Lüneburg

Landkreis gibt Pläne für Elbbrücke nicht auf

Lüneburg (dpa). - Die Elbbrücke bei Darchau gilt als das größte und wichtigste Infrastrukturprojekt des Landkreises Lüneburg. Die umstrittene und teure Querung ist Thema im Landtag in Hannover.

Versprochen ist versprochen, sagen die Einwohner im Amt Neuhaus. Besonders die Pendler in Richtung Lüneburg - ob zur Schule oder Arbeit - sind auf die Elbfähre angewiesen, die Neu Darchau im Landkreis Lüchow-Dannenberg mit Darchau in der Gemeinde Amt Neuhaus im Landkreis Lüneburg verbindet. Bei Niedrigwasser oder Eisgang fällt sie manches Mal aus. Größere Umwege über die Brücken bei Dömitz und Lauenburg sind dann die Folge für die Anwohner und Anwohnerinnen. Deswegen treibt der Landkreis das Projekt Brücke weiter voran, auch wenn die Landesregierung angesichts der gestiegenen Kosten längst abgewinkt hat.

Die rot-grüne Regierung in Hannover will die Pläne für eine feste Querung aus dem Landesraumordnungsprogramm streichen und setzt auf ein besseres Fährkonzept. Die einst geplanten etwa 30 Millionen Euro haben sich über die Jahre auf mehr als 90 Millionen vervielfacht. Den Hauptanteil soll das Land tragen. So sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kürzlich bei einem Bürgerdialog in Lüneburg unmissverständlich: „Sorry, das ist bei geschätzt 95 Millionen Euro Baukosten im Moment nicht zu realisieren.”

Die umstrittene und teure Querung ist am Mittwoch Thema im Petitionsausschuss des Landtags. In einer Onlinepetition sprachen sich 6600 Bürger und Bürgerinnen für die Brücke aus, nun wird die Initiatorin Ina Niederhoff aus dem Amt Neuhaus angehört. Auch Bürgermeister Andreas Gehrke (CDU) macht sich auf den Weg. „Wir haben das Anliegen sehr stark unterstützt”, sagt er.

Auch der Landkreis Lüneburg kämpft weiter für die Elbbrücke und will den Menschen aus dem dünn besiedelten Amt Neuhaus, das früher zur DDR gehörte und 1993 wieder eingemeindet wurde, eine bessere Anbindung bieten. Der Planfeststellungsantrag wurde eingereicht, die Öffentlichkeitsbeteiligung soll im Sommer starten und die Unterlagen ausgelegt werden.

„Für die Menschen bei uns an der Elbe setzen wir so ein klares Signal: Wir nehmen ihre Bedürfnisse ernst und treiben den Brückenbau weiter voran”, sagt Landrat Jens Böther. Mit dem quasi Bauantrag sende man auch ein „kraftvolles Signal” zu diesem Projekt nach Hannover. „Wir wollen damit endlich gleichwertige Lebensverhältnisse schaffen, wie sie vor Jahrzehnten mit der Rückgliederung versprochen wurden”, bekräftigt der CDU-Politiker.

Auch die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg unterstützt das teure Projekt und verweist auf das Infrastrukturdefizit. Von der Elbbrücke würden insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen profitieren, weil diese das Zusammenwachsen der Region und das Erschließen neuer Märkte fördere.

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