Bund soll bei Immobilienkonzern Vonovia einsteigen

IG BAU moniert Bau-Zurückhaltung

Berlin (ABZ). – Auf die Ankündigung von Deutschlands größtem Immobilienkonzern, Vonovia, im kommenden Jahr nur noch 850 Millionen Euro in Neubau und Modernisierung zu investieren – und damit über 40 Prozent weniger als im laufenden Jahr, reagiert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit deutlicher Kritik.
Vonovia Wohnungswirtschaft IG Bau
Der Schriftzug des Wohnungsunternehmens «Vonovia» hängt an der Firmenzentrale. Die Ankündigung von Vonovia, Neubau und Modernisierungen erheblich drosseln zu wollen, sorgt für Kritik seitens der IG BAU. Foto: picture alliance/dpa | Marcel Kusch

"Wenn der Platzhirsch unter den Wohnungskonzernen jetzt beim Neubau und bei den Modernisierungen profitorientiert auf die Bremse tritt, dann ist das verantwortungslos", sagte Carsten Burckhardt, Mitglied im Bundesvorstand der IG BAU und führt aus: "Die Menschen brauchen dringend mehr bezahlbare Wohnungen und vor allem auch Sozialwohnungen. Die Flüchtlingszahlen sind auf einem Rekordhoch. Ein Großteil der Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind, wird bleiben. Es werden schon deshalb auch perspektivisch deutlich mehr Wohnungen gebraucht."

Vonovia rufe nach eigenen Angaben eine Durchschnittsmiete von 7,47 Euro pro Quadratmeter auf. Und Vonovia sei für das Drehen an der Mietpreisspirale bekannt – im Gegensatz zu kommunalen, genossenschaftlichen und kirchlichen Wohnungsgesellschaften, so der Verband. Bei denen liege die Miete im Schnitt lediglich bei rund 6 Euro. Es dürfe beim größten Vermieter Deutschlands nicht länger darum gehen, welchen Profit er macht und welche Gewinne er seinen Aktionären ausschütte.

Die Ankündigung von Vonovia, Neubau und Modernisierungen erheblich drosseln zu wollen, mache eines deutlich: "Es wird höchste Zeit, dass der Bund bei Vonovia einsteigt. Er muss einen Anteil von 25 Prozent plus eine Aktie erwerben – also die geringste und damit günstigste Sperrminorität in der Hauptversammlung und einen entsprechend effektiven Einfluss in den Aufsichtsräten", fordert Burckhardt.

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