Nachhaltig gesichert

Gewindeformbefestiger für Märker-Neubau

Oberursel (ABZ). – Zement ist aus der aktuellen Bauindustrie nicht wegzudenken. Aus diesem Grund errichtete die Märker Gruppe nun an ihrem Hauptstandort im schwäbischen Harburg eine neue Zementlinie. Mit dieser geht sie einen wichtigen Schritt zur Klimaneutralität – denn der neue Ofen verzichtet weitestgehend auf fossile Brennstoffe.
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Zement ist aus der aktuellen Bauindustrie nicht wegzudenken. Aus diesem Grund errichtete die Märker Gruppe nun an ihrem Hauptstandort im schwäbischen Harburg eine neue Zementlinie. Mit dieser geht sie einen wichtigen Schritt in Richtung Klimaneutralität – denn der neue Ofen verzichtet weitestgehend auf fossile Brennstoffe. Bei den Stahlbauarbeiten für die Industrieanlage kam zur Befestigung der Bodenplatten der Gewindeformbefestiger nonut-TDBL von SFS zum Einsatz. Foto: Kleebauer/SFS

Bei den Stahlbauarbeiten für die Industrieanlage kam zur Befestigung der Bodenplatten der Gewindeformbefestiger nonut-TDBL von SFS zum Einsatz. Die Hochleistungsschraube mit patentiertem Gewinde garantiert laut Hersteller auch unter starken Beanspruchungen ein Höchstmaß an Sicherheit und trägt zu einem nachhaltigen Gebäudezyklus bei.

Zement ist seit Jahrzehnten der meistverwendete Werkstoff der Welt und wird kontinuierlich an die Anforderungen sowie Aufgaben modernen Bauens angepasst. Auch die schwäbische Unternehmensgruppe Märker produziert an mehr als 40 Standorten Produkte aus den Bereichen Zement, Beton, Kalk, Kies und Umwelttechnik. Um die Produktion am Hauptsitz in Harburg (Bayern) zu sichern und vor allem den Umwelt- und Klimaschutz des Werkes zu verbessern, entschied sich das Unternehmen 2019 für den Bau einer neuen Zementlinie. Diese umfasst einen Drehrohrofen mit Rostkühler und Wärmetauscherturm, eine Halle zu Lagerung und Förderung von Brennstoffen sowie eine entsprechende Anlage zur Abgasreinigung. Im August 2020 wurde mit dem Fundament des rund 120 m hohen Wärmetauscherturms begonnen. Nach nur zweijähriger Bauzeit wurde der neue "Ofen 8" schließlich im Mai 2022 mit einem Festakt eingeweiht. Der umweltfreundlichere Neubau ersetzt nun die bisherige, etwa 50 Jahre alte Ofenanlage.

Die IKN GmbH aus Neustadt am Rübenberge übernahm die Anlagen- und Rohrleitungsplanung der Industrieanlage. Die mechanische Montage der kompletten Zementlinie – die insgesamt rund 2100 t Stahlbau und 2800 t Equipment umfasste – wurde von SGS Industrial Services ausgeführt. Um in kurzer Zeit besonders sichere Ergebnisse zu erzielen, entschied sich das Team zur Befestigung der Stahlböden aus Tränenblech in den unterschiedlichen Ebenen für eine innovative Schraubverbindung des Schweizer Systemherstellers SFS: Der Gewindeformbefestiger nonut-TDBL ermöglichte – auch in zum Teil schwindelerregenden Höhen – die direkte Verschraubung der statisch beanspruchten Metall-Bauteile. Aufgrund der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten kann die Sechskantschraube laut Hersteller als einziger Befestigertyp für ein komplettes Bauprojekt eingesetzt werden. So wurden für den Bau des Harburger Wärmetauscherturms mehr als 17.000 Gewindeformbefestiger mit einer Länge von etwa 30 mm und einem Durchmesser von 13,4 mm verschraubt.

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Da der Befestiger nach Aussage des Herstellers für alle Stahlqualitäten geeignet ist, entscheidet lediglich die Materialstärke über den Vorbohrdurchmesser. Foto: Kleebauer/SFS

Während herkömmliche, mehrteilige Befestigungssysteme die Zugänglichkeit des Bauteils von oben und unten erfordern, ermöglicht der Einsatz des speziell entwickelten Systems aus nonut-TDBL und HO-Teller die direkte Verschraubung der Platten – von einer Seite und mit nur einer Hand. Wurden vorher oft unterschiedliche Schraubentypen und damit verschiedene Muttern und Unterlegscheiben für die Befestigung benötigt, erweist sich die Konstruktion mit nonut-TDBL ganz im Sinne der Nachhaltigkeit des Bauvorhabens als besonders materialsparend: Denn es werden lediglich zwei Komponenten benötigt. Zur Montage der Hochleistungsschraube sind zudem keine aufwendigen Gewindebohrungen oder Senkbohrungen erforderlich – nonut-TDBL wird in nur einem Arbeitsgang in das vorbereitete Stanzloch eingeschraubt. Da der Befestiger mit patentiertem Gewinde auch für hochfeste Stahlqualitäten geeignet ist, entscheidet lediglich die Materialstärke über den Vorbohrdurchmesser.

Die Verarbeitung von nonut-TDBL erfolgte anschließend mit einem Tangential-Schlagschrauber sowie den optional bei SFS erhältlichen Magnet-Bits. Mit Hilfe seiner Sucherspitze zentriert sich der spanlose Direktbefestiger während der Verschraubung von allein. Jede Stahlplatte wurde auf diese Weise mit mehreren Schrauben montiert. Die Anzahl der Schrauben pro Stahlplatte richtet sich dabei nach der jeweiligen Größe und Spannweite. Die Aufnahme von Bautoleranzen konnte dabei über die Größe der Bohrung für den HO-Teller im Tränenblech gesteuert werden. Aus einsatzgehärtetem Stahl gefertigt und somit besonders belastbar, wird auch die Zahl der benötigten Befestigungspunkte reduziert.

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Zement ist aus der aktuellen Bauindustrie nicht wegzudenken. Aus diesem Grund errichtete die Märker Gruppe nun an ihrem Hauptstandort im schwäbischen Harburg eine neue Zementlinie. Foto: Kleebauer/SFS

Die Verzahnung unterhalb des Schraubenkopfes schützt nach Angaben von SFS zusätzlich vor selbstständigem Lösen der Befestiger. So konnte das 65-köpfige SGS-Verarbeiterteam die statisch beanspruchten Metall-Bauteile des Wärmetauscherturms in kurzer Zeit montieren. Auch das aufwändige Überprüfen und Nachziehen der Schrauben entfällt, da mit dem selbstgefurchten Gewinde eine spielfreie Verbindung hergestellt wird. Sollte ein Bauteil – wie beispielsweise eines dieser Tränenbleche – ausgetauscht oder verändert werden müssen, kann die spanlose Schraube demontiert und weiterverarbeitet werden.

Da der Gewindeformbefestiger einen langfristigen und sicheren Halt bietet und auch Reparaturen unkompliziert – ohne erhöhtes Risiko für die Mitarbeiter – ausgeführt werden können, trägt die demontierbare Schraube laut SFS zu einem nachhaltigen Gebäudezyklus bei. Die nonut-TDBL erfülle jedoch nicht nur durch ihre Beständigkeit, Materialeffizienz und -einsparung sowie ihrer hohen Verarbeitungssicherheit den besonderen Nachhaltigkeitsanspruch der Märker Gruppe, sondern entspreche aufgrund ihrer Wiederverwendbarkeit auch dem Kreislaufgedanken. Die Bauarbeiten für den neuen Turm der Zementlinie in Harburg konnten mit Hilfe des Spezialbefestigers von SFS nach 14-monatiger Bauzeit unfallfrei abgeschlossen werden. Die gesamte Anlage soll nicht nur die Zukunft des Werkes im Landkreis Donau-Ries sichern, sondern auch einen wichtigen Beitrag in Richtung Klimaneutralität leisten.

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