Kommentar

Ausgestromt

von: Kai-Werner Fajga

Der Test von Autobahnen mit elektrischer Oberleitung endet im Dezember dieses Jahres im Norden und auch auf den übrigen Teststrecken der Republik sang- und klanglos. Die finanzielle Förderung laufe zum Ende des Jahres aus, die Strommasten sollen danach wieder von der Autobahn entfernt werden, informierte unter anderem das Schleswig-Holsteinische Verkehrs-ministerium jüngst.

Auch das Projekt "eWayBW" auf der B462im Süden des Landes endet zum Ende 2024, ebenso wie die Teststrecke in Hessen auf der A 5. Die baden-württembergische Teststrecke soll im kommenden Jahr als erste abgerissen werden. Laut einem Sprecher des Bundesverkehrsministeriums dienten die Tests zur Erprobung des dynamische Ladens von schweren Lastwagen unter realen Einsatzbedingungen und um zu er-fahren, ob die Technologie die Anforderungen moderner Logistikbetriebe erfüllt.

Wenn das geschehen sei, werde der Feld-versuch beendet. Schleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide (CDU) hatte zuvor noch eine Fortführung des Projektes im Norden gefordert, das Land böte sich als "Musterbeispiel für die Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs" an. Die bereits vor rund einem Jahr vorgestellten Zwischenergebnisse der TU Darmstadt klangen indes weniger euphorisch.

Forscher der Uni stellten 16 bis 21 Prozent weniger Treibhausgase für die gesamte Strecke fest. Bei stabilem Betrieb und hoher Auslastung seien höchstens 22 Prozent möglich. Zudem seien die Wartung der Fahrzeuge wie auch der Strecke sehr aufwendig. Eine andere Studie habe ergeben, dass wenn 4000 Kilometer Autobahn elektrifiziert sein würden, die Betriebskosten der Hybridlaster unter die von Diesellastern sinken könnten. Da die Zugmaschinen schwerer und technisch aufwendiger sind als herkömmliche Lkw, die Oberleitung teurer sei als die der Schiene und in Deutschland überwiegend Lkw aus dem Ausland verkehrten, landete das Projekt schon 2019/20 im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler.

Immerhin hatte der Testbetrieb keinen negativen Einfluss auf die Verkehrssicherheit. Die wesentliche Zielsetzung des Projekts war laut Verantwortlichen zu zeigen, dass die Technik funktioniert. Das Ziel wurde offensichtlich erreicht, die Rechnung dafür beträgt rund 191 Millionen Euro.

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Autor

Kai-Werner Fajga

Chefredakteur Allgemeine Bauzeitung

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