Format WerkH für Handwerkerinnen

Netzwerk für Frauen im Handwerk erfolgreich initiiert

Frankfurt am Main (ABZ). – Handwerk ist auch Frauensache – darüber muss man heutzutage nicht mehr diskutieren. Aber auch wenn das Handwerk deutlich weiblicher geworden ist, bleiben Frauen in den Gremien des Handwerks unterrepräsentiert.
Ausbildung und Beruf
Friseurmeisterin und Coach Sonja Süssmann, Betriebsinhaberin Dr. Viktoria Krastel und Kammerpräsidentin Susanne Haus (v. l.) gründeten das Netzwerk für Frauen im Handwerk. Foto: Handwerkskammer FRM

Die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main setzt hier an und sorgt mit dem neuen Netzwerk-Format WerkH dafür, dass Frauen im Handwerk einen Ort zum Austausch finden und nutzen können. Mit der zweiten Veranstaltung wurde das Netzwerk nun erfolgreich im Rhein-Main-Gebiet etabliert.

WerkH ist ein Zukunftsprojekt der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, welches 2022 gegründet wurde. Das regionale Netzwerk richtet sich mit spezifischen Angeboten an Frauen im Handwerk. Es soll Wissen vermitteln, konkrete Mehrwerte schaffen und engagierte Handwerkerinnen dabei unterstützen, ihre Potenziale voll zu entfalten. Denn: Frauen sind im Handwerk vertreten und prägen die handwerklichen Berufsbilder durch ihr tägliches Engagement mit. In den relevanten Gremien des Handwerks sind Frauen jedoch noch unterrepräsentiert.

Den Ist-Zustand ändern

Susanne Haus, Dr. Viktoria Krastel und Sonja Süssmann möchten diesen Ist-Zustand aktiv ändern. Schließlich beweisen die drei Frauen selbst, dass Geschlecht und Fachkompetenz auch im Handwerk in keinerlei kausalem Zusammenhang stehen: Haus als Malermeisterin mit eigenem Betrieb, Restauratorin und Präsidentin der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, Dr. Krastel als Geschäftsführerin des Sanitärbetriebs Ernst Krastel GmbH und Trägerin des Hessischen Gründerpreises 2022 in der Kategorie "Zukunftsfähige Nachfolge" sowie Süssmann als Friseurmeisterin, erfolgreiche Geschäftsinhaberin sowie Coach für Frauen im Handwerk. Die drei Geschäftsfrauen haben sich ihren Weg im Handwerk jeweils erfolgreich erarbeitet und möchten dieses Wissen nun sinnstiftend im von ihnen gegründeten Frauen-Netzwerk WerkH einsetzen, um andere Handwerkerinnen auf ihrem Karriereweg zu ermutigen.

"Kompetenz kennt kein Geschlecht – und doch sind Handwerkerinnen mit ihren spezifischen Fragestellungen in den Gremien der Branche nach wie vor unterrepräsentiert", erklärt Kammerpräsidentin Susanne Haus. "Dem möchten wir mit einem regionalen Frauen-Netzwerk aktiv etwas entgegensetzen. Denn: keine Handwerkerin ist im Rhein-Main-Gebiet allein – das sie umgebende Netzwerk gleichgesinnter Kolleginnen mit ähnlichen Herausforderungen und Problemstellungen muss man nur sichtbar machen."

Tatsächlich war es auch die Präsidentschaft von Susanne Haus, die den Startschuss für WerkH gab. Mitgründerin Dr. Viktoria Krastel las Ende 2020 von Haus' Amtsantritt in den Medien und erinnert sich: "Ich dachte: 'Wahnsinn, eine Frau als Präsidentin der Handwerkskammer, da muss ich mal Kontakt knüpfen' – und so kam das Ganze ins Rollen." Gemeinsam mit Sonja Süssmann kam die Idee auf den Weg. So fand im Oktober 2022 die Auftaktveranstaltung zu WerkH in der Frankfurter Villa Bonn statt. Rund 80 Handwerkerinnen aus dem Kammergebiet erschienen und hörten dem Impulsvortrag der Wirtschaftswissenschaftlerin Dr. Elke Eller zu, die zu Digitalisierung und flexiblem Arbeiten referierte. Im Anschluss wurden Probleme im Arbeitsalltag der Handwerkerinnen gesammelt und besprochen. "Bereits hier wurde deutlich, dass sich die Herausforderungen der Handwerkerinnen in vielen Bereichen ähneln", erläutert Dr. Krastel. "Für viele Teilnehmerinnen war dies ein echtes 'Aha-Erlebnis', dem sich automatisch ein vertrauensvoller Best Practice-Austausch untereinander anschloss. Damit wurde der gewünschte Netzwerk-Gedanke von WerkH bereits beim Start gelebt."

Frauen-Netzwerk wird weiter verfolgt

Demnach stand es nach der ersten Ausgabe für Haus, Dr. Krastel und Süssmann außer Frage, ob das Frauen-Netzwerk weiterverfolgt werden soll oder nicht. Dem Aufruf zu "WerkH – Ausgabe #2" im März 2023 folgten diesmal rund 70 Handwerkerinnen aus dem Kammergebiet. Zum Leitthema "Moderner Dreiklang: Personal – Digitalisierung – Nachhaltigkeit. Erfolgsstrategien für Frauen im Handwerk" wurden Mitte März in Rüsselsheim in Workshops die Herausforderungen von Handwerkerinnen erarbeitet. Dabei standen Betriebsberater der Handwerkskammer unterstützend zur Seite. Die erarbeiteten Themen wurden anschließend im Plenum via Voting in eine Rangfolge gebracht – die meistgewählten Themen bestimmen die Agenda von "WerkH – Ausgabe #3". "Dass zur zweiten Ausgabe von WerkH erneut so viele Handwerkerinnen erschienen sind, freut uns sehr", resümiert Süssmann. "Schließlich zeigt es uns, dass wir damit einen Nerv getroffen haben müssen und dass Handwerkerinnen im Rhein-Main-Gebiet scheinbar auf ein Fach-Netzwerk nur für Frauen gewartet haben." Die dritte Netzwerk-Veranstaltung im Rahmen von WerkH wird am 8. November 2023 stattfinden.

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