Beim Freivorbau unterstützen Schalungsexperten

Brücke für die nächsten 100 Jahre

Regau/Österreich (ABZ). – Die West Autobahn A 1 ist die wichtigste West-Ost-Verbindung im österreichischen Straßennetz.
Doka Baustellen
Der aktuelle Baufortschritt aus der Vogelperspektive. Foto: Gregor Hartl

Sie ist zwar die älteste Autobahn Österreichs, doch merkt man ihr das nicht an: Immer wieder werden Teilabschnitte ausgebaut oder erneuert – so wie derzeit die Aurachbrücke bei Regau in Oberösterreich, die mit 50 m Höhe die höchste Brücke der A 1 darstellt. Beim Freivorbau unterstützen die Schalungsexperten von Doka die ausführende Arge Habau/Porr.

Zu Spitzenzeiten donnern mehr als 50.000 Fahrzeuge pro Tag über die Aurachbrücke zwischen dem Attersee und dem Traunsee. Nach 60 Jahren Dienst muss die alte Stahlverbundbrücke nun komplett erneuert werden. Damit der Verkehr trotz Bautätigkeit ungestört das Aurachtal überqueren kann, wird zuerst parallel zur bestehenden Brücke ein neues Tragwerk errichtet. Ende 2023 soll der Verkehr vorübergehend darauf umgeleitet werden, während im Anschluss die neue Brücke entsteht, die auf deutlich höhere Belastungen ausgelegt ist – mit dem Ziel, eine funktionstüchtige und verlässliche Verkehrsverbindung für die nächsten 100 Jahre herzustellen. Ein gewaltiges Stück Arbeit für die bauausführende Arge Habau/Porr. Aufgrund der hohen Anforderungen und des straffen Bauzeitplans holte man sich Doka an Bord, deren Techniker viel Erfahrung und Know-how im Bereich Freivorbau mitbringen.

Hammerköpfe betoniert

Für die fünf Tragwerkpfeiler der Brücke in Seitenlage braucht es jeweils 30 Bohrpfähle mit einer Tiefe von über 30 m, wofür 2022 das größte Drehbohrgerät Österreichs mit 180 t Einsatzgewicht im Einsatz war. Im Herbst erfolgte dann die Betonage der fünf Fundamente, auf denen im Anschluss die tonnenschweren, bis zu 40 m hohen Pfeiler mithilfe der Rahmenschalung Framax Xlife sowie der MF240 Kletterschalung von Doka errichtet wurden.

Darauf wurden dann die so genannten Hammerköpfe betoniert, die als jeweilige Startpunkte für das Freivorbauverfahren dienen. "Herausfordernd dabei war die geringe Länge der Hammerköpfe, so dass die beiden Freivorbauwägen nicht nacheinander beziehungsweise nebeneinander platziert werden konnten", erklärt Markus Stastny, Technischer Leiter bei Doka Österreich. Als Antwort hatte sein Team die so genannte "Gabellösung" parat. "Dadurch können die Wagen einerseits platzsparend ineinander gestellt werden, andererseits sind während dem via DokaCAD for Revit geplanten Freivorbau so wenige Umbauarbeiten wie möglich erforderlich", so Stastny.

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Auch im Dunkeln wurde an der Schalung gearbeitet. Foto: Doka

Im März 2023 startete die Herstellung des Tragwerks der Brücke in Seitenlage, ausgehend von den Hammerköpfen symmetrisch in 5-Meter-Abschnitten. Die enge Abstimmung zwischen Traggerüst und Schalung, der hohe Sicherheitsstandard und die optimierte Ergonomie sorgten für einen zügigen und sicheren Baufortschritt. So können an die frei auskragenden Enden der Hammerköpfe jeweils parallel die folgenden Bauabschnitte angefügt werden.

Sobald die Zwischenabschnitte der Brücke in Seitenlage fertiggestellt und die Fahrbahnen asphaltiert sind, wird der gesamte Verkehr Ende 2023 jeweils zweispurig auf diese umgeleitet, damit der eigentliche Neubau der Aurachbrücke beginnen kann. Dabei werden zuerst die beiden alten Tragwerke inklusive Fahrbahn sowie die dazugehörigen Pfeiler abgetragen. Im Anschluss werden je Richtungsfahrbahn eigene Pfeiler errichtet und das Tragwerk inklusive Fahrbahn in Richtung Wien fertiggestellt. Dann steht die eigentliche Meisterleistung an, die Millimeterarbeit erfordert: Das Tragwerk in Richtung Salzburg mit einem Gewicht von etwa 15.000 t wird mittels Querverschubverfahren von der Brücke in Seitenlage auf die neuen Pfeiler verschoben, bevor die temporären Pfeiler der Brücke in Seitenlage anschließend wieder abgetragen werden.

Re- und Upcycling

Um dem straffen Bauzeitplan Rechnung zu tragen, ist im Rahmen des Freivorbaus das Betonmonitoring-System Concremote von Doka im Einsatz. Die Sensoren liefern zuverlässige Daten über die Betonfestigkeit, wodurch eine sichere Vorspannung der Spannstahllitzen ermöglicht wird.

Aufgrund der hohen Anforderungen der Baustelle wurde für die Arge Habau/Porr außerdem eine neue Berichtsfunktion umgesetzt, die eine detaillierte Aufzeichnung der Messwerte in allen Betonierabschnitten ermöglicht – signifikante Zeitersparnis bei der Dokumentation inklusive.

Das Projekt ist zudem ein gutes Beispiel für Re- und Upcycling, wie die Beteiligten betonen. Nahezu das gesamte abgetragene Material der alten sowie der temporären Unterbauten wird dabei wiederverwertet: Der Beton wird zerkleinert, aufbereitet und wieder als Recyclingbaustoff verwendet.

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