Zusatzanwendung DIG-CAD

Mit Mengenermittlung aus Plänen Geschäftsprozesse optimieren

Waltrop (ABZ). – Seit 2008 arbeitet die Gebrüder Lorenz Bauunternehmung GmbH aus dem nordrheinwestfälischen Waltrop mit Programmen der MWM Beratung & Software, um Mengen zu ermitteln und abzurechnen. Um die Prozesse weiter zu optimieren, setzt der Betrieb seit Anfang 2021 die Zusatzanwendung DIG-CAD für eine grafische Bauabrechnung ein.
Bau digital
Erweiterung des Hauptverwaltungsgebäudes der Signal Iduna inklusive zwei Tiefgaragen in Dortmund. Foto: Gebrüder Lorenz Bauunternehmung

Die im Jahre 1987 gegründete Baufirma etablierte sich als eines der aufstrebenden mittelständischen Bauunternehmen im Ruhrgebiet. Mit 90 gewerblichen Mitarbeitern und 100 bis 150 Fachkräften verschiedener Nachunternehmer arbeitet das Bauunternehmen sowohl für öffentliche, industrielle als auch private Auftraggebenden. Altersgerechte Bauten, Gewerbeobjekte, Büro- und Verwaltungsgebäude gehören genauso zum Portfolio wie Mehr- und Einfamilienhäuser.

In der Vergangenheit ermittelte man mühevoll die Aufmaße aus den in Papierform vorliegenden Zeichnungen, um damit die vom Architekten oder der Bauherrenschaft im Leistungsverzeichnis angegebenen Mengen zu überprüfen. Dazu kolorierte man auf einem Exemplar die verschiedenen Bauteile wie zum Beispiel die Wände im Kellergeschoss, die Stürze oder Unterzüge etc.

Dieses zog sich dann durch alle Geschosse. Dann ermittelten die Abrechner mit Maßstab und Taschenrechner die Aufmaße. Zuvor hatte man schon das Leistungsverzeichnis in MWM-Libero, dem Programm für Aufmaß, Mengenermittlung und Abrechnung, eingelesen. Dieses wird mit seinen Positionen und dem entsprechenden Kurztext Windows-like in einer Baumstruktur auf der linken Bildschirmseite dargestellt. Zusätzliche, nicht im LV enthaltene Positionen, können problemlos nachträglich eingefügt werden. In der Baumstruktur kann der Anwendende seine Daten eingeben und gleichzeitig Kriterien, denen die Massenansätze neben Positionen zugeordnet werden können, anlegen.

Aufgrund des aktuellen Zahlenmaterials füllte der Abrechner das Leistungsverzeichnis aus und übergab das bepreiste LV dem Auftraggebenden oder Architekten. Erhielt die Bauunternehmung den Zugschlag, ermittelte man begleitend zum Bauablauf die verbauten Mengen, gab diese in MWM-Libero ein und erstellte die Abschlagsrechnungen.

Um diesen Prozess zu vereinfachen, führte die Gebrüder Lorenz Bauunternehmung Anfang 2021 die Zusatzanwendung DIG-CAD ein, um schnell und einfach Mengen aus Zeichnungen für eine grafische Bauabrechnung zu ermitteln. Die Mengen werden automatisch nach MWM-Libero übernommen und DIG-CAD erstellt den Aufmaßplan.

So importieren die Abrechner heute die Zeichnung des Architekten als DXF-Datei in DIG-CAD. Auch lassen sich DWG-Dateien mit Hilfe eines Konverters verarbeiten. Sollte die CAD-Zeichnung nur als Papierplan vorliegen, besteht die Möglichkeit, diese mit einer Digitalkamera zu fotografieren oder zu scannen. Das Resultat in Form einer BMP-, TIF- oder JPG-Datei lässt sich dann einfügen und den Anforderungen entsprechend vergrößern. PDF-Pläne werden vorab über Konvertierungstools (z. B. PdfGrabber) in DXF-Dateien umgewandelt.

Bautechniker Jakob Luft erklärt: "Ich habe im Hintergrund den Grundplan und arbeite mich entsprechend den Positionen des Leistungsverzeichnisses Position für Position vor." Dabei definiert der Bautechniker für jede Position respektive Bauteil eine Farbe und legt zum Beispiel auf dem Grundriss jeweils Wände, Stützen, Decken, Unterzüge in der entsprechenden Farbe an.

Daraufhin ermittelt Jakob Luft mit dem System das Aufmaß und überträgt die Aufmaßdaten über eine im Programm integrierte spezielle Schnittstelle nach MWM-Libero. Die Datenübernahme erfolgt in Ansätzen, welche sich den Positionen eines Leistungsverzeichnisses (GAEB 90/GAEB 2000/GAEB DA XML) zuordnen lassen. Dabei bestimmt die vorher getroffene Auswahl im Leistungsverzeichnis in MWM-Libero, an welchen Bereich der Ansatz gehängt wird. Dieser enthält die REB-Daten des Aufmaßelements sowie die dazugehörige Verknüpfung. Sollte der Ansatz erst später in MWM-Libero einer Position zugeordnet werden, wird dieser dann an DIG-CAD übermittelt, im Aufmaßelement gespeichert und angezeigt. Wenn notwendig, wird dafür auch die zugehörige Zeichnungsdatei geladen.

Jakob Luft erläutert seine Arbeitsweise: "Ich wähle auf der linken Bildschirmseite in MWM-Libero einen Rechenansatzwert einer Position und sehe auf der rechten in DIG-CAD sofort die grafische Lage des Aufmaßes. Das Ganze ist übersichtlich dargestellt, so dass ich sofort nachvollziehen kann, was ich wie und wo gemacht habe." Dann lässt der Bautechniker die Mengen ins Leistungsverzeichnis einfließen, bepreist diese und leitet es an die ausschreibende Stelle respektive den Architekten weiter. Erhält das Unternehmen den Zuschlag und erfolgen keine Änderungen, greift Jakob Luft zwecks Erstellung der Abschlagszahlungen auf die ursprünglich ermittelten Mengen zu.

Bei Änderungen erhält das Bauunternehmen weitere indizierte Pläne anhand deren es die aktualisierten Mengen zeitnah in MWM-Libero anpasst. Der Bauleiter gibt den Bautenstand mit den geänderten Mengen an den Abrechner weiter, so dass dieser mit MWM-Libero die Abschlagsrechnung erstellen und an die Bauherrenschaft weiterleiten kann. Zeitgleich wird jeder Zwischenstand dokumentiert, so dass keine Information verloren gehen.

Die Auftraggeber reagieren ausgesprochen positiv auf diese Arbeitsweise. Bauingenieur Veysel Akkaya, zuständig für die Bauleitung meint: "Alles ist äußerst transparent, die Änderungen sind entsprechend des Indexverlaufs der Pläne nachvollziehbar und mit Fotos dokumentiert." In den Abschlagsrechnungen ist neben den tatsächlich verbauten Mengen mit den dazugehörigen Preisen das Aufmaß aufgeführt. Als Anlage liefert die Firma Gebrüder Lorenz den relevanten Plan mit. Vorteilhaft sind die einfache Handhabung der beiden Programme, die durchgängige Arbeitsweise sowie die rechtssichere Dokumentation. Darüber hinaus tragen DIG-CAD und MWM-Libero zur Optimierung der Geschäftsprozesse bei, da alle Daten digital vorliegen und jederzeit schnell auffindbar sind. Auch entfallen Diskussionen zwischen dem Auftraggebenden und dem Bauunternehmen aufgrund der transparent dokumentierten Prozesse. Erhält die Bauherrenschaft zum Beispiel die für einen Nachtrag ermittelten Mengen mit entsprechender Zeichnung und Fotos, so sind diese Informationen verständlich aufbereitet und nachvollziehbar dokumentiert sind.

"Die Auftraggebenden zweifeln die Richtigkeit der Mengen und Berechnung nicht an. Die Rechnung wird problemlos und schnell beglichen," erläutert Bauingenieur Veysel Akkaya. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

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