20.000 Quadratmeter Fassadenfläche und 1250 Tonnen Gerüstmaterial

Gerüstbau hoch über Berlin

Berlin (ABZ). – Mit den Kernbauteilen des PERI UP-Gerüstbaukastens lassen sich komplexe Gebäudestrukturen einrüsten und Herstellerangaben zufolge besonders tragfähige Fassadengerüste erstelle. Anpassungen erfolgen dabei im flexiblen 25-Zentimeter-Systemraster. Das erspart demnach aufwendige Kupplungsarbeiten bei der Gerüstmontage und ergibt lückenlose, stolperfreie Belagsebenen für die Gerüstnutzer. Das 120 m hohe Hochhaus des Gebäudekomplexes "Steglitzer Kreisel" aus den 1970er-Jahren ist eines der höchsten Gebäude Berlins. Während das Sockelgebäude ein Parkhaus, ein Hotel, mehrere Einzelhandelsgeschäfte und einen Busbahnhof mit U-Bahn-Zugang beherbergt, stehen die 30 ehemaligen Verwaltungsetagen seit Ende 2007 leer. Nach über zehn Jahren Stillstand wird derzeit nun aufwendig saniert: Das Gebäude wurde komplett entkernt und wird unter dem Namen "ÜBerlin" in einen exklusiven City-Wohntower mit über 300 Eigentumswohnungen umfunktioniert. In die neue, moderne Fassade aus Glas, Stahl und Aluminium werden vor- und rückspringende Balkone integriert – mit überwältigenden Ausblicken auf die Bundeshauptstadt, versichern die Verantwortlichen.
Peri Gerüste Gerüstbau
Etwa 20.000 m² Fassadenfläche sind am Steglitzer Kreisel zeitgleich eingerüstet, in Spitzenzeiten sind bis zu 1250 t PERI UP-Gerüstmaterial im Einsatz. Foto: Peri

Gleich zu Beginn der Sanierungsmaßnahme montierte das Berliner Gerüstbauteam von Ro² eine weit gespannte Überbrückungskonstruktion über die Schloßstraße – auf Basis des VARIOKIT-Ingenieurbaukastens von Peri. Diese diente während des Fassadenrückbaus als Schutzdach für die beiden Fahrspuren und für die Passanten auf dem Geh- und Radweg. Zudem wird die von VARIOKIT-Schwerlasttürmen getragene Konstruktion während der kompletten Bauphase als zentrale Andienungs- und Lagerfläche genutzt. Zur Rohbauertüchtigung und Deckenrandsanierung wurde dann von Ro² ein bis zu 108 m hohes Arbeits- und Schutzgerüst montiert – auf Basis des PERI UP-Gerüstbaukastens.

Etwa 20.000 m² Fassadenfläche sind am Steglitzer Kreisel zeitgleich eingerüstet, in Spitzenzeiten sind bis zu 1250 t Gerüstmaterial im Einsatz. Die geometrische Grundlage für die Gerüstplanung der Peri-Ingenieure bildete die Anordnung der neuen, auskragenden Balkone. Diese sind über die Gebäudehöhe hinweg versetzt angeordnet. Auch die Positionierung der Bauaufzüge hatte Einfluss auf die Einteilung der Gerüstfelder. Der Vorteil der PERI UP-Lösung: Das metrische 25-Zentimeter-Systemraster erlaubte nahezu beliebige Stielanordnungen in alle Richtungen, versichert der Hersteller.

Ein weiteres, maßgebliches Kriterium der Peri-Gerüstplanung stellt bei diesem über 100 m hohen Bauwerk aber auch der statische Aspekt dar. Insbesondere der Lastfall mit offener Fassade weicht von jeglicher Regelanwendung im Gerüstbau ab und hatte einen erhöhten Planungsaufwand zur Folge. Aufgrund der Einrüstung des Skelettbaus, der nach Demontage der alten Bestandsfassade eigentlich nur noch aus Stahlstützen und äußerst schlanken Zwischendecken bestand, mussten höhere Windlasten berücksichtigt werden. Auch die lange Standzeit der Einrüstung beeinflusste die Lastannahmen. Die Ausführung und Positionierung der Lasteinleitung in das Bestandsgebäude mit entsprechend hohen Stiel- und Verankerungslasten stimmten die Peri-Spezialisten als wichtigen Bestandteil ihrer Gerüstplanung in enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen Bauwerksstatiker ab.

Zur Ausführung aller erforderlichen Bauarbeiten über die gesamte Bauphase hinweg wurde eine zweischeibige Gerüstausführung gewählt. Die zu Beginn montierte, 1 m breite Innenscheibe diente als sicherer Arbeitsplatz zur Fassadendemontage, Rohbauertüchtigung und Deckenrandsanierung. An den Abschnitten, wo später auskragende Balkone und Erker zu montieren sind, war eine ebenfalls 1 m breite Vorsatzscheibe Teil der Peri-Lösung. Dieses Außengerüst wurde von den Ro² Gerüstbauern nachträglich angebaut – mit der Innenscheibe verbunden durch eine 25 cm breite Stützscheibe zwischen den Gerüstfeldern. Dadurch konnten die Stiellasten auf 44 kN reduziert werden – realisiert mittels Systembauteilen und nahezu ohne aufwendige Kupplungsarbeiten. Im Zuge der Balkonarbeiten kann die Innenscheibe dann später sukzessive von oben nach unten zurückgebaut werden, zur Ausführung der Fassadenarbeiten steht dann die Außenscheibe zur Verfügung.

Dank der nahezu übergangslosen und kupplungsfreien PERI UP-Gerüstausführung ist auch die projektspezifische Lösung für die bis zu 100 m hohen Treppenzugänge mit dem bloßen Auge kaum wahrnehmbar. So sind für den unteren Höhenabschnitt 75 cm breite und 2,5 m lange Alu-Treppenläufe verbaut. Das 2,5-Meter-Gerüstfeld ist hier beidseitig um jeweils zwei zusätzliche Stiele mit 25 cm Abstand ergänzt. Denn so konnte ab 50 m Höhe auf ein Drei-Meter-Feld für die weiteren Treppenläufe übergegangen werden, ohne zusätzliche Lasten in die tragenden Stiele der unteren Treppe einzubringen. Dieses 25-Zentimeter-Systemraster macht PERI UP zudem mit dem VARIOKIT-Ingenieurbaukasten kompatibel, dessen Systembauteile sowohl bei der Schutzdachkonstruktion als auch bei diversen Lastabtragungsmaßnahmen innerhalb der Gerüstkonstruktion verwendet werden.

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