Schmitz Cargobull

Mit "wahrlich gewichtigen Innovationen" dabei

Im Gespräch mit Andreas Schmitz, dem Vorstandsvorsitzenden der Schmitz Cargobull AG, standen vor allem die diesjährigen bauma-Pläne und -Neuheiten im Fokus. Mit ABZ-Redakteurin Julia Bremer sprach Schmitz aber auch über die bisherigen Messe-Erfahrungen nach zweijähriger Pandemie-Abstinenz und über derzeitige Unwägbarkeiten, die Unternehmen unbedingt im Blick behalten sollten.
Schmitz Cargobull Interview Nutzfahrzeuge
Andreas Schmitz verantwortet als Vorstandsvorsitzender der Schmitz Cargobull AG die Geschicke des Unternehmens. Foto: Schmitz Cargobull

ABZ: Herr Schmitz, wie ist Schmitz Cargobull durch die vergangenen zwei Jahre gekommen?

Schmitz: Wie alle produzierenden Unternehmen waren und sind wir auch weiterhin von unterbrochenen Lieferketten, Materialengpässen sowie ungebremsten Kostensteigerungen bei Rohstoffen, Energie und Logistik stark betroffen. In dieser schwierigen Zeit und äußerst angespannten Situation haben alle Unternehmensbereiche an einem Strang gezogen und Großes geleistet.

Dadurch war es im letzten Geschäftsjahr möglich, Produktion, Absatz und Umsatz erheblich zu steigern. Und auch an den geplanten Investitionen haben wir festgehalten und präsentieren auf der bauma unsere neue Kippergeneration, die den Kunden mehr Nutzlast bietet und einen starken Beitrag zur Kosteneffizienz und Arbeitssicherheit leisten.

ABZ: Wie blickt das Unternehmen der bauma in diesem Jahr entgegen?

Schmitz: Die bauma war und ist ein wichtiger Treffpunkt für die gesamte Bau-Branche. Hier werden Neuheiten vorgestellt, vor allem aber persönliche Kontakte gepflegt und Fachgespräche geführt. Wir freuen uns sehr auf den regen Austausch mit unseren Kunden. Wie wir bereits auf der IAA Transportation 2022 feststellen konnten, ist das Interesse an unserer neuen Kipper-Generation und dem Onboard-Wiegesystem groß und wir freuen uns darauf, unsere zuverlässigen und innovativen Produkte jetzt auch auf der bauma 'Live und vor Ort' einem breiten Fachpublikum vorstellen zu können.

ABZ: Dementsprechend nehme ich an, dass Ihre neuen Kipper auch zu den Neuheiten zählen, die Sie auf der bauma zeigen werden?

Schmitz: Genau, wir präsentieren die neue Mulden- und Rahmengeneration für den Sattelkipper S.KI und den Motorwagenkippaufbau M.KI. Bei den neuen Fahrzeugen haben die Entwickler sich in Sachen Nutzlast, Komfort und Sicherheit noch mehr an den Kundenwünschen orientiert. Im Vergleich zum Vorgängermodell ist der neue S.KI um bis zu 280 Kilogramm leichter und bietet somit bei gleicher Robustheit einen enormen Nutzlastvorteil. Ab Ende des ersten Quartals 2023 wird er verfügbar sein.

Eine wahrlich 'gewichtige' Innovation ist unser digitales eichfähiges Onboard-Wiegesystem für den Sattelkipper S.KI. Damit kann der Fahrer die Nutzlast des Fahrzeugs direkt am Beladeort feststellen und auch gleich einen Wiegebericht digital versenden. Natürlich geht das auch bequem aus dem Büro. Das Fahrzeug kann optimal ausgeladen werden, das Anfahren einer stationären Kontroll-Waage kann entfallen. Dadurch spart man Zeit und reduziert auch noch Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß.

ABZ: Weitere Innovationen, die Sie im bauma-Gepäck dabei haben werden?

Schmitz: Zu mehr Sicherheit und Komfort trägt auch die neue Rück- und Laderaumkamera bei. Sie bietet aus dem Fahrerhaus komfortable Übersicht über die Ladung in der Mulde. Das verringert die Unfallgefahr für den Fahrer, er kann den Beladungsvorgang über die Kamera bequem aus der Kabine verfolgen. Bei Schüttvorgängen und beim Zurücksetzen sorgt eine weitere Kamera für die Rückraumüberwachung und damit für Übersicht und Schutz vor möglichen Personen- oder Anfahrschäden.

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Das Modell S.KI in Aktion: Die neue Mulden- und Rahmengeneration wird im Rahmen der bauma 2022 präsentiert. Auch in Sachen Komfort und Sicherheit hat sich viel getan. Foto: Schmitz Cargobull

ABZ: Welche Schwerpunkte hat sich Schmitz Cargobull für die diesjährige bauma gesetzt?

Schmitz: Neben den Fahrzeug-Neuheiten tragen auch die Services dazu bei, die Total Cost of Ownership (TCO) unserer Kunden zu senken. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur hohen Verfügbarkeit der Fahrzeuge, aber auch zur Arbeitssicherheit der Fahrer – und Digitalisierung unterstützt dabei, die Prozesse im Betrieb effizient zu gestalten. Über unsere TrailerConnect-Telematik sind alle Produkte vernetzt.

Das bedeutet, dass zum Beispiel auch die Daten des digitalen Onboard-Wiegesystems direkt in das TrailerConnect-Portal zur Weiterverarbeitung übertragen werden können.

ABZ: Wie groß wird der Messestand ausfallen?

Schmitz: Der Stand wird rund 500 Quadratmeter groß sein.

ABZ: Worauf freuen Sie sich am meisten in Bezug auf die bauma?

Schmitz: Wir freuen uns sehr darauf, unsere Kunden und Geschäftspartner wieder persönlich zu treffen, ihnen unsere Produkte und Service-Neuheiten für die Baubranche vorzustellen und gleichzeitig durch einen intensiven Gedankenaustausch mit den Fachexperten auch neue Impulse zu bekommen.

ABZ: Sind Sie skeptisch, dass die diesjährige Messe nicht so ausfallen könnte, wie man es von vergangenen bauma-Formaten gewohnt ist?

Schmitz: Wenn wir etwas in den letzten drei Jahren lernen mussten, dann ist es der Umgang mit Erwartungen. Uns ist jetzt allen bewusst, wie schnell sich Gewissheiten ändern können. Einige größere Aussteller haben ihre Teilnahme an der bauma 2022 abgesagt, weil wenige Wochen vorher bereits die IAA Transportation in Hannover stattgefunden hat. Eine Messeteilnahme ist eine große Investition. Angesichts nach wie vor steigender Kosten und Unwägbarkeiten muss das wohl überlegt sein.

Schmitz Cargobull Interview Nutzfahrzeuge
Im Vergleich zum Vorgängermodell ist der neue S.KI um bis zu 280 kg leichter und bietet somit bei gleicher Robustheit einen Nutzlastvorteil. Foto: Schmitz Cargobull

ABZ: Sie sagten, Sie sind in diesem Jahr auch auf der IAA Transportation in Hannover gewesen. Wie ist diese Messe für Schmitz Cargobull gelaufen?

Schmitz: Die IAA war besser, ja sogar viel besser als erwartet. Wir haben mehr als 4000 Fahrzeuge verkauft. Das waren deutlich mehr als vor vier Jahren und hat unsere Erwartungen erheblich übertroffen.

ABZ: Wenn Sie das bisherige Messegeschehen bewerten müssten – wie fällt Ihr Eindruck aus?

Schmitz: Aufgrund der Corona-Pandemie wurden ja alle Präsenzveranstaltungen abgesagt. Im vergangenen Jahr haben wir daher erstmalig wieder an einer Messe, der NUFAM, teilgenommen, um unsere neuen aerodynamischen Curtainsider vorzustellen. Hier haben wir eine gewisse Aufbruchsstimmung in der Branche und bei unseren Kunden wahrgenommen. Ganz stark war das auch bei unseren Besuchern auf der IAA Transportation zu spüren. Unsere Kunden und auch wir waren sehr froh, den persönlichen Kontakt wieder aufzunehmen. Unser Stand war dahingehend auch immer voll besetzt.

ABZ: Welche Pläne hat Schmitz Cargobull für die kommenden Jahre?

Schmitz: Wir werden für unsere Kunden weiterhin zuverlässige und innovative Produkte und Dienstleistungen entwickeln, um auch in Zukunft der bevorzugte Partner zu sein. Und die Produkte sollen auch in Werken nah bei den Kunden produziert werden. Wir sind zuversichtlich, dass wir mit dieser strategischen Ausrichtung – Zuverlässigkeit, Innovation und Kundennähe – die richtigen Schwerpunkte in eine erfolgreiche Zukunft gesetzt haben.

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