Begehrtes Arbeitstier

Kalksandsteinwerk setzt bei Dieselgroßstapler auf Ergonomie

Linde Gabelstapler
Statt Gabelzinken verfügt der Linde-Großstapler über einen hydraulischen Steingreifer. Mit diesem Greifarm kann er problemlos vier bis fünf Steinpakete auf einmal vom Band nehmen und auf den Freilagerplatz transportieren. Foto: Linde

BABENHAUSEN (ABZ). - Die innerbetriebliche Logistik ist für viele Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Denn gerät der Warenflussins Stocken, wirkt sich dies umgehend auf den gesamten Betriebsablauf aus. So auchbei der Heidelberger Kalksandstein GmbH in Babenhausenbei Darmstadt. Immer wennder eingesetzte Großstapler aufgrund von Reparatur oder Wartung ausfiel, drohte ein kompletter Stillstand bei der Lkw-Beladung.

Deshalb entschieden sich die Verantwortlichen des Baustoffherstellers, in einen weiteren schweren Dieselstapler mit 14 t Tragfähigkeit zu investieren. Am Ende des Auswahlprozesses steht nun ein für alle befriedigendes Ergebnis.

Die Heidelberger Kalksandstein GmbH mit Hauptsitz in Durmersheim bei Karlsruhe ist Teil der HeidelbergCement AG und erwirtschaftet pro Jahr an 14 Standorten in Deutschland und der Schweiz mit mehr als 300 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 60 Milliomen Euro. Das Werk Babenhausen produziert verschiedene Kalksandsteine sowie Bauplatten aus Kalksandstein und liefert ferner technisches Zubehör. Die Herstellung des Kalksandsteins läuft in zwei versetzten Schichten zwischen sechs Uhr morgens und 22 Uhr abends. Der jährliche Output in der für die Kalksteinindustrie vorgegebenen Maßeinheit "Normal Format" (240 x 115 x 71 mm) liegt bei ca.35 Millionen Steinen. Verwendet wird Kalksandstein im Baugewerbe bei Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie Industriebauten. Sein besonderes Merkmal ist die hohe Rohdichte und Druckfestigkeit, wodurch ein schmaleres Mauerwerk bei vergleichbarem Schallschutz realisiert werden kann.

Der innerbetriebliche Materialfluss im Kalksandsteinwerk Babenhausen funktioniert zum Großteil automatisch über Förderbänder und schienengeführte Doppelwagen, den unterschiedlichen Staplertypen kommt jedoch ebenfalls ein zentraler Part zu. Im Wareneingang entlädt beispielsweise ein 1,4 t Dieselstapler Fertigprodukte aus ankommenden Lkw, ein Elektrostapler wird in Kommissionierung, Paketierung und Verladung eingesetzt. Die Verladung kleinerer Kommissionen erledigt ein 4 t Dieselstapler. Das mit Abstand wichtigste Flurförderzeug ist jedoch ein Dieselstapler mit 14 t Tragfähigkeit und Steingreifer, der die bis zu 5,5 t schweren fertigen Kalksandstein-Pakete vom Produktionsband abnimmt, diese auf den Freilagerplatz verfährt, einlagert und die zur Abholung kommenden Lkw der Kunden (Baustoffhändler oder Bauunternehmer aus dem Rhein-Main-Gebiet) im Versandbereich belädt. Rund 75 % der zur Herstellung benötigten Rohstoffmenge kommt direkt aus der benachbarten Sandgrube. Zusammen mit Wasser und ungelöschtem Kalk wird in mehreren Produktionsstufen unter Einsatz von Druck und Hitze Kalksandstein in unterschiedlichen Abmessungen hergestellt.

"Theoretisch lief alles rund", schildert Dieter Spiehl, Werkleiter der Heidelber-ger Kalksandstein GmbH in Babenhausen. Doch immer mehr entwickelte sich der Großstapler zum Flaschenhals des innerbetrieblichen Materialflusses. Denn standen Reparaturen oder Wartungen am Gerät an, machte sich der Ausfall besonders im Versandbereich schmerzlich bemerkbar. Dann mussten die Lkw-Fahrer mit Hilfe von Kranwagen bei der Beladung selbst Hand anlegen, was nicht nur mühsam war, sondern auch wesentlich länger dauerte, so dass die für jede Beladung vorgesehene maximale Zeitspanne von 30 Minuten oftmals nicht mehr eingehalten werden konnte. Die Folge waren Staus und längere Wartezeiten im Versandbereich, die nach einer Lösung verlangten. Anfang 2011 begab sich Werkleiter Spiehl deshalb auf die Suche nach einem neuen Dieselschwerstapler, der das Problem lösen sollte und an den einige Anforderungen gestellt wurden. Das neue Gerät sollte einerseits zuverlässig und wirtschaftlich seinen Dienst tun, andererseits dem Bediener einen ergonomischen Arbeitsplatz bieten. Zudem legte Spiehl großen Wert auf die und Wartungsfreundlichkeit und die Reaktionsfähigkeit des Kundendienstes, denn Service wollte der technisch versierte Werkleiter nur bei Bedarf in Anspruch nehmen.

Mit der Marke Linde war Dieter Spiehl bereits in der Vergangenheit sehr zufrieden gewesen, stammten doch die beiden weiteren Dieselstapler mit 1,4 und 4 t Tragfähigkeit und der Elektrostapler aus der Aschaffenburger Staplerschmiede. Nur der bisher eingesetzte Großstapler stammte von einem anderen Hersteller. "Aus eigener Erfahrung konnten wir bereits bestätigen, dass Linde bei Staplern bis 8 t führend ist. Wie es jedoch bei den schweren Dieselstaplern mit Tragfähigkeiten über 10 t aussieht, da waren wir uns nicht sicher", gesteht Spiehl.

Deshalb prüfte und verglich er Ange-bote verschiedener Staplerhersteller und bezog auch die beiden Haupt-Staplerfahrer des Kalksandsteinwerkes in den Entscheidungsprozess ein. Der von Christian Kunkel, Verkaufsleiter Rhein-Main bei Suffel Fördertechnik, angebotene Linde H140 mit 1200 mm Lastschwerpunkt lenkte Spiehls Aufmerksamkeit zunächst aufgrund des angegebenen Energieverbrauchs von nur7 l/h auf sich. Am Ende kristallisierte sich das Gerät aber immer mehr aufgrund seiner Produktivität und Bedienerfreundlichkeit sowie des schnellen und kompetenten Service der Suffel-Fördertechnik als Favorit heraus. "Um aber ganz sicher zu sein, kamen wir mit der gesamten Verlademannschaft nach Aschaffenburg zum Linde-Vertragspartner und sind einen Linde H140 ausgiebig Probe gefahren", berichtet Dieter Spiehl. "Dabei haben uns Technik und Qualität endgültig überzeugt und unsere Entscheidung stand endgültig fest". Statt Gabelzinken verfügt der Linde-Großstapler über einen hydraulischen Steingreifer. Mit diesem Greifarm kann er problemlos vier bis fünf Steinpakete auf einmal vom Band nehmen und auf den Freilagerplatz transportieren. Dort stapelt er die 5,2 bis 5,5 t schweren Pakete bis zu fünf Lagen hoch. Dank des hydraulischen Ausschubs des Steingreifers um bis zu 2100 mm bedient der Schwerstapler die Lkw von einer Seite. Das spart Platz und Zeit. Für Stabilität und Sicherheit sorgen Sperrventile zum Ausgleich der Pendelbewegungen. Zudem ist die Fahrfunktion des Staplers abgeschaltet, wenn der Greifer ausgeschoben ist. Erst, wenn die Greifarme wieder zurückgefahren wurden, kann der Fahrer wieder anfahren. Mittlerweile ist der Stapler fünf Monate im Einsatz und hat dabei schon 880 Betriebsstunden geleistet. Als großes Plus im harten Alltagseinsatz hat sich die geräumige Kabine inklusive Klimaanlage und luftgefedertem Fahrersitz erwiesen. Auch die Bedienung sämtlicher Hubmastfunktionen über in die Armlehne integrierte Joysticks kommt nach Auskunft des Werkleiters bei den Mitarbeitern sehr gut an. "Ehrlich gesagt wollen die Staplerfahrer überhaupt nicht mehr runter von der Maschine. Und hätte das Gerät nicht so einen hohen Mast, würden sie damit sicher auch noch nach Hause fahren", sagt Spiehl mit einem Lachen und ergänzt: "Ich muss sehr darauf achten, dass der ältere Stapler ebenfalls noch gefahren wird, auch wenn es mittlerweile mehr ein Standby-Gerät geworden ist." Quasi automatisch ist der Wartungsaufwand durch den hydrostatischen Antrieb gesunken. "Es gibt keinen anderen Hydrostaten in dieser Klasse, das hat uns schon beeindruckt", sagt Spiehl. "Und unsere Fahrer sind von dem feinfühligen, millimetergenauen Fahren und Heben begeistert. Zusammen mit der kompakten Bauweise des Gerätes sind schnelle und effektive Manöver möglich. Das spart Zeit und steigert die Produktivität."

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