Universität Trier

Versorgungstunnel im Injektionsverfahren saniert

Drytech Injektionsverfahren Tunnelbau
Der Tunnel verläuft zu tief für eine außenseitige Abdichtung – eine Abdichtung im Injektionsverfahren war die einzig wirtschaftliche Lösung. Foto: Ingenieurgemeinschaft Hick + Partner

TRIER (ABZ). – Für die Universität Trier hat Drytech Abdichtungstechnik eine umfangreiche Sanierungsmaßnahme durchgeführt. Im Versorgungstunnel der Hochschule – wie die Universität selbst rund 40 Jahre alt – wurden auf einer Länge von mehreren 100 m massive Undichtigkeiten festgestellt. Dabei stellten nicht nur die beengten räumlichen Verhältnisse die Abdichtungstechniker vor große Herausforderungen – im Laufe der Sanierung zeigten sich auf breiter Front weitere Undichtigkeiten, die die Abdichtungsarbeiten zusätzlich erschwerten.Der Tunnel – 400 m lang, 2,50 m breit und 2,50 m hoch – versorgt die Universität Trier mit Fernwärme, Gas und Strom. In den vergangenen Jahren war er zunehmend undicht geworden: Auf beiden Tunnelseiten drang Feuchtigkeit in die Anschlussfugen zwischen Bodenplatte und Wand ein, außerdem zeigten sich auf einer Länge von 200 m Undichtigkeiten im Bereich der Dehnfugen. Der für den Tunnelbau eingesetzte Stahlbeton wurde durch den Feuchteeintrag in Mitleidenschaft gezogen – der Beton korrodierte und platzte ab."Während der Sanierungsarbeiten stand das Wasser teilweise schon bis zu 10 cm hoch im Tunnel", berichtet Ingo May, Drytech-Projektverantwortlicher beim Sanierungsprojekt in Trier. "Ohne eine sanierende Abdichtung hätte sich das Problem in den kommenden Jahren zunehmend verschärft. Der Beton wäre immer weiter zerstört worden und irgendwann wäre das eindringende Wasser zu einer ernsten Gefahr für die im Tunnel verlaufenden Leitungen geworden."In der Vergangenheit hatte es lediglich punktuelle Eingriffe im Tunnel gegeben, bei dem aktuellen Projekt handelt es sich um die bisher größte Sanierungsmaßnahme. Die Universität Trier entschied sich dabei mit einer Abdichtung im Injektionsverfahren für die einzig wirtschaftliche Lösung. Denn mit einer Tiefe von 4 bis 5 m wäre eine außenseitige Abdichtung zwar prinzipiell möglich gewesen, hätte aber unverhältnismäßige Mehrkosten für die Universität bedeutet.Die Sanierung des Versorgungstunnels erfolgte in mehreren Etappen: Um eine Bearbeitung der Boden-Wand-Fugen zu ermöglichen, wurde zunächst vom Generalunternehmer des Sanierungsprojekts der Beton unter Hochdruck abgestrahlt – auf einer Höhe von 50 cm im unteren Abschnitt der Tunnelwand sowie auf einer Tiefe von 10 cm.Daraufhin konnten die Abdichtungstechniker von Drytech die DRYset-Injektionskanäle im Boden-Wand-Anschlussbereich verlegen. Anschließend wurden die zuvor geschaffenen Hohlräume mit Spritzbeton verschlossen und nach der Aushärtung des Betons der Injektionsstoff Dryflex verpresst. Dryflex weist im Moment der Injektion die gleiche Viskosität wie Wasser auf, reagiert innerhalb weniger Minuten und dichtet Risse, Fugen und Vertiefungen genauso wie Kies- oder Betonporen dauerhaft ab.In einem zweiten Sanierungsschritt hat Drytech die Dehnfugen saniert. Hierfür wurden die Fugenkammern bis zu den undichten innenliegenden Fugenbändern ausgeräumt. In diese Fugenkammern wurde dann ein spezieller, Drytech-patentierter Injektionsschaumstoff eingebracht. Dieser Schaumstoff ist in seiner Porenstruktur auf das Injektionsgel Dryflex abgestimmt und dient dem Abdichtungsharz als Trägermaterial. Als Widerlager für die Injektion wurde außerdem noch ein Hartgummirundprofil eingeschlagen. Anschließend konnten die Dehnfugen mit Drytech-Bohrpackern bearbeitet und der Injektionsstoff Dryflex verpresst werden. Für einige Dehnfugenabschnitte musste allerdings ein anderer Weg beschritten werden: Unmittelbar unter der Tunneldecke verlaufen zwei rund 50 cm dicke Wasserleitungen, welche die Universität mit Warmwasser versorgen. Da die dahinterliegenden Wand- und Deckenabschnitte für eine normale Dehnfugensanierung unerreichbar waren, musste die Abdichtung in Form einer Schleierinjektion erfolgen. Bei einer Drytech-Schleierinjektion wird durch das rasterförmige Verpressen des Injektionsstoffs Dryflex ein Harzschleier geschaffen, der nach dem Erhärten eine wasserdichte Membrane zwischen der Wand und dem dahinter liegenden Erdreich bildet. Im Versorgungstunnel der Universität Trier wurden mit dem Hinterlegungsverfahren insgesamt 85 Dehnfugenmeter abgedichtet.Ein Teil der Undichtigkeiten im Tunnel konnte erst im Laufe der Sanierungsarbeiten identifiziert werden. So stelle sich bspw. heraus, dass rund 850 Abstandshalter undicht waren. Die Abstandshalter waren bei der Errichtung des Tunnels zur Verschraubung der Schalungsplatten eingebracht worden und führten nun teilweise Wasser. Im Rahmen der Drytech-Sanierung wurden auf Höhe der undichten Abstandshalter zusätzliche Bohrungen gesetzt und das Injektionsharz Dryflex verpresst.Weitere unvorhergesehene Undichtigkeiten zeigten sich im Boden-Wand-Anschlussbereich: Hier war nicht nur der Boden-Wand-Anschluss auf Höhe der Bodenplatte undicht. Beim Abstrahlen des Betons zeigte sich auch, dass bei der Betonierung der Bodenplatte zusätzliche Sockel einbetoniert worden waren – ohne ausreichende Abdichtung durch ein Fugenband. Die im Abstand von rund 20 cm zueinander stehenden Sockel brachten dadurch auf einer Höhe von rund 12 cm oberhalb der Bodenplatte zusätzliche Undichtigkeiten mit sich. Zur Abdichtung mussten über eine Gesamtlänge von 800 m – durch die Bewehrung hindurch – zusätzliche Bohrungen gesetzt werden, um die Arbeitsfuge auf den Sockeln mit dem Injektionsharz Dryflex sanierend verpressen zu können.Im Februar 2013 wurde die Drytech-Sanierung im Versorgungstunnel der Universität Trier abgeschlossen. "Insgesamt zeichneten sich die Abdichtungsarbeiten bei diesem Projekt durch eine besonders schwere Zugänglichkeit der Sanierungsabschnitte aus. Außerdem waren die Undichtigkeiten häufig nur sehr schwer zu erkennen", resümiert Drytech-Projektleiter May. "Dies galt insbesondere für die Abdichtung der Arbeitsfugen und bei den Abstandhaltern. Hier mussten die Verpressarbeiten teilweise im Liegen durchgeführt werden, weil einige Abschnitte anderweitig schlicht nicht zu erreichen gewesen wären."

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