Prototyp auf der bauma gekauft

Produkteinführung von mobiler Betonmischanlage

von: Carmen Carl
Barleben. – Das österreichische Unternehmen SBM Mineral Processing lud kürzlich zum "SBM Circular Concrete Day 2023" auf das Gelände der Unternehmensgruppe Happy-Beton nach Barleben ein. Anlass war die Einweihung der semi-mobilen Mischanlage DYNAMIX 2500.
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Die semi-mobile Mischanlage DYNAMIX 2500 von SBM wurde bei Happy-Beton im Rahmen des "SBM Circular Concrete Day 2023" eingeweiht. Foto: SBM

Der "SBM Circular Concrete Day 2023" fand bei Happy-Beton in Barleben statt. Dies ist einer von zwei Standorten der Unternehmensgruppe im Einzugsbereich Magdeburg. Die neue semi-mobile Mischanlage DYNAMIX 2500 von SBM wurde von Happy-Beton für diesen Standort gewählt, um den Betonbedarf der Landeshauptstadt Magdeburg zu sichern. Viele Großprojekte sollen hier von der neuen Mischanlage profitieren, die bis zu 115 Kubikmeter Festbeton pro Stunde herstellen kann. Dass hier die erste DYNAMIX 2500 überhaupt aufgestellt wurde, war für SBM Anlass für diesen besonderen Tag. "Happy-Beton hat den Prototyp auf der bauma gekauft", freute sich SBM-Geschäftsführer Erwin Schneller in seiner Eröffnungsrede.

SBM-Geschäftsführer Reinhard Haider stimmte ebenfalls mit ein: "Ich freue mich sehr, dass wir Ihnen die DYNAMIX 2500 heute präsentieren können."

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Labormitarbeiter haben die erste Betonproduktion vor dem Einsatz direkt vor Ort fachlich geprüft. Foto: SBM

Das österreichische Unternehmen SBM ist Komplettanbieter für Aufbereitungs- und Betontechnik. Auf dem 220.000 Quadratmeter großen MFL-Firmenareal in Liezen ist die zentrale SBM-Fertigung. Hier werden unter anderem die Aufbereitungs- und Betonmischanlagen von SBM produziert. Im Jahr 2022 verkaufte SBM 44 Anlagen der Baureihen EUROMIX, LINEMIX, VARIOMIX und TOWERMIX. Ende 2022 wurde mit der Baureihe DYNAMIX laut SBM eine Weltneuheit vorgestellt. Und der Prototyp dieser Weltneuheit ging nach Barleben zu Happy-Beton. Bereits seit 1993 besteht das Transportbetonwerk Barleben direkt am gleichnamigen See im Norden Magdeburgs.

Seit 2014 zählt der Betrieb zur Unternehmensgruppe Happy-Beton, die mit Tochterunternehmen und Beteiligungen an mehr als 40 Standorten in den nordostdeutschen Bundesländern Transportbeton sowie Beton-Elemente produziert. Neben dem Werk Magdeburg-Barleben unterhält Happy-Beton einen weiteren kleineren Standort in Biederitz, östlich der Landeshauptstadt. Bislang lag die Jahresproduktion im Werk Barleben bei rund 35.000 bis 40.000 Kubikmetern Festbeton. Großprojekte in der 240.000-Einwohnerstadt Magdeburg und dem Einzugsradius von rund 40 Kilometern ließen die bestehende Barlebener Mischtechnik jedoch bei Spitzen von bis zu 700 Kubikmetern pro Tag an ihre Grenzen stoßen. Happy-Beton war daher auf der Suche nach einer Anlage mit mehr Leistung in Stoßzeiten und einer modernen Prozesssteuerung. Gefunden hat die Unternehmensgruppe dies in der neuen Anlagen-Baureihe DYNAMIX 2500, die SBM erstmals auf der bauma 2022 vorstellte.

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Anschließend konnte der Beton direkt auf dem Gelände für eine neue Betonfläche verwendet werden. Foto: SBM

"Das ist eine neue Form von Mischanlagen. DYNAMIX steht für dynamisch, also anpassungsfähig. Überall da, wo Sie mit dem Lkw fahren können, können Sie die Mischanlage aufstellen", sagt Gerhard Gschwandtner, Sales Manager bei SBM. Herzstück der DYNAMIX 2500 ist der BHS-Doppelwellenmischer DKXS 2,50 S (2,5 Kubikmeter/Charge) inklusive neuartiger SBM-Hochdruckreinigung. Wie alle DYNAMIX-Module ist auch die Mischerbühne inklusive Strom- und Wasserversorgung komplett ab Werk auf tiefladergerechten und kranfähigen Grundrahmen vormontiert, was vor Ort die Montage erheblich beschleunigt. "Die Boxen der DYNAMIX 2500 können mit einem Radlader beladen werden. Das Förderband ist ein Wiegeband, das das Material aus den Boxen additiv verwiegt", so Gerhard Gschwandtner.

Neben einer Anlagenführung und Laborfachgesprächen gab es für alle Gäste des "SBM Circular Concrete Day 2023" Fachvorträge rund um das Thema Beton. Kai Wortmann, Technische Leitung HA-BE Betontechnologie, referierte zum Thema Recyclingbeton. Er betonte: "Recyclingbeton gilt als klimafreundlich. Aber das eine bedingt nicht immer das andere. Manchmal schließt es sich sogar aus."

Um die Menge der weltweiten Betonproduktion zu veranschaulichen, verglich Kai Wortmann sie mit der Entfernung zum Mond. Die jährliche Betonproduktion hat ( bei 1 x 1 Meter) eine Länge von 14.000.000 Kilometern, was 36 Mal der Entfernung von der Erde zum Mond entspricht. Bei dieser Menge sei es besser in allen Betonprodukten wenig Recyclingbeton einzusetzen, als wenige Produkte mit 100 Prozent Recyclingbeton herzustellen. "Produkte aus 100 Prozent Recyclingbeton sind schwer beherrschbar. Damit macht man dann keine Menge. Eine gleichbleibende Qualität ist wichtig", meint Kai Wortmann. Er empfiehlt daher qualitativ hochwertige und gut getrennte RC-Materialien in geringer Menge, aber dafür in möglichst vielen Betonprodukten, einzusetzen. Wichtig sei es, hier den veränderten Wasseranspruch von Recyclingbeton zu beachten.

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Erwin Schneller (Geschäftsführer SBM , v. l.), Reinhard Haider (Geschäftsführer SBM) und Felix-Benjamin Manzke (Geschäftsführer Happy-Beton). Foto: SBM

Einem weiteren wichtigen Thema in der Betonproduktion – dem Beton-Restwasser – widmete sich Bernd Hahn, Gründer und Geschäftsführer von AJF Group Engineering, einem Unternehmen für die industrielle Wasseraufbereitung. Das Beton-Restwasser entsteht gezwungenermaßen in der Betonproduktion. "Die Recyclinganlagen nehmen alles raus, was größer als 0,2 Millimeter ist. Das ist dann RC-Material. Alles, was kleiner ist, kommt ins Restwasserbecken", so Bernd Hahn. Bei einigen Betonen darf das Restwasser in vorgegebenen Grenzen nach DIN EN 01008 2002-10 wieder zum Einsatz kommen. Bernd Hahn zeigte die möglichen Probleme bei der Verwendung von Restwasser auf und welche Alternativen es für Restwasser gibt, wenn es nicht verwendet werden kann oder soll. Michael Brogle, Business Development Manager der Firma neustark, beleuchtete mit seinem Vortrag "Co2 dauerhaft im Beton speichern" die Notwendigkeit von CO2-Einsparungen. "Es ist klar, dass wir Emissionen reduzieren müssen. Aber das wird nicht reichen. Es gibt Emissionen, die sind immer da. Deshalb brauchen wir Negativemissionen", so Michael Brogle. Er zeigte Technologien auf, die die Firma neustark in diesem Zusammenhang anbietet.

Zum Schluss stellte Alexander Kraus, Sales Manager bei SBM, im Rahmen seines Vortrags von mobilen Lösungen zur Herstellung von RC-Beton den neuen DYNAMIX 2500 vor. "Der DYNAMIX schließt bei uns die Lücke zwischen dem EUROMIX 1600 und dem EUROMIX 3300 SPACE", sagt Alexander Kraus. Der DYNAMIX 2500 wurde im Anschluss eingeweiht. Er stellte Recyclingbeton inklusive Laborbegleitung her. So konnte die erste Betonproduktion direkt eingesetzt werden und eine Betonplatte an den Zementsilos der neuen Anlage gegossen werden.

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