Renaissance für Terrazzo & Co

Möbelhaus bekam Boden aus geschliffenem Beton

Heidelberg Materials
Insgesamt lieferte das nahe gelegene Lieferwerk Großgründlach der TBG Transportbeton Franken über 35.000 m³ Transportbeton an das Bauvorhaben in Fürth. Foto: HeidelbergCement/Steffen Fuchs

FRANKEN (ABZ). - Edle Flure und Foyers aus geschliffenem Beton werden als haltbare Bodenflächen immer häufiger anderen Belägen vorgezogen. Denn individuell gestaltbare Betonböden bieten in Museen, Theatern aber auch in modernen Einrichtungshäusern eine dauerhafte und ästhetisch überzeugende Lösung für große Flächen.In einem Möbelhaus unterstreichen geschliffene Betonböden nicht nur die exquisite Auswahl des Warenangebots. Sie sichern durch ihre Unverwüstlichkeit auch eine anhaltend schöne Optik, selbst bei starkem Publikumsverkehr. Auch im modernsten Einrichtungshaus Frankens wandeln Kunden auf der Suche nach Möbeln auf geschliffenem Beton durch die weiten Ausstellungshallen. Fast schade, dass ihre Aufmerksamkeit weniger dem Boden als dem Mobiliar gilt, das, in schickem Ambiente aufgestellt, die mögliche Wandlung der eigenen vier Wände erahnen lässt. Die eleganten grauen Wege, auf denen die Körnung des Betons sichtbar ist, führen zwischen den unterschiedlich gestalteten Wohnwelten entlang.Der Betonboden wurde hier nur in ausgewählten Bereichen geschliffen, er erstreckt sich aber über die gesamte Bodenfläche. So ist bei Bedarf auch ein Schliff weiterer Abschnitte später an jeder anderen Stelle möglich. Im Vorfeld wurde mit dem Bauherrn die besondere Anmutung des Design-Bodens abgestimmt.Gewünscht war ein eleganter, grauer Boden mit sichtbaren Donaukieseln. Geschäftsführer Hans Zeitler vom Zentrallabor der Betotech Nabburg entwickelte gemeinsam mit der TBG Franken, einer Beteiligung der Heidelberger Beton GmbH, die Rezeptur des Terrazzo mit einer Sieblinie mit grobem Korn, dessen Anmutung in geschliffenem Zustand anhand großer Musterplatten vereinbart wurde. "Er sieht toll aus", beurteilt Edda Metz, Geschäftsführerin der Krieger Projektentwicklungs- und Bau GmbH, die für die Ansiedelung des Unternehmens Höffner in Fürth verantwortlich war. Um eine derart homogene Oberfläche und die gleichmäßige Verteilung der durch den Schliff sichtbaren Kieselsteine im Boden zu erreichen, ist von allen Beteiligten höchste Aufmerksamkeitgefordert. Das fängt bei der Rezeptur und der Güte der einzelnen Bestandteile an, reicht über die Produktion des Betons, seinen Transport, das Pumpen, bis hin zum Schliff. Nur so lässt sich eine hochwertige Fläche sicherstellen, die zumal in dieser Größenordnung eine bestimmte, aufwendige Logistik und Qualitätsüberwachung der gesamten Lieferkette und des Einbaus erfordert. Grundvoraussetzung ist, dass verlässliche Partner vor Ort sind, die über den gesamten Einbauzeitraum ohne Zeitverzug Grundmaterialien liefern, produzieren, transportieren und einbauen."Wir haben mit der Konsistenz F4 erreicht, dass sich das Ausbreitmaß während der Anlieferung immer zwischen 530 und 550 mm belief", erläuterte Betonspezialist Zeitler. "Außerdem unterstützt das Fließmittel genau die geplante Konsistenz. Es stabilisiert den Beton." Das war wichtig, denn bei einer zu trägen Masse verteilt sich das Gestein nicht gleichmäßig, im Gegenzug, mit zu viel Feuchtigkeit, könnten die Kieselsteine absacken und so ein homogenes Bild der Oberfläche verhindern.Die Terrazzo-Rezeptur des Betons ist also das A und O. Doch auch die gesamte Lieferkette unterliegt besonderen Anforderungen, um die gewünschte Qualität zu erreichen. Bei einem Jour fixe im Vorfeld sind alle Beteiligten auf diese Abläufe und Qualitätsvorgaben eingeschworen worden. "Da braucht man verlässliche Partner, man muss sich auf alle absolut verlassen können", meint Martin Sczeponik von der TBG Franken. So war zunächst erforderlich, dass der Donaukies sauber gewaschen war und keine Fremdpartikel aufwies. Die Produktion des Betons erfolgte nachts, da gewährleistet werden musste, dass die Mischanlagen ausschließlich für diese Produktion liefen. Auch die Fahrer mussten ihre Transportbetonmischer vor jeder Fuhre besonders gründlich reinigen.Das Unternehmen Klebl, das den Rohbau ausführte, musste den Beton von der Heidelberger Beton GmbH, Bereich Betonpumpendienst Südost, teilweise über 50 m Entfernung pumpen lassen. Dabei wurde penibel darauf geachtet, dass die jeweiligen, bis zu 1000 m² großen Abschnitte stets frisch in frisch ausgeführt wurden, so dass später nirgends optische Unterschiede zu befürchten waren. Um jegliche Unterbrechung während des gesamten Einbaus der 25 cm dicken Bodenplatte – die von den Rohbauern vor dem späteren Schleifen mit Flügelglättern abgezogen wurde – zu vermeiden, stand auch eine Ersatzpumpe zur Verfügung.

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