Lotsenviertel aufgewertet

Klinkerpflaster betont maritimen Charakter

Wienerberger Klinker
Im historischen Schillerzentrum, dem heutigen Lotsenviertel, waren traditionell die Lotsen zu Hause. Dank einer umfassenden Aufwertung ist es wieder ein beliebtes Wohngebiet mit hoher Lebensqualität und touristischer Anziehungskraft geworden. Foto: Wienerberger/Krüger

CUXHAVEN (ABZ). - Cuxhaven an der Nordsee blickt auf eine langjährige maritime Tradition zurück, so wurde an der Elbmündung bereits 1889 der Hamburg-Amerika-Verkehr aufgenommen. Auch heute noch, gut 125 Jahre später, befindet sich hier der wichtigste deutsche Fischereihafen.Natürlich ist auch das Stadtbild stark von der Seefahrt geprägt, etwa im historischen Schillerzentrum. Hier wohnten laut Gesetz einst die Lotsen. Um ihren Dienst jederzeit verrichten zu können, mussten sie in der Lage sein, die etwa 1 km entfernte Lotsenversetzstation kurzfristig zu erreichen. Das ehemalige Schillerzentrum, heute besser bekannt als Lotsenviertel, ist nach einer umfassenden Aufwertung wieder ein beliebtes Wohngebiet mit attraktiven Freiflächen, kleinen Fachgeschäften und urigen Kneipen. Doch das war nicht immer so, obwohl der Stadtteil hinter dem Deich nur wenige Minuten von der "Alten Liebe", dem bekannten zweigeschossigen Anleger in Cuxhaven, entfernt ist und die Fußgängerzone sowie die touristisch geprägten Ortsteile mit Strandzugang jeweils fußläufig erreichbar sind. Auch wenn der Touristenmagnet Cuxhaven bei gerade 50.000 Einwohnern jährlich gut drei Millionen Übernachtungen verzeichnet, konnte das Lotsenviertel kaum davon profitieren. Um die Jahrtausendwende prägten Geschäfts- und Wohnungsleerstand sowie ein ungepflegtes Straßenbild das Viertel mit der historischen Altbausubstanz.Eigentümer, Gewerbetreibende, Anwohner und Stadtverwaltung reagierten darauf gemeinsam. 2004 beauftragten sie die Cima Beratung & Management, ein renommiertes Beratungsbüro für Stadt- und Regionalentwicklung, mit der Entwicklung eines Masterplans. Im Frühjahr 2006 legten die Planer eine detaillierte Ausarbeitung vor, mit der das Quartier wieder zu einem attraktiven Wohn- und Geschäftsbereich mit touristischer Anziehungskraft werden sollte.Bei der Umsetzung brachten sich Eigentümer und Gewerbetreibende über die "Interessengemeinschaft Lotsenviertel" stark ein. Ihr Vorsitzender Thorsten Larschow, von dem auch der Vorschlag zur Umbenennung des Schillerzentrums stammt, erläutert: "Für uns Gewerbetreibende war es natürlich besonders wichtig, dass endlich etwas passiert. Und natürlich liegt uns das Lotsenviertel am Herzen. Ich bin froh, dass alle Beteiligten so gut kooperiert haben."Ein zentraler Baustein des Masterplans war die Umgestaltung des Straßenraumes im Viertel. Mit dem baulichen Neustart konnte ein neues Marketingkonzept samt Logo und eigener Homepage realisiert werden.Neben dem klassischen Stadtmarketing befasste sich eine Arbeitsgruppe mit Konzepten gegen den Leerstand; eine weitere lieferte Ideen für bauliche Maßnahmen im Straßenbau.Koordinierendes Gremium für Planung und Abstimmung mit allen Beteiligten war die Straßenbauabteilung im Fachbereich "Straße und Verkehr" der Stadt. Ziel war die Erhöhung der Aufenthaltsqualität sowie die Schaffung eines hohen Wiedererkennungswertes. Dafür wurden baulicherseits folgende Maßnahmen realisiert:

  • ? Schaffung verkehrsberuhigter Bereiche und somit niveaugleicher Ausbau;
  • ? Schaffung von Ruhezonen (Bänke, Flächen für die Außengastronomie);
  • ? Barrierefreiheit (Niveaugleichheit, taktile Elemente in Längs- und in Querrichtung, kontrastreicher Materialmix für sehbehinderte Menschen);
  • ? Erhaltung von Parkraum auf einem maxi-mal vertretbaren Maß;
  • ? Stadtmöblierung nach historisch maritimen Gesichtspunkten;
  • ? Restaurierung bzw. Ergänzung der historischen Straßenbeleuchtung;
  • ? Schaffung von Spielzonen für Kinder.

Um den maritimen Charakter zu betonen, setzte man in Cuxhaven von vornherein auf ein seit Jahrhunderten bewährtes Belagmaterial – Pflasterklinker. Auf gut 6000 m² kamen rotblaubunte Pflasterklinker aus dem Penter Freiflächenprogramm von Wienerberger zum Einsatz. Der Sortimentsklassiker überzeugt Herstellerangaben zufolge durch hohe Abriebfestigkeit und lebenslange Farbechtheit. Die extrahart gebrannten Klinker sind gleichermaßen schmutzabweisend, frostbeständig und säureresistent. Um Planern und Verarbeitern höchstmögliche Sicherheit zu geben, hat der Hersteller neben einem breiten Produktangebot auch Formziegel und Sonderformate im Angebot.Key-Account-Manager Klaus Hundeshagen, der das Projekt bei Wienerberger betreute, sieht in dieser Leistungsstärke die besonderen Vorteile: "Den Ausschlag für die Auftragsvergabe gab letztlich auch die Tatsache, dass wir Klinker mit eingekürzten Abstandhaltern anbieten können. Dadurch lässt sich die genormte Fugendicke leichter einhalten, was vor allem den Verarbeitern das Verlegen erleichtert. Die Verschiebesicherheit wird verstärkt und durch die Einkürzungen sind die Abstandshalter nach der Verlegung nicht mehr sichtbar."Für Verkaufsleiter Rainer Barz hat der persönlicher Dialog und eine individuelle Beratung einen hohen Stellenwert: "Vor allem Kommunen zeigen sich offen für Vorschläge, die Qualität und Wirtschaftlichkeit eines Projektes erhöhen.Auch in Cuxhaven konnten wir die Verantwortlichen von der Wertigkeit des Abstandshalters überzeugen. Die unscheinbare Optimierung erhöht die Sicherheit vor unschönen Fugenbildern und Kantenabplatzungen." Hinzu kam seitens der Projektpartner der Wunsch, Klinker auch mit dem Logo des Lotsenviertels zu versehen. Die Sonderanfertigung konnte im Wienerberger-Werk Bramsche realisiert werden. Nach einer Gesamtbauzeit von viereinhalb Jahren, in der insgesamt rund 14.000 m² in neun Bauabschnitten umgestaltet wurden, wurde das Projekt zum Jahresende 2013 fertiggestellt.

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