Bürogebäude mit solitärhaftem Charakter

Plastizität als Bezug zur industriellen Geschichte

Frankfurt am Main (ABZ). – Das Europaviertel in Frankfurt, zentral zwischen Messe und Hauptbahnhof gelegen, ist das letzte große innerstädtische Entwicklungsgebiet in der Rhein-Main-Metropole. Passend zur typischen Hochbauweise des Gebiets fügen sich die beiden Neubauten der Deutschen Bahn AG – der massive "DB Tower" im Ensemble mit dem Bürogebäude "The Brick" – harmonisch in die Umgebung ein.
Hagemeister Fassade
Zwei neue Bürokomplexe charakterisieren das Europaviertel in Frankfurt. Die Neubauten der Deutschen Bahn AG – "DB Tower" und "The Brick" – fügen sich im Ensemble harmonisch in die Umgebung ein. Die im Wettbewerb siegreiche Fassadenkonzeption von Aldinger Architekten aus Stuttgart wurde von Schmidt Plöcker Architekten PartG mbB als führender Entwurfsplaner in den laufenden Planungsprozess adaptiert. Das Klinkerwerk Hagemeister fertigte für beide Komplexe Objektsortierungen. Foto: Florian Selig

Die im Wettbewerb siegreiche Fassadenkonzeption von Aldinger Architekten aus Stuttgart wurde von Schmidt Plöcker Architekten PartG mbB als führender Entwurfsplaner in den laufenden Planungsprozess adaptiert. Das Klinkerwerk Hagemeister fertigte für beide Komplexe Objektsortierungen.

Auf Grundlage eines Masterplans von A&P, Albert Speer + Partner GmbH, Frankfurt, entsteht im Europaviertel ein neuer Stadtteil. Der Masterplan setzt Blockrandstrukturen entlang einer repräsentativen Achse, einem grünen großstädtischen Boulevard. Dabei werden die Blockränder durch 60 m hohe Markierungspunkte akzentuiert. Der in Form und Grundriss vorgegebene "DB Tower" soll über seine Fassadengestaltung zum einen im Dialog zum Blockrand stehen und zum anderen einen eigenständigen Ausdruck erhalten.

"Eine Architektur ohne aufgeblasenes Ego", so beschreibt Christian Schmidt vom ausführenden Büro das Konzept der beiden Objekte. "The Brick" und der "DB Tower" wirken nicht wie Zwillinge, aber doch wie Geschwister. Zwei selbstbewusste Stadtbausteine, die sich zurückhaltend in den Raum einfügen. Inspiriert von den Industriebauten der 1920er-Jahre kommen die Baukörper mit klar gegliederten und plastischen Klinkerfassaden sowie großzügigen Fenstern daher. "Die Fassaden nehmen damit Bezug auf die Geschichte des heutigen Europaviertels, das auf Konversionsflächen des ehemaligen Hauptgüterbahnhofs in Frankfurt entwickelt wurde", führt Schmidt aus.

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Hagemeister Fassade
Die Gebäudehülle von "The Brick" gliedert sich durch einen zweigeschossigen Sockel und einer viergeschossigen Regelfassade. Diese zeichnet sich durch breite Pfeiler und gemauerte Deckenblenden aus. Foto: Florian Selig

Die Gebäudehülle von "The Brick" gliedert sich durch einen zweigeschossigen Sockel und einer viergeschossigen Regelfassade. Diese wird durch breite Pfeiler und gemauerte Deckenblenden charakterisiert. Zusätzliche Reliefs durch Rücksprünge rhythmisieren den Baukörper harmonisch. Eingesetzt wurde eine Objektsortierung, die durch ihre dunkelrot-braunen Grundtöne mit intensivem Kohlebrand besticht.

Die Fassade des "DB Tower" wurde mit Klinkerfertigteilen verarbeitet. "Sie entwickelt sich aus Einzelfenstern als stark gerasterte Lochfassade. Jedes Fensterelement verfügt über ein gestaffeltes Relief durch eine differenzierte Profilierung von Laibung, Sturz und Fensterbank", erläutert der Architekt. Hier kam eine dunkelrote Objektsortierung zum Einsatz. Auch dieser Stein weist einen charakterstarken Kohlebrand auf. "Klinker ist für uns ein Symbol von Bodenständigkeit, Beständigkeit und Wärme. Hightech ist unverzichtbar, aber am Ende ist ein realer Baustoff die Schnittstelle zwischen Nutzer und gebauter Hülle. Die Ziegel von Hagemeister haben eine einzigartige Textur, ein Material, das dauerhaft ist und in Würde altern kann", weiß Schmidt.

Hagemeister Fassade
Inspiriert von den Industriebauten der 1920er-Jahre kommen die Baukörper mit klar gegliederten und plastischen Klinkerfassaden sowie großzügigen Fenstern daher. Foto: Florian Selig

Verschiedene Materialien bestimmen den Entwurf. Neben Klinker wurden auch Beton, Metall und viel Glas für die Gebäudehülle verwendet. Die dunkelgrauen Aluminium-Fenster harmonieren optisch mit den dunkelroten Klinkern. Auch außergewöhnliche Fassadenelemente geben den Komplexen einen besonderen Charakter. So springt bei "The Brick" ein Staffelgeschoss in der Gebäudeebene zurück und ist mit einer hellen Putzfassade abgesetzt.

Darüber erheben sich die Technikgeschosse, die sich mit ihren anthrazitfarbenen, horizontal verlaufenen Metall-Lamellen dezent zurücknehmen. Beide Stadtbausteine sind durch ihre Materialität eine gelungene Abwechslung in der generischen Abfolge von Gebäudehüllen auf der Europaallee in Frankfurt.

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