Hohe Anforderungen des historischen Gebäudes gedeckt

Designroste schmücken das Dorint-Hotel

Drainagen Modernisierung und Sanierung
Umgeben von einer weitläufigen Parkanlage liegt das Dorint-Hotel Frankfurt/Oberursel auf einer Anhöhe: Im Außenbereich wurden hochwertige Rinnen verbaut, um die optimale Entwässerung zu garantieren. Foto: Richard Brink

Oberursel (ABZ). – "Wie der Phönix aus der Asche" – so lassen sich die letzten Jahre der Villa Gans zusammenfassen. Das ursprüngliche historische und zum Schluss verwaiste Gebäude hatte bis zu seinem Abriss 2014 sowohl als Wohnsitz einer Fabrikantenfamilie als auch als Schulungsstätte gedient und könnte somit nicht facettenreicher sein. An seinem ursprünglichen Standort steht heute eine in der Außenwirkung detailgetreue Rekonstruktion des Vorgängerbaus. Aus statischen, brandschutzrechtlichen sowie energetischen Gründen haben sich die neuen Eigentümer zusammen mit der Denkmalpflege für den außergewöhnlichen Schritt des Abrisses und des Wiederaufbaus entschieden. Im Sommer 2016 ist das Dorint-Hotel in den rekonstruierten Altbau eingezogen. Um noch mehr Platz zu schaffen, wurden moderne Neubauten an das Haupthaus angeschlossen. Im Rahmen der Rekonstruktions- und Neubaumaßnahmen suchten GHP Architekten (Oberursel) und die Firma Götte Landschaftsarchitekten (Frankfurt a. M.) nach Lösungen für die Entwässerung, die mit der Optik der alten Villa harmonieren, aber auch modernen Ansprüchen genügen. Die Firma Richard Brink trug dazu Lösungen bei, die sich in unterschiedlichen Hotelbereichen wiederfinden.

Trotz seiner dichten Besiedlung hat sich der Vordertaunus sein von sattem Grün geprägtes Gesicht bewahrt. Unweit der Großstädte Frankfurt und Wiesbaden ist hier aus Sicht von Richard Brink eine Oase der Ruhe erhalten geblieben, die sich auch in der Bebauung widerspiegelt: Einfamilien- und Reihenhäuser bestimmen die Städte, Hochhäuser sind die Ausnahme. Dazwischen liegen alte Villen. Lange war auch die Villa Gans ein privates Herrenhaus des Großbürgertums im beginnenden 20. Jahrhundert. Im englischen Stil errichtet, thronte es auf der "Kestenhöhe", die wegen eines Kastanienhains so genannt wurde. Ein weitläufiger Park, exotische Baumarten und verschiedene Nebengebäude gehörten zu dem Anwesen der Familie Gans. 1910 erbaut, wohnten die Eigentümer, die in Oberursel ein Pharmaunternehmen für Seren und Insulin besaßen, bis 1928 dort – anschließend zogen sie nach Frankfurt und verkauften die Villa 1932 an die Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft, die es ihrerseits nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten an die Deutsche Arbeiterfront veräußerte. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Haus wieder in "Villa Gans" umbenannt und 1953 an den DGB überschrieben – als Teil der Wiedergutmachung in der Nazizeit –, der es bis 2004 als "Haus der Gewerkschaftsjugend" nutzte. 1966 wurde die Parkanlage inkl. der Nebengebäude als Naturdenkmal unter Schutz gestellt.

Die Dorint-Hotelkette meldete kurz danach Interesse an – hier sollte ein Hotel mit Tagungsräumen, Gastronomie und exklusiven Suiten entstehen. Anfang 2014 konnte mit den Bau- und Umbauarbeiten begonnen werden. Neben der Rekonstruktion des alten Gebäudes, das erhebliche statische Mängel aufwies, wurde besonderes Augenmerk auf die Entwässerung gelegt, die sich in das Ensemble aus Neu und Alt einfügen, dabei jedoch gleichzeitig auch modernen Anforderungen entsprechen sollte. Die Herausforderungen, denen sich die Richard Brink GmbH & Co. KG gegenübersah, waren mannigfaltig: Das anfallende Oberflächenwasser musste optimal abgeleitet werden, barrierefreie Übergänge an den Türen zum Gebäude und im Terrassenbereich waren unabdingbar und dazu musste eine exklusive Optik das Gesamtbild des Tagungshotels unterstreichen. Um die Außenflächen, Treppen und Fassaden vor Niederschlags- und Stauwasser zu schützen, kamen verschiedene Dränage- und Entwässerungsrinnen zum Einsatz. Auf den Hofflächen und in der Feuerwehrzufahrt verbauten die Immo Herbst GmbH, Frankfurt a. M., und die Herman Schäfer GmbH & Co. KG, Weilmünster, Schwerlastrinnen vom Typ "Ferro Magna". So konnte gewährleistet werden, dass diese Außenbereiche auch für größere Fahrzeuge befahrbar sind. Die "Ferro Magna" überzeuge einerseits durch ihr leichtes Gewicht – bedingt durch den Materialmix aus Kunststoff und Edelstahl –, andererseits mit ihrer max. Belastbarkeit bis zur Klasse D 400. Auch die Schwerlastrinnen wurden mit "Hydra Linearis"-Rosten in Schwerlastausführung abgedeckt.

Die Firma Ed. Züblin AG aus Frankfurt a. M. setzte Dränagerinnen des Typs "Stabile" u. a. auf der großen Terrassenfläche des Hotels ein. Diese stellen die Verbindung zwischen den bodentiefen Fenstern und der Pflasterung dar. Auch die gläsernen Balustraden mit Blick auf den tiefer gelegenen Innenhof sowie die An- und Austrittsstufen und die Zwischenpodeste der Außentreppen wurden mit den Dränagerinnen ausgestattet. Eine Besonderheit befindet sich im Eingangsbereich: Die Karusselltür wird von radial angefertigten "Cubo"-Rinnen umrahmt, die ihrerseits mit den radial gefertigten "Hydra Linearis"-Rosten ausgelegt wurden. Diese Maßanfertigung gewährleistet einen optisch ansprechenden Eingangsbereich, der zugleich eine ordnungsgemäße Entwässerung in diesem Bereich garantiert.

ABZ-Stellenmarkt

Relevante Stellenangebote
Mit uns gemeinsam hoch hinaus, Plettenberg  ansehen
Hausmeister/in (w/m/d), Berlin  ansehen
Bau-Ingenieur*in / Landschaftsarchitekt*in (m/w/d)..., Dortmund  ansehen
Alle Stellenangebote ansehen

Ausgewählte Unternehmen
LLVZ - Leistungs- und Lieferverzeichnis

Die Anbieterprofile sind ein Angebot von llvz.de

ABZ-Redaktions-Newsletter

Freitags die aktuellen Baunachrichten direkt aus der Redaktion.

Jetzt bestellen