Fassadengerüst

Anker reicht für 2,50-Meter-Gerüstfeld aus

Befestigungstechnik Gerüstbau
Einbauposition komplette Verankerung in umgebendem WDVS 160 mm, bereit zur Aufnahme des Gerüsthalters. Fotos: Eisenreich

KÜHBACH (ABZ). - "Eine herkömmliche Gerüstschraube in Ankerpositionen hinter Dämmschichten ist in ihrer Belastung auf Parallelzug durch den langen Hebelweg naturgemäß überfordert", so die Firma Peter Eisenreich Spezial-Bauartikel aus Kühbach. Bei einer Dämmstärke von beispielsweise 200 mm beträgt die Lastaufnahme für Parallelzug ihren Angaben zufolge lediglich 0,03 kN (30 kg), wogegen die DIN 4426 eine Aufnahme von 0,75 kN pro lfd. M. Gerüstfeld vorschreibt. "Diese Anforderung erfüllt unser FGA-System (FassadenGerüst Anker) bei WDVS bis zu 300 mm Stärke", betont das Unternehmen. Das System wird aufgestellt in Halle A2, Stand 229.

Zu den wesentlichen Bestandteilen zählen eine Ankerplatte und eine Ankerschraube mit beweglicher Gerüstöse. Die Auswahl der Ankerplatten und Ankerschrauben zur Erfüllung der statischen Anforderungen richtet sich grundsätzlich nach dem Ankergrund und der Stärke des anzubringenden WDVS. Weil nach den Bestimmungen von LBO, FRG und MBO bauteilverbindende Dübel etc. über eine bauaufsichtliche Zulassung verfügen müssen, sind die zum System gehörenden Dübel MFR14 mit Skt-Schrauben sowie Verbundanker MIS-V Bestandteile der Zulassungen ETA-07/0337 beziehungsweise DIBt Z-21.3–1816. Die daraus resultierenden zulässigen Belastungen sind durch Statische Berechnungen nachgewiesen. "Bei Verwendung von Dübeln und Schrauben ohne bauaufsichtliche Zulassung ist die Eigenschaft als Daueranker nicht gegeben", heißt es weiter. Das FGA-System ist so konzipiert, dass die gemäß DIN 4426 erforderlichen Lastaufnahmen für beispielsweise ein Gerüstfeld mit 2,50 m Länge (Fp 1,88 kN, Fv 5,63 kN) von nur einem Anker aufgenommen werden können. Diese Leistung wird erbracht in den Ankergründen Beton C16/20, Kalksandstein KS12, Vollziegel MZ12 und Hochlochziegel HLZ12 bei WDVS bis 300 mm Stärke.

"Dies ist aber nur eine Teillösung der Probleme der bisher in WDVS verwendeten Gerüstschraube, nämlich die durch Bewegungen des Gerüsts verursachten unkontrollierten Ausformungen in der Dämmschicht", wird betont. "Solche Ankerpunkte waren bisher der Anlass zu aufwändigen Nacharbeiten und zu Auseinandersetzungen mit Architekten oder Bauherren."

"Was nützt jedoch ein Ankersystem, das zwar die geforderte Leistung auf Parallelzug bringt, bei dem aber um ein auskragendes Teil die Dämmung zeitaufwändig ausgeschnitten und besonders bei runden Bauteilen mit Dämmschaum verfüllt werden muss?", fragt die Firma Peter Eisenreich.

Um diesen Nachteil zu vermeiden, wird ein systemeigener Einbauquader mitgeliefert, der durch seine Axialbohrung für den Schraubenschaft quasi in einem Arbeitsgang zusammen mit der Ankerschraube eingebaut wird und eine Unterbrechung der Dämmwirkung an der Ankerstelle zuverlässig ausschließt. Dieser Einbauquader aus Polystyrol WLG 032 wird in der Stärke des anzubringenden WDVS geliefert. Er passt sich seitlich und besonders unten nahtlos an die Verankerung sowie die umgebende Dämmung an.

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Einbauposition Ankerplatte "B": Durchsteckmontage der Kunststoffdübel mit Zulassung ETA-07/00337 (zur Demo ohne Schrauben).

Alternativ zum Einbauquader kann ein Einbaurohr konfektioniert mit dem bereits genannten Putzkonus verwendet werden. Hier müssen jedoch die Lücken zum umgebenden WDVS eigens mit Dämmmaterial und Dämmschaum geschlossen werden. Das Einbaurohr wird auf den Schaft der Ankerschraube gesteckt und die Schraube in die Muffe der Ankerplatte eingedreht. Das Einbaurohr verhindert ebenso den Kontakt mit Dämmschaum, Putz und Farbe zur Ankerschraube. Beim Ausbau wird der Putzkonus an seiner Sollbruchstelle vom Rohr getrennt. Das Rohr endet ca. 10 mm unter der Außenkante des WDVS und kann mit den folgenden Produkten verschlossen werden. Der dauerhafte, wasserdichte Verschluss erfolgt durch einen Dämmstopfen aus Styrofoam WLG 035, auf den zusätzlich eine Verschlusskappe mittels Farbacryldämmstoff versenkt eingeklebt wird. Die verbleibende Vertiefung wird mit dem Dämmstoff verfüllt. Dieses Farbacryl ist in Tönen der Farbtonkarten erhältlich, die Ankerstelle ist somit so gut wie unsichtbar.

In diese Verschlusskappe ist jedoch eine korrosionsfreie Metallscheibe eingefügt, womit sich die Ankerstelle bei späterer Verwendung problemlos mit einem Metallscanner ermitteln lässt. Als Alternative kann anstatt der Metallscheibe eine Verschlusskappe mit einem Positionsanzeiger geliefert werden, der ca. 10 mm aus der fertigen Oberfläche auskragt.

Als weitere Möglichkeit ist eine Verschlusskappe erhältlich, die auf die fertige Oberfläche geklebt wird. Diese Kappe wird mit Farbauftrag (wie das Farbacryl) ebenfalls in Tönen der Farbtonkarten geliefert.

Beim Ausbau der Ankerschraube werden das Acryl und die Kappe mit einem Messer entfernt, und mit einer entsprechend langen Holzgewindeschraube kann der Dämmstopfen ohne Probleme aus dem Quader gezogen werden.

Der Schaft der Ankerschraube ist in einem stufenlos axial beweglichen Putzkonus eingebaut, der den Kontakt von Putz und Farbe mit dem Schraubenschaft verhindert. Deshalb kann die Schraube ohne Risse in der Außenfläche ausgeschraubt werden.

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