Für das Forum St. Heribert

Gebäudehülle mit 50 Zentimeter Stärke umgesetzt

Hallerndorf-Pautzfeld/Köln (ABZ). – Mit dem neuen Forum St. Heribert in Köln-Deutz sollte den Verantwortlichen zufolge ein im Ausdruck ehrliches, authentisches, aber auch langlebiges Gebäude entstehen. Kastner Pichler Architekten setzten dafür die Gebäudehülle aus Liapor-Leichtbeton in 50 cm Stärke um. In Kombination mit den großen Verglasungen im Erdgeschoss sendet der bereits mehrfach ausgezeichnete Bau ein klares Signal des Willkommens, sind die Projektbeteiligten überzeugt.
Liapor Mauerwerksbau
Die Gebäudehülle aus Liapor-Leichtbeton verkörpert die gewünschte Ehrlichkeit und Authentizität des Gemeindezentrums heißt es seitens der Projektverantwortlichen. Foto: Lukas Roth

Als die Katholische Kirchengemeinde St. Heribert den Bau ihres neuen Gemeindehauses in Köln-Deutz beschloss, war klar: Es sollte eine generationenübergreifende Begegnungsstätte und Forum entstehen, die offen für Menschen aller Nationen und Religionen ist und Jugendgruppen ebenso willkommen heißt wie Seniorenkreise. Außerdem sollte die denkmalgeschützte Kirche wieder freigestellt werden. Den entsprechenden Wettbewerb gewannen Kastner Pichler Architekten aus Köln.

Sie konzipierten das neue Forum am Deutzer Dom ganz bewusst als einen Ort der Begegnung, der zum Dialog einlädt und dabei lebendiger Bestandteil und Auftakt der Deutzer Freiheit ist. Vor Ort zeigt sich das Gebäude als klar definierter, dreigeschossiger Quader. Über seine großen Fensterflächen wirkt das Objekt offen und transparent, vermittelt aber auch eine starke Präsenz und Eigenständigkeit direkt neben dem Deutzer Dom.

"Das neue Pfarrzentrum präsentiert sich einerseits durch seine solitäre Freistellung und durch seine Gestaltung selbstbewusst zur Deutzer Freiheit, gleichzeitig lässt es der Kirche Luft, die Kirche steht wieder frei. Der Raum dazwischen öffnet das Ensemble", erklärt Architekt Konstantin Pichler. "Andererseits zeigt der Neubau sich durch seine an die Kirche angeglichene Materialwahl und durch die Übernahme der relevanten Simshöhen der Kirche als Teil des Ensembles mit St. Heribert."

Besonderen Wert legte der Architekt darauf, mit dem neuen Gebäudezentrum ein besonders einfaches, schlichtes und aufrichtiges Gebäude zu erschaffen. "Der Leichtbeton eignet sich wunderbar dazu, um Authentizität und Ehrlichkeit auszudrücken. Der Baustoff versteckt nichts und verkleidet nichts, und in Verbindung mit den gläsernen Elementen sendet er hier ein klares Signal der Offenheit", betont Pichler. "Die monolithische Gebäudehülle aus Leichtbeton ist zudem langlebig und nachhaltig, ganz im Sinne des kirchlichen Gedankens von der Bewahrung der Schöpfung."

Der Architekt konnte auf seine Erfahrungen mit Liapor-Leichtbeton und der Errichtung kirchlicher Bauten zurückgreifen, denn er gestaltete damit auch das Haus der Stille in Meschede und zuletzt den Kirchenpavillon in Bonn. "Die Objekte bestätigen für mich, dass der Baustoff als Hilfe zur Kontemplation funktioniert", erklärt Pichler. Um hier eine farbliche Anpassung zwischen Neubau und benachbarter Kirche zu erreichen, wurde ein eingefärbter Liapor-Leichtbeton verwendet.

Nach der Erstellung zahlreicher Probewände führte die Lanzerath Holding GmbH in Grafschaft-Gelsdorf zwischen Dezember 2017 und Oktober 2018 die Rohbauarbeiten aus. Insgesamt kamen rund 200 m³ eines LC12/13 mit Liapor F3 4/8 mm und Liapor-Sand K 0/4 mm zum Einsatz mit einer Betontrockenrohdichte ≤ 1100 kg/m³.

Bei der Gebäudehülle zeigten sich nach dem Ausschalen eine nahezu durchgängige Fugenlosigkeit in der Optik sowie besonders scharf ausgebildete, klar konturierte Ecken und Kanten. Um ein optimales Sichtbeton-Ergebnis zu erzielen, wurden die Leichtbetonoberflächen durch die Strotmann & Partner GbR in Siegburg noch weiter veredelt. Dazu gehörte das Verschließen der Spannlöcher ebenso wie das Korrigieren von einigen lunkerartigen "Nestern". Final wurden noch sämtliche Außenflächen des Neubaus lasiert. Das Ergebnis ist ein perfekter Sichtbetonbau.

"Die einschalige, monolithische Bauweise ist absolut authentisch und transportiert einmal mehr den Gedanken der Ehrlichkeit und der Offenheit", resümiert der Fachmann. "Ohne den Liapor-Leichtbeton hätten wir das Gebäude so nicht bauen können."

Das neue Gemeindezentrum überzeugt dabei auch mit inneren Werten. So sind die Nutzer des Gebäudes begeistert von der besonderen Atmosphäre im Inneren: "Die große Masse des Leichtbetons wirkt temperaturausgleichend und hält im Winter die Wärme, im Sommer die Kühle im Haus. Daraus resultiert ein jederzeit ausgeglichenes, sehr angenehmes Innenraumklima", macht Pichler klar.

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