Schloss Neuschwanstein

Solider Schutz für des „Kinis“ Gemächer

Baustoffe
Der PVC-Fotoboden und der Originalboden des Thronsaals direkt nebeneinander. Foto: AgPR

Füssen (ABZ). – Majestätisch auf einem Felsen gelegen, erhebt sich Schloss Neuschwanstein in märchenhafter Kulisse über der Ebene von Hohenschwangau bei Füssen. König Ludwig II. von Bayern (der „Kini“) ließ das äußerlich einer mittelalterlichen Ritterburg nachempfundene Bauwerk ab 1869 mit großem Aufwand und viel Liebe zum Detail errichten. Dort lebte der exzentrische Monarch nach Fertigstellung des Schlosses allerdings nur ganze 172 Tage, bevor ihn am 13. Juni 1886 auf ungeklärte Weise der Tod im Starnberger See ereilte.

Neben den Wohn- und Dienerschaftsräumen gehören vor allem der Thronsaal und der Sängersaal zu den Hauptattraktionen im Inneren des Schlosses. König Ludwig hätte sich bei aller Fantasie wohl niemals träumen lassen, dass die Räume in Neuschwanstein dereinst von fast 1,5 Mio. Menschen jährlich besucht würden. Besonders im Sommer drängen sich im Durchschnitt 6000 Touristen durch Räume, die ursprünglich nur für den Regenten oder eine kleinere Gruppe seines Hofstaates bestimmt waren - eine enorme Belastung. So bemüht sich die Bayerische Schlösserverwaltung fortwährend um den Erhalt des kostbaren Bauwerks.

Der besonders frequentierte Thronsaal weist ein wertvolles Mosaikmuster auf dem Fußboden auf. Wäre es ungeschützt, so würde sich die Oberfläche binnen kurzer Zeit abschleifen und verblassen. Daher ließen sich die Verantwortlichen eine kreative Lösung einfallen: Auf die begehbaren Teile des Saales wurde ein PVC-Schutzbodenbelag, bedruckt mit der exakten „Fotokopie“ des Mosaiks, ein „Fotoboden“ aufgebracht. Auf diese Art von Sonderanfertigungen spezialisiert ist die visuals united AG in Kaarst bei Düsseldorf. Sie hat den europaweit patentierten, individuell bedruckten Vinyl-Boden entwickelt, was eine große Palette unterschiedlicher Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet. Das Produkt wird häufig für Messen, Events, zur Dekoration in Handel sowie für TV-Produktionen und natürlich in Museen und historischen Gebäuden eingesetzt.

PVC-Bodenbeläge generell sind außerordentlich haltbar und finden daher Anwendung in zahlreichen Gebäuden mit größerem Publikumsverkehr wie etwa Schulen, Ämter, öffentliche Flächen, Büros oder Wohngebäuden. Trotz der robusten Materialeigenschaften nutzen sich auch die Bodenbeläge in Schloss Neuschwanstein wegen der zahlreichen Besucher ab und müssen dann von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. Für deren Entsorgung hat das Unternehmen ein spezielles, nachhaltiges Konzept: Die ausgedienten PVC-Bodenbeläge werden komplett werkstofflich recycelt, so dass eine spätere Wiederverwertung des Materials möglich ist.

Dass dies reibungslos funktioniert, dafür sorgt die Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag Recycling (AgPR) in Marl. Das vor mehr als 25 Jahren gegründete Unternehmen koordiniert bundesweit die Wiederverwertung des Altmaterials und betreibt in Troisdorf bei Bonn eine eigene Recycling-Spezialanlage. „Auf diese Weise tragen wir zu einem geschlossenen, umweltreundlichen Stoffkreislauf bei, so Geschäftsführer Dr. Jochen Zimmermann. Die PVC-Alt-Bodenbeläge aus Neuschwanstein werden in der 1991 errichteten Anlage zu Feinmahlgut verarbeitet. Bei Eignung lässt sich dieses dann problemlos bei der Produktion neuer PVC-Bauprodukte einsetzen. Die AgPR unterhält darüber hinaus ein bundesweites Netz von Annahmestellen. „Solider Schutz für den Fußboden seines Thronsaals unter Wahrung des attraktiven Erscheinungsbildes und der umweltfreundliche Umgang mit den ausrangierten Schutzböden - das hätte den naturverbundenen ‚Kini‘ bestimmt gefreut“, da ist sich Zimmermann sicher.

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