Heidelberger Sand und Kies

Größte Photovoltaikanlage Bayerns im Bau

Dettelbach (ABZ). – Mit Photovoltaik-anlagen Strom zu erzeugen, ist eine der klimafreundlichsten und nachhaltigsten Methoden zur Bereitstellung von Energie. Im Vergleich zur konventionellen Stromerzeugung in Kraftwerken benötigt die Photovoltaik allerdings Raum und nicht jede Fläche eignet sich für die Energieerzeugung durch Solarmodule. Typischerweise werden vor allem Flächen verwendet, die anderweitig kaum nutzbar sind – wie zum Beispiel Dächer, Industriebrachen oder landwirtschaftliche Nutzflächen von niedriger Bodengüte.

Aber auch Baggerseen sind geeignet, um mittels auf dem Wasser schwimmender Solarmodule Strom zu erzeugen. Ein Beispiel ist hier die im Bau befindliche schwimmende Photovoltaikanlage auf dem Baggersee des Kieswerks in Dettelbach.

Projektiert wurde die Anlage im Auftrag der Heidelberger Sand und Kies GmbH von dem in Zeilitzheim ansässigen Projektpartner Climagy GmbH. Das Kieswerk kann mit dem umweltfreundlich gewonnenen Strom aus dem Baggersee fast komplett versorgt werden, teilt der Betreiber mit.

Die Anlage erzeugt pro Jahr in etwa 700.000 Kilowattstunden; Stromüberschüsse, wie sie zum Beispiel an Wochenenden entstehen, werden in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Die nachhaltige und klimaneutrale Versorgung mit selbst erzeugtem Strom aus dem Baggersee ist für das Werk Dettelbach optimal, denn viele der Maschinen, die für den Abbaubetrieb notwendig sind – wie beispielsweise die Förderbänder – werden mit Strom betrieben.

Für den auf dem See produzierten Strom konnte außerdem auf die vorhandene Leitungsinfrastruktur zurückgegriffen werden. Die Stromversorgung mittels Photovoltaik passt perfekt auf das Lastprofil des Werks, erklärt das Unternehmen.

Wenn im Sommer viel Strom erzeugt werde, würden auch die Anlagen meist unter Volllast laufen. Wenn es saisonal bedingt am Bau im Winter ruhiger werde, werde auch weniger Strom gebraucht. Aber auch das Tagesprofil passe, denn die Anlagen laufen nicht in der Nacht.

Das schwimmende Solarkraftwerk auf dem Baggersee spare darüber hinaus rund 280 Tonnen CO2 pro Jahr ein – das bedeute insgesamt 7000 Tonnen CO2-Einsparung für den angestrebten Betriebszeitraum von 25 Jahren.

Neben der CO2-Einsparung durch den umweltfreundlich erzeugten Strom entfalle in Dettelbach auch der sonst für eine Solaranlage notwendige Flächenverbrauch, denn es werden nur knapp 2 Prozent der 30 Hektar großen Seefläche für die Anlage benötigt. Das schwimmende Solarkraftwerk besteht aus 4000 Schwimmkörpern, die miteinander verschraubt wurden. Um die Anlage vor einem Abdriften zu schützen, ist sie mit Betonfundamenten im See verankert.

Insgesamt wurden für diese Fundamente rund 200 Tonnen Beton eingesetzt, produziert im eigenen Betonwerk vor Ort. Ein weiterer Aspekt ist der Naturschutz: Stehende Gewässer wie Baggerseen, die nur durch Grundwasserzulauf und nicht durch Bäche oder Flüsse reguliert werden, haben im Sommer ein Problem, denn durch die starke Sonneneinstrahlung erwärmt sich das Wasser, was zu einer starken Algenbildung führen kann. Die schwimmende Solaranlage verschattet den See, der sich dadurch im Sommer tendenziell weniger stark aufheizt.

Das Pilotprojekt in Dettelbach beweist, dass gewerbliche Nutzung und Klimaschutz gut zusammenpassen, so das Unternehmen abschließend.

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