vorher die Höhe nicht klar zu bestimmen war. Für eine sichere Verbindung wurde vor Ort laminiert. Foto: Amiblu Germany

Da dieser nur mit einem geringen Gefälle innerhalb der Bundesstraße verläuft, entschied sich der Magistrat der Stadt nach Planungen der Hydro Ingenieure Umwelttechnik GmbH, Krems – neben der Verwendung von zwölf Tangentialschächten – bei dieser Baustelle für insgesamt knapp 2000 m GFK-Rohre von Amiblu in Nennweiten bis DN 1800.

Ihre glatten Innenflächen ermöglichen selbst bei geringem Gefälle einen sicheren und hocheffizienten Betrieb. Die materialbedingte Korrosionsbeständigkeit, Abriebfestigkeit und Wartungsfreiheit der glasfaserverstärkten Kunststoffrohre (GFK) haben sich schon an anderen Stellen in der Stadt bewährt.

Ein Mammut-Projekt

Die Komplettsanierung der Ringstraße in Krems zwischen Austraße und Franz-Zeller-Platz ist ein Mammut-Projekt. Bereits seit Februar 2020 laufen die Arbeiten, bei denen die unterirdischen Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert und die Straßenoberflächen abschließend neu gestaltet werden. Mit der Fertigstellung der gesamten Sanierung wird im Sommer 2023 gerechnet.

Die Ringstraße ist die Hauptverkehrsader in Krems. Entsprechend lange dauerte die Vorbereitungszeit für dieses innerstädtische Infrastrukturprojekt, wie der Leiter der städtischen Abwasserbeseitigung Bernd Hahslinger erzählt: "Über die Ringstraße fahren normalerweise im Durchschnitt 25.000 Autos am Tag. Wir haben im Vorfeld ein Jahr lang an dem Verkehrskonzept gefeilt, um auch die Beeinträchtigungen so gut es geht zu begrenzen. Schließlich wird bei der Maßnahme alles auf der Bundesstraße umgekrempelt: Von einer Fassadenseite zur anderen bleibt kein Stein auf dem anderen."

Das betrifft auch den existierenden Mischwasserkanal, der aus bis zu 110 Jahre alten Beton-Eiprofilrohren besteht. Da er altersbedingte Schäden aufweist und noch dazu die Bebauungsdichte in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen hat, wird er im Zuge der Maßnahme abgebrochen und erneuert.

Als Ersatz werden an derselben Stelle in offener Bauweise insgesamt knapp 2000 m GFK-Rohre von Amiblu in Nennweiten zwischen DN 250 und DN 1800 verlegt. Die mit der Ausführung beauftragte Porr Bau GmbH verbaut zudem insgesamt zwölf 1000er-Tangentialschächte für Nennweiten zwischen DN 1000 und DN 1800, allesamt ebenfalls von Amiblu. Dass die niederösterreichische Stadt glasfaserverstärkte Kunststoffrohre einsetzt, hat Tradition: Schon seit 30 Jahren wird im Kanalbereich bei Nennweiten ab DN 300 GFK verbaut.

Von Produktvorteilen überzeugt

Hahslinger ist überzeugt von den Produktvorteilen: "GFK ist das beständigste Rohrmaterial gegen Abrieb. Noch dazu ist dank der glatten Innenfläche nur selten eine Reinigung erforderlich. So gestaltet sich der Einsatz für die öffentliche Hand auf lange Sicht als wirtschaftlichste Lösung."

Auch für die Baustelle auf der Ringstraße stellt sich glasfaserverstärkter Kunststoff als richtige Wahl heraus. Das liege nicht nur an dem – gerade bei der Nennweite DN 1800 – vergleichsweise geringen Gewicht und der damit verbundenen einfacheren Handhabung, die sich in einer hohen Verlegegeschwindigkeit zeigt. Verglichen mit Stahlbetonrohren sei auch die Planung leichter gewesen, wie Planer Karl Türk von der Hydro Ingenieure Umwelttechnik GmbH konstatiert: "Stahlbetonrohre haben eine sehr viel größere Wandstärke. Daher schieden sie von vornherein aus. Es gibt viele querende Einbauten, die wir sonst aufwendig hätten umlegen müssen."

Bei der Porr Bau GmbH sieht man die Vorteile ähnlich. Auch mit dem Service von Amiblu sind die Beteiligten sehr zufrieden. Probleme habe man immer sehr rasch lösen können, sagt Bauleiter Andreas Hirtl und erinnert sich besonders an eine Situation zu Beginn des vergangenen Jahres: "Bei der Verlegung der Nennweite DN 1800 mussten wir an einer Stelle nachträglich einen Anschluss einbinden, weil vorher die Höhe nicht klar zu bestimmen war. Mit der Beratung durch den Amiblu-Partner Harald Wels lief alles reibungslos: Wir haben vor Ort zwei Tage laminiert, um den bestehenden Anschluss in den neuen Kanal einzubinden. Das hat hervorragend geklappt. Wenn Fragen auftauchten, war er immer mit Rat und Tat zur Stelle."

Nachhaltige und leistungsstarke Lösungen

Für Harald Wels ist dies selbstverständlich: "Bei Amiblu sind wir daran interessiert, dass unsere Kunden nachhaltige, leistungsstarke Lösungen für ihre Projekte finden. Schließlich sollen sie dauerhaft etwas davon haben: Amiblu GFK-Systeme wurden für eine Lebensdauer von 150 Jahren entwickelt."

Ein vorab mit Amiblu vereinbarter Lieferplan sorgt dafür, dass die Produkte immer dann auf der Baustelle zur Verfügung stehen, wenn sie gebraucht werden. Polier Karl Weißensteiner von Porr Bau bestätigt: "Wir mussten bisher nie auf irgendetwas warten."

Verlegt werden die Rohre in Einbautiefen zwischen 2 und 4 m. Auch wenn der Grundwasserstand dabei keine Probleme bereitet, spielt die Auftriebssicherung der Rohre in der offenen Baugrube dennoch eine Rolle. Weißensteiner: "Die Ringstraße weist ein sehr geringes Gefälle auf. Bei stärkeren Regenfällen beugen wir einem Aufschwimmen sicherheitshalber mit Sandsäcken vor."

Da die Ringstraße eine stark befahrene Bundesstraße ist, arbeitet sich die Porr Bau GmbH abschnittsweise von Kreuzung zu Kreuzung vor. Bauleiter Hirtl: "Durchschnittlich haben wir bislang zwei Monate gebraucht für jeden Abschnitt. Der Kanal ist der einzige Einbau, der mitten in der Bundesstraße verlegt wird. Alle anderen Medienleitungen, wie Beleuchtung, Gas, Strom sowie die von der Stadt selbst verlegte Wasserleitung, liegen zur Gänze unter dem Geh- und Radweg. So können wir die Arbeiten auf drei Mannschaften verteilen: Eine Partie ist mit Kanalbau beschäftigt, eine andere kümmert sich auf der Südseite der Ringstraße um die südlichen Leitungen und die dritte arbeitet an den Leitungen auf der Nordseite." Im ersten Monat erledige man jeweils den Leitungsbau, im zweiten Monat kämen Straßenbau und Asphaltierung dran.

Baustopp für kalte Jahreszeit

Damit der Winterdienst die Ringstraße nutzen kann, ist während der kalten Jahreszeit ein Baustopp vorgeschrieben. Aber auch zwischen Mitte August und Mitte September 2021 ruhten die Arbeiten: Um das alle zwei Jahre im Kremser Stadtpark stattfindende Wachauer Volksfest Ende August wie gewohnt feiern zu können, war die komplette Maßnahme von vornherein in zwei Bauetappen (BA 23 und BA 24) geteilt worden, mit einer einmonatigen Pause dazwischen.

Wenn das seit 1924 stattfindende Spektakel vom 24. August bis zum 3. September 2023 in die nächste Runde geht, wird das Megaprojekt auf der Ringstraße längst Geschichte sein: Im April 2023 sollen die Kanalbauarbeiten abgeschlossen werden. Mit der Gesamtfertigstellung der Ringstraße rechnen die Beteiligten im Juni 2023 – und damit ein paar Wochen früher als ursprünglich geplant. Zu verdanken ist der schnelle Baustellenfortschritt nicht zuletzt der Verlegegeschwindigkeit der Amiblu-Rohre.

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