Neue Firmenzentrale für Woolworth

XXL-Verwaltungs- und Logistikkomplex mit BIM termingerecht umgesetzt

Unna/Kamen (ABZ). – Im nordrhein-westfälischen Unna ist kürzlich die neue Firmenzentrale des Handelsunternehmen Woolworth fertiggestellt worden. Unter der Generalplanung des Unternehmens Dälken Architektur entstanden in weniger als zwei Jahren ein repräsentatives Verwaltungsgebäude und ein imposanter Logistikkomplex auf Basis eines fünfschiffigen Hallenbaus. Für die termingerechte Fertigstellung setzten dieVerantwortlichen auf den Einsatz von Building Information Modeling (BIM).
Hallenbau
Nach der Inbetriebnahme von zwei Hallentrakten bereits im November 2019 war im Frühjahr 2020 der gesamte Logistikkomplex fertiggestellt.

Die neue Firmenzentrale der Woolworth GmbH wurde in weniger als zwei Jahren fertiggestellt und in Betrieb genommen. Die Generalplanung für das 18 ha große Mammutprojekt hat das Familienunternehmen Dälken Architektur + Generalplanung aus Georgsmarienhütte erbracht. Im interkommunalen Gewerbegebiet Unna/Kamen wurden neben der Bundesautobahn ein fünfschiffiger Zentrallogistikkomplex, ein solitäres fünfgeschossiges Verwaltungsgebäude sowie dazugehörige Außenanlagen für das Handelsunternehmen realisiert. Die Strukturierung und Arrangierung des Vorhabens erfolgte über eine Leasingfinanzierung mit der DAL Deutsche Anlagen-Leasing, Mainz. Die Projektleitung sowie Projektsteuerung hat die DAL Bautec Baumanagement und Beratung GmbH übernommen.

Das neue 40 x 80 m große orthogonale Verwaltungsgebäude verfügt über Büroflächen auf fünf Geschossen. Genug Platz für das angestrebte Wachstum des Unternehmens, so die Verantwortlichen. Der am Eingang des Geländes platzierte Firmenhauptsitz wirkt aufgrund seiner prägnanten Fassadengestaltung aus Mauerwerk und über Eck laufenden Fensterbändern als architektonischer Imageträger. Die großzügigen Fensterfronten strahlen Offenheit und Transparenz aus. Eine Kombination aus grau-weißem Ziegelmuster und den anthrazitfarbenen, vertikal durchbrochenen Fensterbändern sorgt für Harmonie in der Fassadengestaltung. "Mit diesem Konzept wird visuell die kompakte rechteckige Gebäudeform reduziert", sagt Projektleiter Jörg Wortmann von Dälken. Von außen nicht sichtbar unterbrechen und lockern zwei Innenhöfe den rechteckigen Gebäudegrundriss. Die in der roten Firmenfarbe gehaltenen Unternehmensschriftzüge unterhalb des Gebäudefirst weisen Mitarbeitern, Fernfahrern des Logistikbereiches und Gästen weithin sichtbar den Weg zur neuen Firmenzentrale.

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Hallenbau
Aus jeder Perspektive sind die Tiefe und Größe der Hallen ersichtlich.

Ein repräsentativer, zweigeschossiger Eingangsbereich führt ins großzügige Foyer der Zentrale. Neben dem Empfang befindet sich auf der gesamten südlichen Gebäudeseite des Erdgeschosses eine hauseigene Kantine mit Großküche. Diese versorgt die Mitarbeiter aus der Verwaltung und dem Logistikbereich und ist für bis zu 150 Personen gleichzeitig ausgelegt. Ebenso im Erdgeschoss sind Umkleidebereiche, diverse Besprechungs- und Büroräume sowie das zentrale Rechenzentrum und Technikräume angeordnet. Mehrere Treppenhäuser und Aufzüge führen die Mitarbeiter in die oberen Geschosse. Dort befinden sich die Großraum-, Gruppen- und Einzelbüros der einzelnen Abteilungen. Das vierte Obergeschoss kann bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt ausgebaut werden. Die Mitarbeiter können neben der Kantine als weitere Sozialräume die acht Teeküchen für den Austausch und zur Erholung nutzen. Bei dem zweibündigen Raumkonzept liegen größere Gruppen- und Besprechungsräume für einen hohen Tageslichtanteil außen. Einzelbüros, Technik- und Lagerräume sowie diverse Spezialräume sind um die zwei Innenhöfe herum gruppiert. Diese sind als begehbare Austausch- und Erholungsorte konzipiert und erlauben vielfältige Blickbeziehungen zwischen den Ebenen. Anthrazitfarbene Raffstoreanlagen harmonieren zudem mit der grau-weißen Fassade und bieten entsprechend dem Sonnenstand Schutz.

Südwestlich der Verwaltung befindet sich der neue Logistikkomplex. Der fünfschiffige Hallenneubau ist in Massivbauweise mit Fertigteilen ausgeführt und hat pro Hallentrakt eine Grundfläche von 10.000 m². "Bei einer Gesamtabmessung von 360 x 138 m haben wir uns mit dem Auftraggeber zusammen für ein zurückhaltendes Fassadenkonzept aus anthrazitfarbenen Isopaneelen für die Hallen entschieden, die mit dem hellen Grau der Sichtbetonflächen im Außenbereich harmonieren. Dadurch tritt die visuelle Erscheinung des großen Logistikkomplexes hinter die repräsentative Firmenzentrale zurück", sagt Wortmann.

Der Schwerpunkt bei den Planungen der Hallen habe darin gelegen, die komplexe Funktionalität umzusetzen. An den beiden Längsseiten wurden 87 Verladebrücken angeordnet. Oberhalb der Verladebrücken sind in einer Höhe von 6 m mehrere Mezzaninebereiche mit einer Tiefe von 12 m platziert. An der Ostseite sind ein zweigeschossiger Bereich für den Wareneingangsfluss, Technikräume sowie Flucht- und Treppenhäuser realisiert. Der zweite Mezzaninebereich an der Westseite schließt die Warenausgangs- und Kommissionierbüros, eine Müllstation sowie Treppenhäuser ein. An der Nordseite der Halle 1 befindet sich im Mezzaninebereich eine Musterfiliale mit einer Abmessung von 18 x 38 m. Daneben bieten Sozialräume und komplexe sanitäre Anlagen den Logistikmitarbeitern und Fernfahrern im Schichtbetrieb einen hohen Komfort. In den Funktionsräumen im Logistikbereich befinden sich Umkleidemöglichkeiten und Teeküchen für Mitarbeiter und Kraftfahrer.

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Das Verwaltungsgebäude wirkt als architektonischer Imageträger des neuen Unternehmenssitzes. Fotos: Axel Hartmann

Der neue Logistikkomplex bietet im Längstraversen-Paletten-Regallager Platz für etwa 38.000 Paletten. Hinzu kommt das dreigassige, automatische Kleinteilelager (AKL) mit 23 Ebenen, das über einen Förderloop an das Transportsystem angeschlossen wurde. Die Durchlaufregale der unteren drei Ebenen dienen zur Lagerung. Insgesamt bietet das Kleinteilelager Platz für etwa 28.000 Behälter. "Mit der Fertigstellung aller Hallentrakte im Frühjahr 2020 sind rund 9500 Artikel dauerhaft gelagert. Täglich verlassen etwa 1600 Paletten den Logistikkomplex und beliefern mit durchschnittlich 70 Touren pro Tag die aktuell 430 Kaufhäuser von Woolworth", resümiert Sebastian Schröer, Bereichsleiter Logistik und Prokurist der ERL Retail Logistik GmbH, der Logistikdienstleister von Woolworth, die Routine des Logistikbetrieb.

Im Eiltempo wurde die Firmenzentrale geplant und realisiert. Gute Voraussetzung war der Einsatz von BIM (Building Information Modeling) für die Planungen, so die Verantwortlichen. Durch den Einsatz von Revit habe man trotz der Größe des Projektes eine kurze Planungsphase ermöglichen können. Der Bauherr habe dabei von der Sicherheit bei der Kostenermittlung profitiert und konnte frühzeitig mit Modellen und Visualisierungen in die Entscheidungsprozesse für Verwaltung und Logistik eingebunden werden. Nach der Planungsphase konnten parallele Baumaßnahmen und eine schrittweise Inbetriebnahme der Funktionsgebäude die Firmenzentrale termingerecht fertigstellen. Die Wahl des richtigen Partners war für Woolworth entscheidend: "Mit vielversprechenden Referenzen und sehr guten Vorstellungen zur Umsetzung unseres Neubauprojektes hat Dälken uns überzeugt. Die pragmatische und zielorientierte Herangehensweise zeigt, dass sich unser Grundcharakter gleicht", so Peter Jannsen, Generalbevollmächtigter bei Woolworth und verantwortlich für das Neubauprojekt. "Ein Projekt dieser Größenordnung ist eine Herausforderung für alle Beteiligten. Gemeinsam mit allen Projektbeteiligten haben wir diese Mammutaufgabe bewältigt und sind stolz darauf, dass alles reibungslos funktioniert hat", resümiert Jannsen. Nach der Inbetriebnahme der ersten drei Hallentrakte des Zentrallogistikkomplexes im November 2019 folgten schon im Frühjahr 2020 die Hallentrakte 4 und 5. Im Spätsommer 2020 erfolgte der Umzug von Unna-Königsborn nach Unna-Kamen. Knapp 600 Mitarbeiter sind in der neuen Firmenzentrale von Woolworth beschäftigt.

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