Preis für MC-Bauchemie und Porr Bau

Neue Methode zur Erzeugung von Erdbrei gewürdigt

Porr Bau Bauchemie
Siegerehrung: Eugen Kleen (m.), Diplom-Mineraloge und Leiter Forschung & Entwicklung bei der MC-Bauchemie, und Norbert Hörlein (2. v. l.), Projektleiter bei der Porr Bau, nahmen die diesjährige Trophäe des Innovationspreises Tunnelbau von Prof. Dr. Robert Galler (r.), Leiter des Lehrstuhls für Geotechnik und Unterirdisches Bauen an der Montanuniversität Leoben/Österreich, glücklich entgegen. Foto: Österreichisches Nationalkomitee der ITA

SALZBURG/ÖSTERREICH (ABZ). - Das Österreichische Nationalkomitee der International Tunnelling Association (ITA) hat kürzlich beim Österreichischen Tunneltag in Salzburg den Innovationspreis Tunneltag an die MC-Bauchemie Müller GmbH & Co. KG und die Porr Bau GmbH verliehen.MC-Bauchemie und Porr überzeugten die unabhängige Fachjury mit einer neuartigen Methode, mit der die Erzeugung von Erdbrei für Erddruckschilde verbessert, das Einsatzspektrum erweitert und die Zugabe von Konditionierungsmitteln signifikant mit positiven Auswirkungen auf die Umwelt reduziert wird.Das Verfahren haben beide Unternehmen auch zum Patent angemeldet und es ist bereits beim Bau des weltweit modernsten Abwassersystems der Welt, dem Emscher Projekt, im Einsatz.Eugen Kleen, Diplom-Mineraloge sowie Leiter Forschung & Entwicklung bei der MC-Bauchemie, und Norbert Hörlein, Projektleiter bei der Porr Bau, haben diese Methode gemeinsam entwickelt und für den Innovationspreis eingereicht. Sie setzten sich damit gegen die Beiträge der Konkurrenz namhafter Baufirmen und Lieferanten durch und nahmen die Auszeichnung von Prof. Dr. Robert Galler, Leiter des Lehrstuhls für Geotechnik und Unterirdisches Bauen an der Montanuniversität Leoben (Österreich), entgegen.Die Jury, die sich aus den zwei Vorständen des Österreichischen Nationalkomitees der ITA und drei weiteren Hauptmitgliedern zusammensetzt, lobte die weitreichende praktische Bedeutung dieser Innovation für den Tunnelbau und betonte deren positive Umweltauswirkungen.Ausgangslage und Anregung für die Innovation. Im Tunnelbau ist es beim Einsatz von Erddruckschilden notwendig die vorgefundenen Böden so zu konditionieren, dass daraus ein stützendes Medium erzeugt werden kann. Dies geschieht im Wesentlichen durch die Beigabe von sogenannten Konditionierungsmitteln in die Abbaukammer der Schildmaschine. Diese Konditionierungsmittel enthalten Tenside, Polymere und andere Additive. Während des Vortriebes wird mit Schaumlanzen unter Verwendung der Konditionierungsmittel ein Schaum erzeugt und den Abbaukammern zugeführt.Die Erzeugung des Schaumes geschieht in herkömmlichen Verfahren eher "zufällig" und kann daher nicht genau gesteuert werden. So entstehen Schaumgemische mit unterschiedlich großen Schaumbläschen und entsprechend unterschiedlichen Erdbreien. Die Innovation MC-Bauchemie und Porr Bau GmbH haben gemeinsam im Jahre 2013 in verschiedenen Laborversuchen eine Methode entwickelt, mit der ein gleichbleibender Schaum erzeugt wird, dessen Eigenschaften gesteuert werden können. Das aufzuschäumende Medium wird per Druckluft durch eine Begasungsstrecke in einem Schaumgenerator geführt, in der der Schaum entsteht.Das Neue daran ist, dass durch die speziellen Eigenschaften des Schaumgenerators gesichert ein Schaum entsteht, der eine gleichbleibende Qualität an Schaumbläschen enthält. Die Anzahl und Größe der Schaumbläschen ist dabei frei wählbar und kann auf die angetroffene Geologie abgestimmt werden.Dies wurde dann auch in der Praxis getestet: Eine Schildvortriebsmaschine wurde mit den neuen Schaumgeneratoren und einem von der MC-Bauchemie speziell entwickelten Schaumbildner, dem sogenannten Liquid, ausgerüstet. Dadurch kann die Konditionierung des Bodens wesentlich einfacher und besser bewältigt werden.Über mehrere hundert Vortriebsmeter wurden schließlich Daten gesammelt und ausgewertet. Es zeigte sich, dass bei gleichbleibender Geologie und Performance der Tunnelvortriebsmaschine ein signifikan-ter Rückgang der benötigten Menge an Schaumbildner zu verzeichnen war – auf bis zu einem Drittel der ursprünglich eingesetzten Menge. Gleichzeitig wurde ein Erdbrei erzeugt, der optimal auf den vorhanden Boden und die gewünschte geotechnische Funktion abgestimmt werden konnte."Mit dieser Methode werden wir das Einsatzspektrum von Erddruckschilden in schwierigen Geologien erweitern", sagt Norbert Hörlein und Eugen Kleen fügt hinzu: "Zudem haben wir damit ein effizientes Steuerungselement für den Einsatz von Erddruckschilden gefunden, das durch den wesentlich geringeren Einsatz an Chemikalien, die zudem leicht biologisch abbaubar sind, umweltfreundlicher und nachhaltiger ist." Das Verfahren, das mittlerweile zum Patent angemeldet worden ist befindet sich bereits beim Bau des weltweit modernsten Abwassersystems der Welt, dem Emscher Projekt, zzt. in Bottrop Richtung Oberhausen im Einsatz.

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