Glasfaserverbundwerkstoff statt Stahl

Lösung gegen Bewehrungskorrosion

Baden-Baden (ABZ). – Herkömmliche Betonstahlbewehrung korrodiert mit der Zeit aufgrund von eindringendem chloridhaltigen Tauwasser. Die Folgen sind Abplatzen des Betons, wodurch chloridhaltiges Tauwasser noch schneller an die Betonstahlbewehrung vordringen kann.
Schöck Korrosionsschutz Baustoffe
Combar ist Schöck zufolge nicht nur korrosionsresistent sondern auch wesentlich leichter als Stahl. Das Handling sei dadurch einfacher und für die Monteure weniger belastend. Foto: Schöck Bauteile

Fortschreitende Korrosion gefährdet zudem die Tragfähigkeit der Bewehrung. Die Instandsetzung von korrodierten Stahlbetonbauteilen ist zeitintensiv und teuer. Eine verlässliche und dauerhafte Lösung gegen Korrosion bietet Schöck mit Combar: Die Betonbewehrung aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) ist chemisch beständig und nicht rostend. Die Niederlassung Südbayern der Autobahn GmbH des Bundes setzte dieses Material vor Kurzem erstmals beim Bau eines Notgehwegs im Autobahntunnel Tutting ein.

In Tutting, einem Ortsteil der niederbayerischen Gemeinde Kirchham unweit von Passau, durchläuft die Autobahntrasse der Autobahn 94 einen Tunnel. Dieser wird in einer wasserundurchlässigen Konstruktion aus Beton erstellt. Der Tunnel ist etwa 450 m lang und mit zwei Notgehwegen – je Richtungsfahrbahn, jeweils beidseits der Fahrbahn – ausgestattet. Ende dieses Jahres soll der Tunnel in Betrieb gehen.

Für Betonbauer ist es ein bekanntes Problem: Bewehrungskorrosion. Bauteile, die mit konventionellem Betonstahl bewehrt sind, haben unter Chlorid-Einwirkung häufig eine begrenzte Dauerhaftigkeit. Grund hierfür ist unter anderem die für den Baustoff Stahlbeton typische Rissbildung. Bereits ab einer Rissbreite von etwa 0,1 mm kann tausalzhaltiges Wasser bis zum Bewehrungsstahl vordringen und ihn angreifen. Durch die einsetzende Korrosion entstehen Rostprodukte und die damit einhergehende Volumenvergrößerung kann bis zur Abplatzung des darüber liegenden Betons führen, wodurch das tausalzhaltige Wasser noch schneller zum Betonstahl vordringen kann.

Damit die Notgehwege eines Tunnels jederzeit sicher benutzt werden können, müssen sie regelmäßig auf Schäden kontrolliert werden. Die DIN 1076 schreibt alle drei Jahre eine Bauwerksprüfung vor, damit bei Bedarf rechtzeitig reagiert werden kann. Erfahrungsgemäß sind die Korrosionsschäden bei Notgehwegen mit herkömmlicher Bewehrung in der Regel nach 15 bis 30 Jahren so groß, dass das Bauteil abgebrochen und komplett erneuert werden muss. Die Instandsetzung ist jedoch zeit- und kostenintensiv.

Auf der Suche nach einer langlebigen und verlässlichen Lösung beschreitet die Niederlassung Südbayern der Autobahn GmbH des Bundes beim Tunnelneubau in Tutting nun neue Wege und setzt auf die Glasfaserverbundbewehrung Combar von Schöck. Auf einer Länge von rund 225 m wird der Notgehweg mit Combar ausgeführt. Der beschichtete Bewehrungsstab besteht aus längs ausgerichteten Glasfasern, die in einer Vinylesterharzmatrix eingebettet sind. Durch den hohen Glasfasergehalt von Combar und die lineare, parallele Anordnung der Fasern zeichnet sich Combar nicht nur durch eine dauerhaft hohe Festigkeit und Steifigkeit aus.

Die Glasfaserverbundbewehrung von Schöck ist zudem zuverlässig korrosionsbeständig, versichert der Hersteller. Auch Tausalze können sie nicht chemisch angreifen. Combar erreicht eine durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) geprüfte Lebensdauer von 100 Jahren in Beton.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Combar leichter ist als Stahl. Der Einbau der Bewehrung im Notgehweg im Tunnel Tutting verlief daher problemlos. Die gute Erfahrung mit dem Material bestätigte Johann Anetzberger, Oberbauleiter bei der ausführenden Mayerhofer Hoch-, Tief- und Ingenieurbau GmbH aus Simbach: "Die Bewehrungskörbe wurden fertig an die Baustelle geliefert. Wegen des geringen Gewichts von Combar im Vergleich zu Stahl ist das Handling für die Monteure viel einfacher und weniger belastend – und wir kommen schnell voran."

Die Verwendung von Combar als Bewehrung im Notgehweg ist Teil eines Pilotprojekts der Autobahn GmbH des Bundes. In einem Langzeittest möchte das Team herausfinden, welche Lebensdauer ein Notgehweg erreichen kann. Das Münchener Ingenieurbüro Schießl Gehlen Sodeikat betreut den Test und evaluiert ihn anschließend.

Dr. Angelika Schießl-Pecka, Expertin für Betonbau, erklärt: "Wir haben in der traditionellen normativen Bauweise in den letzten Jahren große Probleme mit der Bewehrungskorrosion. Die Bewehrung aus Glasfaserverbundwerkstoff wurde ausgewählt, da wir künftig keine Dauerhaftigkeitsprobleme mehr haben wollen."

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