Nahe des Rheinhafens Karlsruhe

Baugruben auftriebssicher mit wasserdichten Verbau hergestellt

Bohrmaschinen und Bohrwerke Rohr- und Leitungsbau
Die Vortriebe DN 1200 wurden im Microtunnelverfahren mit einer AVN 1200 TC System Herrenknecht aufgefahren. Foto: PPR

KARLSRUHE (ABZ). - Die Stadtwerke Karlsruhe GmbH erneuert und erweitert seit 2008, unter Nutzung der bei der Raffinerie Miro in Karlsruhe anfallenden Abwärme zur Energiegewinnung das bestehende Fernwärmenetz für die Versorgung des Stadtgebietes Karlsruhe. Nach 2009 wurde die Fa. PPR Peter + Partner Rohrvortrieb Spezialtiefbau GmbH gemeinsam mit ihrem langjährigen ArGe-Partner, der ortsansässigen Fa. Greulich & Co GmbH, 2013 im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung wieder mit der Ausführung von zwei Dükerbauwerken im Rahmen der 3. Fernwärmehauptleitung beauftragt.

Das Heizkraftwerk West (HKW) liegt in unmittelbarer Nähe zum Rheinhafen Karlsruhe. Daraus ergibt sich, dass die Start- und Zielgrube sowie die Vortriebe in den Talablagerungen des Rheingrabens und im Grundwasser ausgeführt wurden. Das Dükerbauwerk befindet sich im Bereich des Betriebsgeländes des HKW und wurde erforderlich, da hier mehrere Betriebsgebäude und eine Umspannstation im Zuge der geplanten Trasse unterquert werden mussten.

Die Baugruben musste demzufolge mit wasserdichten Verbau und auftriebsicheren Unterwasserbetonsohlen hergestellt werden. Die Startgrube lag unmittelbar neben dem Heizkraftwerk und wurde mit einer überschnittenen Bohrpfahlwand und die außerhalb des Betriebsgeländes liegende Zielgrube mit Spundwand gesichert. Die Vortriebe DN 1200 wurden im Microtunnelverfahren mit einer AVN 1200 TC System Herrenknecht aufgefahren.

Die anstehenden Talablagerungen aus quartären sandigen Rheinkies waren im Baugrundgutachten als stark wechselnd und mit zunehmender Tiefe mit höheren Kiesanteil und größerer Lagerungsdichte beschrieben. Diese Angaben zum Baugrund veranlasste die Fa. PPR GmbH eine leistungsstarke Separier Anlage der Fa. Step Oiltoools GmbH aus Bad Fallingbostel mit einem möglichen Trennschnitt im Bereich zwischen 25 und 60 µm und einer Durchsatzleistung von 300 m³/h einzusetzen. Die Kompakt-Separier Anlage bestehend aus zwei 20ft Normcontainern beinhaltet in der Basis einen 3-Kammer Tank, die Aufnahme für die Hydrozyklonpumpe sowie Transferpumpe und Schaltschrank. Der zweite Container dient zur Aufnahme des Doppeldeck-Siebgerätes mit 28x4" Hydrozyklon-Anlage. Das SO-FLC 424 DD-Siebgerät, welches mit 6,5 g bei einem Schallpegel von lediglich 78 dBA arbeitet, hat eine Fläche von 6,7 m² bei Flachsieben; beim Einsatz von Pyramid-Sieben erhöht sich die Siebfläche um 105 % bzw. 184 % bei Pyramid Plus Siebbelägen.

Die Schnellspannvorrichtung sowie die manuelle Siebanstellwinkel-Verstellung erhöhen den Bedienkomfort. Der Schaltschrank, ausgestattet mit neuester Technologie, verfügt unter anderem über Softstart für Hydrozyklonpumpe, Frequenzregelung in Kombination mit Radarsensor für die Transferpumpe. Abschließend zu erwähnen ist noch, dass die Kompaktbauweise ein schnelles Auf- und Abbauen ermöglicht und durch ideale Transportmaße besticht.

Diese vorausschauenden Auswahlkriterien haben sich in sofern als positiv herausgestellt, da es sich im Verlauf der Vortriebe herausgestellt hat, dass der Baugrund des Werkgeländes auf Grund früherer Nutzung mit Kontaminationen aus Bikarbonaten und Kohlenstoffverbindungen belastet ist und eine technisch sehr aufwendige Separation erforderlich machte, bei der zusätzlich hohe Ansprüche an das für die Schmierung und Stützung der Ortsbrust eingesetzte Bentonit gestellt wurden.

Im Bereich des zweiten Dükers zur Querung der Süd – Umfahrung im Zuge der B10 und dem parallel verlaufenden Flusses Alb, war die Separation aufgrund der hier überraschend angetroffenen gleichförmigen Schwämsande, die auf eine Leistung von 300 m³/h ausgelegte Anlage im Bereich der Hydrozyklone grenzwertig beansprucht.

Dank der 28x4" Zyklonanlage konnten doch noch Durchflussmengen von ca. 110 m³/h bei 120 bis 150 mm/min. Vortriebsgeschwindigkeit erreicht werden.

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