Lausitzer Fachkonferenz 2022

Kurs halten bei Dekarbonisierung

Cottbus (ABZ). – Die durch den Krieg in der Ukraine verursachte Energie- und Rohstoffkrise stellt die deutsche Industrie laut dem Cluster Dekarbonisierung der Industrie (CDI) vor enorme Herausforderungen.
Fachtagungen und Kongresse
Andreas Findeisen (Leiter der Koordinierungsstelle des Clusters Dekarbonisierung der Industrie (CDI)) eröffnet die diesjährige Lausitzer Fachkonferenz. Foto: CDI

Umso mehr gilt für die energieintensiven Sektoren weiter ihren Kurs auf die Klimaneutralität zu halten. Für die industrielle Transformation braucht es mehr Tempo bei der Energiewende, mehr Kooperation und Dialog in der Akteurslandschaft und nicht zuletzt innovative Lösungen für CO2-arme Produktionsverfahren. Dies war die einvernehmliche Kernbotschaft der kürzlich vom CDI ausgerichteten Lausitzer Fachkonferenz.

Rund 370 teilnehmende Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik folgten der Einladung des CDI. Sie gingen digital sowie vor Ort in der Messe Cottbus (Brandenburg) der Frage nach, wie die industrielle Dekarbonisierung unter den politischen Rahmenbedingungen aktuell gelingen kann.

Zum Auftakt der Konferenz sprach sich Michael Kellner, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), in einer Videobotschaft für die weitere Energietransformation in der Krise aus, um Deutschland als Industriestandort zukunftssicher zu machen: "Neben der Frage der Versorgungssicherheit sowie Bezahlbarkeit von Strom und Gas verlieren wir die Treibhausgasneutralität bis 2045 nicht aus dem Blick.

Im Gegenteil – die Transformation ist Kernanliegen des Bundeswirtschaftsministeriums. Durch die Umstellung hin zu grünen Energieträgern schaffen wir eine Win-win-Situation: Wir vermeiden CO2 und sind gleichzeitig weniger abhängig von fossilen Energieimporten. Das BMWK unterstützt diese Umstellung intensiv auf allen Ebenen und mit mehreren Förderprogrammen. Denn die Dekarbonisierung unserer Industrie wird in der nächsten Dekade ein einschneidender Wettbewerbsvorteil sein."

Dr. Georg Kobiela, Referent für Industrietransformation bei Germanwatch e. V., betonte in seiner Keynote die Notwendigkeit zur Einhaltung deutscher Klimaschutzziele in der derzeitigen Krisenzeit. Anschließend widmete sich Dr. Tobias Fleiter vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI den für eine klimaneutrale Industrie notwendigen Transformationspfaden. Beleuchtet wurden in verschiedenen Inputs zudem die Zukunft der Glasschmelze, der Weg der Chemieindustrie in die CO2-Neutralität, aktuelle Rechtsfragen in der Gasmangellage und die Zukunft des Energiemarktes. Zum Abschluss diskutierten sämtliche Referierenden im Expertentalk, an dem auch BMWK-Referatsleiter Dr. Axel Bree teilnahm, das Gelingen der Dekarbonisierung unter den aktuell erschwerten Bedingungen.

"Im Ergebnis der Konferenz zeigte sich, dass die Energiekrise viele sicher geglaubte Koordinaten in der deutschen Industrie und Wirtschaftspolitik verschoben und damit ursprüngliche Zeitpläne überworfen hat. Durch diesen externen Schock ist den Unternehmen einmal mehr bewusster geworden, dass es langfristig nur den Weg in die Klimaneutralität geben kann – um letztlich auch unabhängig von fossilen Energieimporten zu agieren", sagte Andreas Findeisen, Leiter der Koordinierungsstelle des Clusters Dekarbonisierung der Industrie.

Das CDI blickte mit der Fachkonferenz auch auf sein einjähriges Bestehen zurück. Das Cluster feierte seine offizielle Gründung im Rahmen der letzten Lausitzer Fachkonferenz im November 2021. Die vier CDI Gründungsmitglieder sind die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg, das Institut für CO2-arme Industrieprozesse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG) und das Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI), das auch die CDI Koordinierungsstelle betreibt.

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