Ausbruchmaterial wird aufbereitet

Brecher unterstützen im Brenner Basistunnel

Steinbach/Österreich (ABZ). – Im Brenner Basistunnel (BBT) werden zwei Backenbrechanlagen und eine Aufgabeeinheit des Schweizer Herstellers Gipo eingesetzt.
GIPO Tunnelbau
Am Fußpunkt des 4 km langen Zugangsstollens zum größten Baulos des Brenner Basistunnels sind zwei neue raupenmobile Backenbrechanlagen mit Plattenband-Aufgabe und separater Vorsiebmaschine Typ GipoBAC B 1185 PB-FDR und Typ GipoBAC B 1385 PB-FDR im Einsatz. Die Brechanlagen sind mit Plattenband-Aufgabe und separater Vorsiebmaschine ausgestattet und werden durch eine kufenmobile Aufgabeeinheit ergänzt. Foto: Gipo

Die beiden neuen raupenmobilen Backenbrechanlagen mit Plattenband-Aufgabe und separater Vorsiebmaschine Typ GipoBAC B 1185 PB-FDR und Typ GipoBAC B 1385 PB-FDR und eine kufenmobile Aufgabeeinheit werden am Fuße des 4 km langen Zugangsstollens Steinbach/Wolf eingesetzt. Eine weitere raupenmobile Backenbrechanlage vom Typ GipoBAC B 1185 PB-FDR steht für spezielle Aufgaben bereit. Diese Brechanlagen sind eingebunden in das Baulos H51 Pfons – Brenner. Dieses ist das größte Tunnelprojekt in der Geschichte Österreichs. In diesem Bauabschnitt werden zwei Haupttunnelröhren des Brenner Basistunnels, ein 9 km langer Erkundungsstollen und die Nothalte- und Überleitstelle St. Jodok errichtet.

Dieses Schlüsselbaulos für den BBT führt die Arge H51 Pfons – Brenner mit den Baufirmen Porr Bau GmbH, G. Hinteregger & Söhne Baugesellschaft m.b.H., Società Italiana per Condotte d'Acqua S.p.A., Itinera S.p.A aus. Das Auftragsvolumen beträgt 966 Millionen Euro. Der Bau wird voraussichtlich sechs Jahre dauern. In dem Bauabschnitt werden die beiden Haupttunnelröhren durch Tunnelbohrmaschinen ausgebrochen, erläutern Christoph Esslinger, Bauleiter und Vortriebschef, und Thomas Stipschitz, Maschineningenieur, von der Arge H51 Pfons – Brenner.

Weitere Tunnelabschnitte werden im Sprengverfahren ausgeführt. Für die komplette Versorgung steht ein einziger Zugangsstollen mit einer Länge von 4 km und einem Gefälle von 10 % zur Verfügung. Dieser wird direkt von der Brenner-Autobahn her über den Bauinstallationsplatz in Steinach/Wolf erschlossen. Insgesamt werden in diesem Tunnelabschnitt rund 4 Millionen Kubikmeter Ausbruchmaterial anfallen. Gut ein Drittel davon kann als Zuschlagstoff für die Betonaufbereitung eingesetzt und damit wiederverwertet werden. Der Tunnelanschlag fand im Juli in der Kaverne der Nothaltestelle statt. Nun laufen die beiden Gipo-Brechanlagen und beschicken die 3,4 km langen Bandförderanlagen. Infolge des Tunnelvortriebs rund um die Uhr und der langen Anfahrtswege sind die Gipo-Brecher mit großen Vorbunkern und Zwischenbunkern ausgestattet.

Mit diesen Anlagentypen hatte Porr bereits auf zwei Tunnelbaustellen in Deutschland gute Erfahrungen gemacht, begründen Christoph Esslinger und Thomas Stipschitz von Porr die Wahl für die Maschinen. Auch die Betreuung und Servicebereitschaft von Gipo habe sie überzeugt. Die beiden Maschinenanlagen mit je einem Transportgewicht von rund 85 t sind im Mai direkt über die Brennerautobahn und den Zugangsstollen an den Einsatzort an der Tunnelangriffsstelle geliefert und betriebsbereit gemacht worden.

Die raupenmobilen Einschwingen-Backenbrechanlagen mit Plattenband-Aufgabe und separater Vorabsiebung vom Typ GipoBAC B 1185 PB-FDR und vom Typ GipoBAC B 1385 PB-FDR sind in sehr robuster Bauweise ausgeführt, erläutert der Hersteller.

Sie seien hartgesteinstauglich und hätten sich im anspruchsvollen Einsatz und auf Tunnelbaustellen bewährt. Die Anlagen bestehen aus Maschinenchassis, Aufgabetrichter, Aufgabe-Stahlplattenband, separater Vorsiebmaschine, Einschwingen-Backenbrecher, Brecheraustragsband und elektrischer Steuerung. Ein großzügig dimensionierter Aufgabetrichter dient als Materialpuffer. Er gewährt laut Gipo einen gleichmäßigen Materialfluss. Das robuste Aufgabe-Stahlplattenband fördere das Material kontinuierlich zur Vorsiebmaschine. Durch die separate Vorabsiebung würden Feinmaterial, plattiges Korn und Verunreinigungen ausgeschieden. Das erhöhe die Brechleistung und reduziere den Verschleiß.

Das feine und abgesiebte Material gelangt auf das Förderband des Brecheraustrags. Das Putzband, das unter dem Plattenband eingebaut ist, transportiert das feine und überschüssige, an den Bodenplatten haftende Material vom Plattenband. Dieses gelangt mit dem abgesiebten Material von der Vorsiebmaschine zusammen auf der Förderband Brecheraustrag. Dadurch wird der Boden unter dem Plattenband sauber gehalten. Das Materialflusskonzept vermeide es, den Materialstrom zu verengen, erläutert der Hersteller. Die Systembreiten der Förderelemente würden sich in Richtung des Materialflusses "öffnen".

Die Gipo AG hat langjährige Erfahrung auf dem Gebiet von Aufbereitungsanlagen, welche speziell für den Tunnelbau, die Industriebereiche Steine und Erde sowie für die Recyclingbranche hergestellt werden. Die Anlagen des Unternehmens seien zuverlässig, wirtschaftlich, robust, kompakt gebaut und langlebig, verspricht der Hersteller. Ihre Komponenten seien hochwertig, sie seien wartungsfreundlich konstruiert und könnten einfach bedient werden.

Der Brenner Basistunnel wird 64 km lang und damit die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt sein.

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