Neues Dach für Bootswerft

"Frischzellenkur" bei laufendem Betrieb

Possenhofen (ABZ). – Die 1924 gegründete Bootswerft Markus Glas in Possenhofen am Starnberger See ist ein Familienunternehmen, das in vierter Generation geführt wird. Nach eigenen Angaben konnte sie sich durch zahlreiche Erfolge bei nationalen und internationalen Regatten einen guten Ruf erarbeiten.
Baustoffe
Cembrit Wellplatten bieten ein hohes Maß an Sicherheit und Langlebigkeit, die Sinuswellen verringern die Geräuschentwicklung bei Regen. Foto: Cembrit

Damit einer erfolgreichen Fortführung des Werftgeschäfts nichts im Weg steht, so die Familie Glas, wurde in diesem Jahr in eine neue Dacheindeckung für eine aus den 1970er-Jahren stammende Halle investiert, in der Boote repariert und gelagert werden. "Wir bieten unseren Kunden das Komplettpaket aus Transport, Pflege, Wartung und Lagerung für ihre Boote sowie natürlich den Bootsbau nach individuellen Kundenwünschen", erläutert Geschäftsführer Markus Glas. Die am Ende der 1960er-Jahre errichtete und in den 1980er-Jahren um einen Anbau erweiterte Halle diene insbesondere als Winterlager und ermögliche ganzjährig die Durchführung kleinerer Reparaturen an Booten.

Das knapp 1700 m² große Hallendach – bestehend aus einem großen Mittelschiff und auf beiden Seiten jeweils sechs im rechten Winkel davon abgehenden, tieferliegenden Satteldächern, die auf allen vier Gebäudeseiten von abgewalmten Dächern umrahmt sind – beschäftigte Markus Glas bereits seit einigen Jahren.

"Gerade in den Satteldachbereichen gab es immer wieder Undichtigkeiten, die zwar zu beheben waren, jedoch aufgrund eines fehlenden Unterdaches jedes Mal unmittelbar zu spüren waren." In diesem Sommer sahen er und sein Dachdecker Paul Mayr die Zeit für gekommen, eine Komplettsanierung in Angriff zu nehmen. Paul Mayr, Geschäftsführer der Paul Mayr Bedachungen - Spenglerei aus Starnberg, machte sich nach eingehender Planung im Juni 2021 an die Arbeit.

"Wir waren mit vier Dachdeckern und einem Spengler aufgrund kleinerer Schlechtwetter-Unterbrechungen rund drei Monate vor Ort tätig." Zunächst galt es, die aus den siebziger Jahren stammende Asbestzement-Eindeckung zu demontieren und fachgerecht zu entsorgen. "Unsere Mitarbeiter sind hierfür speziell geschult und haben nach einem strengen, mit der Berufsgenossenschaft und dem Gewerbeaufsichtsamt abgestimmten Sicherheitskonzept den gesamten Dachstuhl abschnittsweise freigelegt", berichtet Paul Mayr.

Sicherheitsnetze zum Schutz

Zum Vorschein kamen das ursprüngliche Stahlbetontragwerk der Halle und längslaufende Holzbinder, an denen die alte Eindeckung befestigt war, sowie eine Holzschalung, die die Unterkonstruktion in den Kehlen der nebeneinander liegenden Satteldächer bildete, erläutert das Dachbauunternehmen. Sowohl diese Schalung als auch die Holzbinder seien in einem guten Zustand gewesen, sodass sie auch für den neuen Dachaufbau genutzt werden konnten. Die Montage des neuen Daches erfolgte über ein Gerüst und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. "Wir sprechen hier über eine Absturzhöhe zwischen 12 und 14 Metern." Entsprechend seien flächendeckend Absturznetze gespannt und für die Demontage der alten Asbestzement-Wellplatten zusätzlich mit einem Folienschutz abgedeckt worden.

Als neue Dacheindeckung wählten Dachdecker und Bauherr gemeinsam ein modernes Faserzementsystem von Cembrit. Schon rein optisch hätten die Wellplatten W177/51 P6 in Pastellgrau für eine deutliche Verbesserung der Gebäudeansicht gesorgt. Und das wird wohl auch zukünftig so bleiben, denn anders als die alte Dacheindeckung, sind sie gut vor Verschmutzungen geschützt, so der Hersteller. "Die alten Asbestzementplatten hatten matt-naturgraue und vor allem offenporige Oberflächen", erklärt Paul Mayr. Schmutz habe so leicht anhaften können und bot Flechten einen guten Nährboden.

Cembrit Wellplatten verfügen über werkseitig mehrfach beschichtete Oberflächen. Regenwasser läuft schnell ab. Darüber hinaus ist Faserzement diffusionsoffen, er kann also Kondenswasser auf der Innenseite des Daches vorübergehend aufnehmen, das bei trockenem Wetter schnell wieder abgegeben wird. Der hohe PH Wert des Faserzements macht sie laut Cembrit resistent gegenüber Fäulnis und Pilzbefall.

Wirtschaftlich verlegt

Durch den in jede Welle eingearbeiteten Sicherheitsstreifen aus Polypropylen haben Cembrit Wellplatten nach Herstellerangaben eine nachgewiesene Durchsturzsicherheit, eignen sich also in besonderem Maße für Gebäude ohne tragfähige Dachschalung. Darüber hinaus sind sie besonders wirtschaftlich zu verlegen, berichtet Paul Mayr. "Die Dachneigungen sowohl des Mittelschiffs als auch der Sattel- und Walmdächer betrugen zwischen 20 und 36 Grad. Für die beiden Seiten des großen Mittelschiffs haben wir jeweils zwei Plattenreihen mit einer Deckbreite von 1050 Millimetern und einer Länge von 2500 Millimetern benötigt. Für die Satteldachflächen reichte eine Plattenreihe mit 2000 Millimetern aus."

Die Verlegung der Wellplatten sei von rechts nach links erfolgt, die Befestigung an den längslaufenden Holzpfetten mit Spezialschrauben und integrierter Dichtung, wodurch eine gleichermaßen zwängungsfreie wie sichere Fixierung der Platten gewährleistet werden könne. Nach Berechnung unter anderem der zu erwartenden Windsoglasten waren Befestigungspunkte auf den zweiten und fünften Wellenbergen für den Normalbereich vorgesehen, sowie erweiterte Befestigungen für die Rand- und Eckbereiche.

Auf Wunsch des Dachdeckers lieferte Cembrit für dieses Bauvorhaben Platten ohne Eckenschnitt. So konnten die unterschiedlichen Höhenüberdeckungen der Wellplatten, die durch die vorhandenen Holzbinder vorgegeben waren, problemlos angepasst werden. In den Höhen- und Seitenüberdeckungen wurden spezielle Dichtungsprofile eingearbeitet, die zur Erhöhung der Schlagregensicherheit des Daches ohne Unterdach mit der exponierten Lage am See dienen.

Für die Ausbildung der First-/Grat- und Traufbereiche aller Teildächer setzte das Team um Paul Mayr nach eigenen Angaben auf das breite Zubehörsortiment von Cembrit. Dieses umfasst zum Beispiel entsprechend ausgebildete Welldachfirste, konische Firstkappen sowie Traufenfußstücke im passenden Farbton.

Trotz des Einsatzes abgestimmter Systemzubehöre hielt das Werftdach eine ganze Reihe von Herausforderungen für Dachdecker und Spengler bereit: "Dieses Dach ist eben kein Standard, schon allein aufgrund seiner Architektur und der Vielzahl an Graten, Firstausbildungen und Anschlüssen. Die vertikalen Flächen, an denen die Satteldächer auf das Satteldach des Mittelschiffes treffen, haben wir mit einer speziellen Konstruktion aus Dreischicht-Holzplatten als Unterbau, einer Bitumenbahn als Trennlage und einer Eindeckung in Winkelfalztechnik aus braun beschichtetem Aluminiumblech bekleidet", berichtet Paul Mayr. Ein braun beschichtetes Aluminiumblech diente ebenfalls als Bekleidung der Anschlüsse an die bestehenden Fenster.

Hand in Hand

Besonderes Augenmerk forderte auch die Einfassung eines Abluftkamins aus der Lackiererei, der die Dacheindeckung durchstößt. "Hier haben wir auf Titanzink zurückgegriffen, da sich dieses Material optimal zum Verlöten eignet. Wobei unser Spengler das Titanzinkblech exakt an die Wellenform der ,Cembrit' Platten angepasst hat." Eine weitere Herausforderung habe die Sanierung der Kehlen zwischen den Satteldächern, die als Entwässerungsrinnen fungieren, gebildet.

Paul Mayr setzte auf eine besondere Konstruktion, um das Risiko zukünftiger Undichtigkeiten zu verhindern: "Wir haben zunächst auf dem Boden vorgefertigte, 12 Meter lange 2-teilige Kehlen aus verzinntem Edelstahlblech mit einem extra angefertigten Traggestell und per Kran in die vorhandene Holzschalung auf den Dächern eingelegt. Die Holzschalung hatten wir zuvor mit einer Bitumenbahn abgedichtet. Die Verbindung der damit vergleichsweise großen Teilstücke der Rinne erfolgte über einen mittig angeordneten, erhöhten Doppelstehfalz mit Dichtbandeinlage, durch die Materialbewegungen aufgefangen werden."

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