Neue Schule am alten Platz

Neubau des Burg Gymnasiums in Schorndorf erfolgt mit Primax Schalung

Mayer Schaltechnik Schalungstechnik
Nach dem Abriss des alten Burg Gymnasiums in Schorndorf entsteht an derselben Stelle ein Neubau für rund 25 Mio. Euro – der bislang höchste Betrag, den die Geburtsstadt von Gottlieb Daimler für ein einzelnes Bauobjekt je bewilligt hat. Fotos: Mayer Schaltechnik

Schorndorf (ABZ). – Gewiss verspürte mancher Schüler eine Portion Genugtuung, als im Sommer 2015 an der Schlichtener Straße in Schorndorf die Abrissbagger anrückten, um das alte Schulgebäude platt zu machen: Rd. 25 Mio. Euro lässt sich die Daimlerstadt den Neubau des Burg Gymnasiums nach Entwürfen der Architekten Broghammer, Jana, Wohlleber aus Zimmern bei Rottweil kosten – die bisher höchste Einzelbausumme die die Stadt je ausgegeben hat. Vor dem Abriss war auf den bisherigen Lehrerparkplätzen ein aus rd. 100 Containermodulen bestehendes Interimsgebäude errichtet worden, in dem bis zum Bezug des Neubaus Teile des Burg Gymnasiums einquartiert sind. Der Rohbau war im Frühjahr 2017 abgeschlossen, die Einweihung ist für den Beginn des Schuljahres 18/19 vorgesehen. Anschließend wird auch der vom alten Schulhaus erhalten gebliebene Erweiterungsbau, in dem die Fachklassenräume für Chemie, Biologie und Erdkunde untergebracht sind, saniert und auf den aktuellen Stand bzgl. Barrierefreiheit und Brandschutz gebracht. Nachdem das alte Schulhaus verschwunden war, folgten die Aushubarbeiten mit der Baugrubensicherung gegen den Hang und eine auf 78 Bohrpfählen gegründete Bodenplatte als solide Basis für den viergeschossigen Stahlbetonbau mit Flachdach. Aufgrund der Hanglage führt ein Zugang von der Burgstraße ebenerdig ins Untergeschoss, wo Mensa, Küche und Technikräume untergebracht werden.

Im Erdgeschoss mit direktem Zugang zum neuen Pausenhof werden die Schulverwaltung und das Lehrerzimmer Platz finden, unmittelbar neben der Bibliothek und dem Musiksaal. In den beiden darüber liegenden Vollgeschossen, die über zwei unabhängige Treppenhäuser erschlossen werden, sind jeweils 15 Klassenräume um zwei attraktive Lichthöfe gruppiert. Passend zur modernen Architektur haben die Planer die rd. 2500 m² Wandflächen in Sichtbetonqualität SB 3 ausgeschrieben – einem aktuellen Trend folgend mit scharfkantig ausgebildeten Ecken. Als weitere Besonderheit sind in den Obergeschossen die 3,43 m hohen Wände zum Flur hin teils mit glatter Oberfläche, teils mit der lebhaften Oberflächenstruktur von OSB-Platten auszuführen.

Für die Wände hat das bauausführende Unternehmen bei Mayer Schaltechnik die Stahlträgerschalung Primax geordert, die vor allem auf Sichtbetonbaustellen mit ihrer außerordentlichen Maßhaltigkeit gegenüber den bekannten Holzträgersystemen punkten kann. Dazu kommen geringere Kosten, vor allem wenn sich in den Sichtbetonflächen keine Schraubköpfe abbilden dürfen, mit denen die Schalhaut auf den Trägern gehalten wird. Denn bei der Primax wird die Schalhaut immer "unsichtbar" von hinten auf den Stahlträgern verschraubt, während man bei Holzträgern eine Sparschalung als Hilfskonstruktion benötigt - die zusätzlich Geld kostet.

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Mayer Schaltechnik Schalungstechnik
Das Originelle an der Primax ist die Anpassungsfähigkeit an die geforderte Betonierhöhe. Ihre Stahlträger ergeben in jedem Fall eine absolut ebene Schalfläche, mit der die strengen Ebenheitstoleranzen gemäß DIN 18202 Tabelle 3 Zeile 7 problemlos eingehalten werden.

Für die beiden Betonierhöhen wurden bei Mayer aus 2,5 m langen Primax-Grundträgern und 2 m langen Einschubträgern einsatzfertige, mit den verschiedenen Schalhäuten belegte, 3,8 m und 4,1 m hohe Elemente montiert: Auf die volle Höhe mit glatter Longlife Kunststoff-Schalhaut, bzw. bis auf 2,43 m mit OSB-Platten belegt plus einem Streifen glatter Schalhaut, der entsprechend der Forderung der Architekten frei von Spannstellen bleiben muss. Um den Frischbetondruck unter dem zulässigen Wert von 80 kN/m² zu halten, wurden die Ankerlagen in 0,5 und 2 m Höhe festgelegt, sowie in 3,5 m Höhe bei den hohen Elementen.

Die routinierten Praktiker hatten die Primax sehr schnell "im Griff", so dass bereits in der "Übungsphase" Betonierergebnisse erzielt wurden, die über jeden Zweifel erhaben sind: Vor allem exakt fluchtende Elementstöße, die der besonderen Steifigkeit der Primax zuzuschreiben sind, deren Träger sich auch unter dem vollen zulässigen Frischbetondruck nicht verformen. Und weil Stahlträger nicht wie Holzträger je nach Luftfeuchtigkeit schwinden oder quellen, passt auch die Schalhautebene immer. Damit lassen sich die strengen Ebenheitsgrenzwerte nach DIN 18202 Tabelle 3 Zeile 7 problemlos einhalten, die auf den Meter nur 3 mm Maßabweichung tolerieren: An den Elementstößen sind so gut wie keine Absätze festzustellen, und – weil die Fugen selbst bei vollem Betoniertempo nicht aufgehen – auch keine Ausblutungen. Zudem sorgen die auf den Schalhautkanten aufgeklebten Neoprenstreifen dafür, dass wirklich keine Zementschlämme auslaufen kann.

Das Primax-System aus verzinkten Stahlträgern, die zu einem Trägerrost kombiniert werden, ist am Markt einmalig. Ebenso die Möglichkeit, die Träger nach Bedarf im 10 cm Raster auszuschieben, bzw. wieder zu verkürzen: So lassen sich aus den 2,5 oder 4 m langen Grundträgern mit zusätzlichen Einschubelementen bis zu 4 bzw. 6 m hohe Schalungen bauen, mit weiteren Grund- und Einschubträgern auch noch höhere. Und selbst dann muss man im günstigsten Fall nur 0,5 Anker je m² Wandfläche einbauen – zusammen mit der einfachen Handhabung eine Voraussetzung für günstige Schalzeiten. Dazu werden die Primax-Elemente über die Stahlgurtungen mit Keilen und Verbindungslaschen exakt ausgerichtet und dichtgezogen, wobei die "Variklemme" die Gurtungen in beliebiger Höhe an den Trägern fixiert: So lässt sich mühelos ein definiertes Ankerraster erzielen, das Architekten gerne als Gestaltungselement bei Sichtbeton einsetzen. Wie auch beim neuen Burggymnasium in Schorndorf.

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