Akzentuierte Eingangssituation

Klinikum Ludwigsburg bekommt neue architektonisch wertvolle "Visitenkarte"

Architektur
Eine metallische Fassade kennzeichnet die beiden Obergeschosse, während im unteren Bereich eine Putzfassade zum Einsatz kam.

Ludwigsburg (ABZ). – Im Frauen-Kind-Zentrum des Klinikums Ludwigsburg wurde der Betrieb aufgenommen. Der neue Gebäudekomplex, der vor allem durch seine auffällige Architektur besticht, dient dazu, werdende Mütter und ihre Neugeborenen zu versorgen. So sind in dem Neubau die Klinik für Frauenheilkunde und die Geburtshilfe sowie das Perinatalzentrum Level 1 untergebracht. pbr erbrachte für den äußerst modernen Neubau die Architekturplanung. Das neue Frauen-Kind-Zentrum ist auf einem innerstädtischen, sehr beengten Grundstück des Klinikums Ludwigsburg entstanden. Die exponierte Lage des Baufelds direkt an der Zufahrt zum Haupteingang des Klinikums legte nahe, diesen und damit die Ecke Posilipostraße/ Harteneckstraße zu betonen und so für eine Umlenkung des Besucherstroms in die Posilipostraße zu sorgen. Eine besondere Herausforderung stellte vor allem die Integration der bestehenden Tiefgarage in die Planung dar. Durch erforderliche Rampen und Treppenanlagen sowie durch die vorhandene Tragstruktur ergaben sich wesentliche Einschränkungen in der Planung. Dennoch ist es den Architekten von pbr trotz aller Vorgaben gelungen, den neuen Baukörper barrierefrei an die bestehende Kinderklinik anzubinden und dem Klinikum Ludwigs-burg zu einer neuen unverwechselbaren Identität zu verhelfen.

Mit seiner ovalen Bauform erhält das Zentrum, in dessen Umgebung sich eine Parkanlage und Gebäude mit Anleihen aus dem sozialistischen Klassizismus befinden, die notwendige Eigenständigkeit. Als neue Visitenkarte akzentuiert das Mutter-Kind-Zentrum die Zugangssituation zum Klinikum. So wurde die Fassade des Sockelgeschosses und Erdgeschosses in den öffentlichen Bereichen mit einer Pfosten-Riegel-Fassade offen und transparent gestaltet, während die Funktionsräume, von der Öffentlichkeit abgeschirmt, eine Bandfassade erhielten.

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Architektur
Der Neubau wurde an die bestehende Kinderklinik angebunden. Fotos: Dietmar Strauß

Im ersten und zweiten Obergeschoss kam eine metallische Fassadengestaltung als zweischalige, hinterlüftete Fassadenkonstruktion mit rhythmisierenden Lochfenstern zum Einsatz. Die für die Lüftungstechnik notwendige Technikzentrale wurde im Dachgeschoss als Stahlleicht-Konstruktion in einer Aluminiumverkleidung ausgeführt.

Neben einem Höchstmaß an Funktionalität für die Mitarbeiter, bietet der Neubau größtmögliche Aufenthaltsqualität für Besucher und Patienten. So erreichen diese das Frauen-Kind-Zentrum über den an der Posilipostraße gelegenen Eingangsbereich, der Blickbezüge in den Patientengarten ermöglicht. Auf der Eingangsebene befinden sich die gynäkologische Ambulanz mit klinischen Arztdienst- und Untersuchungsräumen sowie die Entbindung mit vier Kreissälen und einem Sectio-OP. Direkt darunter beherbergt das Gartengeschoss die Neonatologie mit 15 ITS- und 18 IMC-Betten.

Die Pflegestationen sind in dem ovalen, über dem Erdgeschoss auskragenden, zweigeschossigen Baukörper angeordnet. Hier befinden sich die Pflegestationen der Wöchnerinnen im 1. Obergeschoss und der Gynäkologie im zweiten Obergeschoss mit insgesamt acht Betten. Diese wurden als Regelleistungs- und Wahlleistungszimmer ausgestaltet.

Der ovalen Bauform geschuldet, die eine interessante Flurgestaltung mit Außen- und Innenbezügen ermöglichte, sind unterschiedliche Zimmergrößen und –zuschnitte entstanden. Diese erlauben nicht nur verschiedene Bettaufstellungen, sondern auch die Einrichtung großzügiger Sitz- und Aufenthaltsbereiche in den Zimmern. Der Stationsflur liegt teilweise direkt am Innenhof, über welchen der Kernbereich des Krankenhauses natürlich belichtet wird. Er dient der Orientierung und bietet attraktive Spazierwege für Mütter. Ein offener Aufenthaltsraum mit großzügiger Terrasse auf der Südseite der Pflegestation lädt zusätzlich zum Verweilen ein.In den Patientenzimmern tragen eine hochwertige Möblierung sowie angenehme Lichtverhältnisse dem Wohlfühlbedürfnis der Patienten Rechnung. Die Posilipostraße wurde als Vorplatz in Form eines Campus weitgehend autofrei für Patienten und Besucher als Aufenthaltsfläche und Freisitz gestaltet und lädt zum Verweilen ein. Auf der Südseite ist ein direkter Ausgang von der Kinderklinik und vom Mutter-Kind-Zentrum in den Patientengarten möglich.

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