Altersresidenz mit 37 Wohneinheiten

Hohe Wohnbehaglichkeit für Senioren nachhaltig umgesetzt

Gottfriedingerschwaige (ABZ). - Angesichts der stark steigenden Zahl von Senioren in unserer Gesellschaft ist altersgerechter Wohnungsbau mehr denn je gefordert. Eine im Spätsommer 2021 fertiggestellte Seniorenwohnanlage in der niederbayerischen Ortschaft Gottfriedingerschwaige, rund 25 km östlich von Landshut gelegen, setzt die speziellen Ansprüche dieser Altersgruppe sowohl in der Gebäudekonzeption als auch durch die verwendeten Wandbaustoffe um.
Leipfinger-Bader Mauerwerksbau
Die neue "Isar-Residenz" in Gottfriedingerschwaige bietet ihren Nutzern die Möglichkeit des selbstbestimmten Wohnens mit zahlreichen sozialen Kontakten. Die barrierefrei zugänglichen Wohnungen lassen sich individuell einrichten und werden dabei den unterschiedlichen Anforderungen der Bewohner gerecht. Bei der Errichtung des Außenmauerwerks der Senioren-Residenz wurden holzfasergefüllte "Unipor WS08 Silvacor"-Mauerziegel des regionalen Herstellers Leipfinger-Bader verwendet. Der massive und besonders nachhaltige Baustoff stellt einen hohen Wärme- und Schallschutz sicher. Abb.: Planwerk TM

Am nordöstlichen Rand des idyllisch in das Isartal eingebetteten Dorfes Gottfriedingerschwaige bot sich für den Bauträger, der h2 Projekt GmbH, ein für ihr Vorhaben ideal geeignetes Gelände. Die Senioren-Residenz, wegen ihrer Lage auch "Isar-Residenz" genannt, war dabei nur ein Teil der geplanten Bebauung. Das Gesamtprojekt umfasste noch zwei in direkter Nachbarschaft parallel errichtete dreistöckige Mehrfamilienwohnhäuser mit insgesamt 24 unterschiedlich großen Eigentumswohnungen (43 bis 104 m²).

"Wir wollten damit für Jung und Alt besonders umweltgerecht ein breites Spektrum an dauerhaft hochwertigen Wohnmöglichkeiten schaffen", betont Mitgeschäftsführer und Entwurfsverfasser Markus Tippelt. "Die Seniorenresidenz war dabei angesichts des speziellen Nutzungskonzepts schon eine planerische Herausforderung. Neben dem Aspekt des Wohnens mit vielen sozialen Kontaktmöglichkeiten sollte vor allem eine von Senioren oft gewünschte, individuell auf ihre Bedürfnisse angepasste Betreuung ermöglicht werden."

Diese Wunschvorstellungen setzte der Bauingenieur nach dem Firmenmotto "Hochwertig und nachhaltig bauen" beim Gebäudeentwurf sehr gelungen um. Die im Erd- und ersten Obergeschoss angeordneten, 24 absolut barrierefrei zugänglichen Ein-Zimmer-Appartements (rd. 38 m²) sind dabei durch gemeinschaftlich genutzte Aufenthaltsräume als zwei Senioren-Wohngemeinschaften konzipiert.

Weitere Sozialräume befinden sich zusammen mit der großzügig dimensionierten Wohnküche in einem rechtwinklig zum Hauptgebäude abknickenden Gebäudekopf. Ihm schließt sich im Erdgeschoss zudem eine überdachte Terrasse an. Er dient den Bewohnern im ersten Obergeschoss zugleich als Dachterrasse.

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Leipfinger-Bader Mauerwerksbau
Die neue "Isar-Residenz" in Gottfriedingerschwaige bietet ihren Nutzern die Möglichkeit des selbstbestimmten Wohnens mit zahlreichen sozialen Kontakten. Das massive Silvacor-Mauerwerk bietet zudem viele bauphysikalische Vorteile. Foto: Planwerk TM

Das zweite Obergeschoss ist für Jung und Alt gedacht und weist 13 teilweise unterschiedlich große Appartements auf. Trotz der vielen Gemeinschaftsräume wird auf eine hohe Eigenständigkeit aller Bewohner Wert gelegt. So kann jedes zu erwerbende oder zu mietende Appartement individuell eingerichtet werden und verfügt prophylaktisch über die für eine Kleinküche benötigten Anschlüsse.

Nachhaltig und wirtschaftlich hochwärmedämmend: Das waren bei der Auswahl des Außenwandbaustoffes die ausschlaggebenden Kriterien. Die Gebäudehülle sollte ohne Zusatzdämmung den Vorgaben eines förderungsfähigen KfW-40-Energieeffizienzhauses entsprechen und umweltgerecht zu einer Minimierung der Betriebskosten beitragen. "Deshalb haben wir uns bei der Festlegung der Außenwandkonstruktion gezielt für einen energieeffizienten und ökonomisch zu verarbeitenden Naturbaustoff entschieden, der den unterschiedlichen Anforderungen besonders umweltschonend gerecht wird", erklärt Tippelt. Die Auswahl des Unipor WS08 Silvacor-Ziegels (Zulassung Z-17.1-1191) war sozusagen das Tüpfelchen auf dem "i". Der mit nachwachsenden Tannenholzfasern gefüllte Silvacor-Ziegel genügte nicht nur den strengen ökologischen Vorgaben, sondern überzeugte auch durch seine bauphysikalischen Qualitäten. Dank einer Wärmeleitfähigkeit von 0,08 W/mK garantierte das mit Innen- und Außenputz versehene, 49 Zentimeter dicke Mauerwerk ein selbst für Passivhäuser schon geeigneten niedrigen Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,15 W/m²K.

Ein weiterer ökologischer Pluspunkt ist auch die regionale Herkunft des Mauerwerks: Die gefüllten Silvacor-Mauerziegel werden von der Firmengruppe Leipfinger-Bader am Standort Puttenhausen, nur eine gute halbe Autostunde von Gottfrieding entfernt, hergestellt.

Senioren reagieren sehr sensibel auf Lärm. Darum galt es von der Gebäudehülle aber insbesondere im Gebäudeinneren einen ausreichend hohen Schallschutz zu gewährleisten. Die Kombination aus hoher Tragfähigkeit (Druckspannung 3,4 MN/m²) und hohem Schallschutz (Schalldämm-Maß 48,7 dB) stellte – aufgrund der drei Vollgeschosse und dem Ruhebedürfnis der zukünftigen Nutzer – deshalb ein weiteres Pro-Argument für den Silvacor-Ziegel dar, teilt der Hersteller mit.

Dem Schalldämm-Maß der Wohnungstrenn- und Flurwände galt ein besonderes Augenmerk. Hier konnte die Firmengruppe Leipfinger-Bader mit dem Unipor-USZ-Schalungs-Planziegel (Zulassung Z15.2-127) ebenfalls eine maßgeschneiderte Lösung zur Verfügung stellen. Mit 24 cm Mauerwerksdicke und einem bewerteten Schalldämm-Maß Rw von 61 dB Dezibel garantierten die mit Beton (C12/15) gefüllten Mauersteine den Bewohnern ein vom Lärm des Nachbarn unbeeinträchtigtes, ruhiges Wohnen.

Leipfinger-Bader Mauerwerksbau
Bei der Errichtung des Außenmauerwerks der Senioren-Residenz wurden holzfasergefüllte "Unipor WS08 Silvacor"-Mauerziegel des regionalen Herstellers Leipfinger-Bader verwendet. Der massive und besonders nachhaltige Baustoff stellt einen hohen Wärme- und Schallschutz sicher. Foto: Leipfinger-Bader

Der Schallschutz im Gebäudeinneren hängt zudem – aufgrund der Bedeutung der Schalllängsleitung über flankierende Bauteile – wesentlich von der Einbindung von Decken und Trennwänden in die Außenwand ab. Die Schalldämmung der Anschlüsse ist nach der überarbeiteten DIN 4109 im Schallschutznachweis gesondert zu berücksichtigen. Ein hohes Stoßstellendämm-Maß musste deshalb durch eine erzielte hohe Steifigkeit des Trennwandanschlusses gewährleistet werden. Statt eines Stumpfstoßes wurden dafür die Trennwände in einer Tiefe von 24 cm verzahnend in das Außenmauerwerk eingebunden. "Beim detaillierten Nachweis des Schallschutzes gab uns auch Leipfinger-Bader hilfreiche rechnerische Unterstützung", so Tippelt.

Die Erstellung des Mauerwerks erfolgte entsprechend den Zulassungsbestimmungen des Silvacor-Ziegels mit deckelndem Dünnbettmörtel. Durch die Verlegung nach dem von der Unipor-Gruppe propagierten Mauertec-Systems konnte eine zügige, mörteleinsparende Mauerwerksausführung sichergestellt werden. Das besonders stabile und relativ fugenfreie Außenmauermauerwerk bot zudem einen leicht zu verputzenden Untergrund. Trotz der Füllung konnte der Ziegel wie ein herkömmlicher Planziegel problemlos zugeschnitten und angebohrt werden. Ein weiteres wichtiges Systemelement stellten außerdem die von Leipfinger-Bader hergestellten und gelieferten Leichtbau-Rolladen- und Raffstorekästen dar. Diese gewährleisteten nicht nur hervorragenden Wärme- und Schallschutz (Rw = 48 dB), sondern erlaubten durch ihre Passgenauigkeit und einfache Verarbeitbarkeit auch einen raschen Baufortschritt.

Dass es sich bei der Seniorenresidenz und den zwei angrenzenden Mehrfamilienwohnhäusern um ein gemeinsames Projekt handelt, zeigt sich nach ihrer Fertigstellung deutlich in der sehr ähnlichen Gestaltung. Das Gebäudeensemble mit seinen flach geneigten Walmdächern (Neigungswinkel 15 °) wirkt dabei auf den Betrachter trotz der modernen Architektur naturnah, wozu auch die hölzernen Sichtschutzelemente im Bereich der Terrassen beziehungsweise Balkone beitragen. Statt in einer Tiefgarage wie bei den Mehrfamilienwohnblöcken sind die 26 Pkw-Stellplätze der Seniorenresidenz um das Gebäude herum angeordnet. Auch an mögliche Freizeitaktivitäten, wie das bei Senioren immer beliebter werdende Radfahren, ist mit dem Anbau eines "Fahrradschuppens" gedacht.

Durch die Nähe zur Anschlussstelle der Bundesautobahn A 92 ist trotz der idyllischen Lage eine zügige Verkehrsanbindung an die Landeshauptstadt München sichergestellt. Tippelt zeigt sich gemeinsam mit dem zukünftigen Betreiber der Isar-Residenz, der Prolivo GmbH (Fulda), vom Erfolg des generationenübergreifenden Wohnanlagenkonzepts überzeugt: "Durch den Mix aus Familien und Ein- beziehungsweise Zweipersonenhaushalten mit Bewohnern aller Altersstufen und den vielen gemeinschaftlich ausübbaren Aktivitäten ergibt sich sicherlich schnell ein lebendiges Miteinander."

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