Altrad plettac assco auf der bauma 2022

Das Potenzial für Wachstum ist vorhanden

Ralf Deitenberg, Geschäftsführer von Altrad plettac assco, sprach mit ABZ-Chefredakteur Kai-Werner Fajga über die Erwartungen des Herstellers an die diesjährige Messe und Perspektiven für die Zukunft.
ALTRAD plettac assco Gerüstbau
Ralf Deitenberg ist Geschäftsführer von Altrad plettac assco. Foto: Altrad Plettac Assco

ABZ: Herr Deitenberg, lassen Sie uns kurz vor der bauma 2022 noch einmal zurückblicken. Welchen Einfluss hatte die Corona-Pandemie auf die Geschäfts- und Umsatzentwicklung der Altrad plettac assco GmbH?

Deitenberg: Das erste Pandemiejahr hat sich bei uns schon bemerkbar gemacht, unser Umsatz ist leicht zurückgegangen. Das hatte aus meiner Sicht aber unterschiedliche Gründe. Insbesondere die Stimmung in der Branche war schlechter und die Investitionsneigung unserer Kunden war geringer. Aber an der generellen Notwendigkeit zu bauen, hat die Pandemie nichts geändert. In diesem Jahr ist der Umsatz wieder gewachsen, wir liegen über dem Niveau vor der Pandemie. Die Entwicklung hat sich also geradezu umgekehrt. Für unsere Kunden hatte die Zeit negativere Folgen, denn beispielsweise mussten Baustellen länger betrieben werden, weil weniger Material zur Verfügung stand. Im Umkehrschluss bedeutete das, dass für neue Baustellen nicht umgerüstet werden konnte, sondern Material dazugekauft werden musste. Das ist uns dann ein stückweit zu Gute gekommen. Die Investitionsneigung war eben wieder gegeben. Allerdings kann auch ich nicht vorhersagen, wie sich der Krieg in der Ukraine auswirken wird. Es gibt da unterschiedliche Tendenzen. Grundsätzlich gilt, da die Zinsen und Baukosten steigen, Bauen wird teurer. Und ich glaube schon, dass es im Einfamilienhausbau Rückgänge geben wird. Ganz einfach, weil es sich viele kaum leisten können, ein Haus zu bauen. Auf der anderen Seite ist es angezeigt, Wohnraum zu schaffen. Und da ist auch die Bundesregierung gefragt, Anreize zu schaffen. Da ist ein hoher Bedarf für unsere Kunden zu erwarten. Im Industriebereich sehe ich das ähnlich. Nach einer gewissen Zurückhaltung und Verschiebungen von verschiedenen Baustellen merken wir schon, dass wieder investiert wird. Es ist keine Zurückhaltung mehr zu spüren. Im Übrigen glaube ich, dass unser Wirtschaftsminister mit der Aussage falsch liegt, dass man auch im Handwerk aufhören kann zu produzieren, ohne in die Insolvenz zu gehen. Auch wenn die Insolvenz nicht die Folge sein würde, ein späterer Wiedereinstieg beziehungsweise Wiederaufnahme des Betriebs ist ausgeschlossen. Das Personal ist weg und kommt auch nicht wieder.

ABZ: Wie ist die Altrad plettac assco in Deutschland vertrieblich aufgestellt?

Deitenberg: Wir sind flächendeckend vertreten mit unserem Außendienst und mit eigenen Lagern sowie Lagern mit Vertriebspartnern. Das ist für uns und unsere Kunden wichtig. Deutschland ist mit rund 55 Prozent unseres Umsatzes weiterhin unser stärkster Markt, den Rest generieren wir in Europa und der ganzen Welt.

ABZ: Sie erwähnten das Thema Materialmangel. Altrad plettac assco ist Hersteller von Gerüstbausystemen und insofern auch angewiesen auf die Belieferung von Rohstoffen. Gab es da Engpässe, Probleme mit Lieferketten oder ausbleibende Kapazitäten?

Deitenberg: Im Großen und Ganzen sind wir gut durchgekommen. Warum? Weil wir viel mit west-europäischen Lieferanten arbeiten. Und das seit Jahren. Allerdings hat es auch bei uns hier und da Engpässe gegeben, die wir aber mittlerweile wieder kompensieren konnten. Das größere Problem – die Preisspirale ging auch nicht an uns vorüber. Wir haben wirklich stark gestiegene Rohstoffpreise hinnehmen müssen und haben auch heute noch damit zu kämpfen. Das mussten wir teilweise an unsere Kunden weitergeben.

ABZ: Sind Sie da jetzt im Moment an einem Punkt angekommen, an dem Ruhe eingekehrt ist – was Preiserhöhungen angeht?

Deitenberg: Auch hier kann keiner in die Zukunft schauen. Die Energiepreise explodieren derzeit, das geht auch an uns nicht spurlos vorbei. Auf der anderen Seite haben wir bei manchen Rohstoffen den Peak erreicht. Die Preise stagnieren auf hohem Niveau.

ABZ: Wenn ich es richtig zusammenfasse, ist die Marktentwicklung für Ihr Unternehmen eher positiv verlaufen. Lassen Sie uns ein wenig in die Zukunft schauen. Was sind nach Ihrer Meinung die wichtigsten Trends und Entwicklungen im Gerüstbau?

Deitenberg: Um das zu beurteilen, ist es notwendig, aus der Perspektive unserer Kunden auf die Entwicklungen zu schauen. Und dort ist das Hauptproblem der Personalmangel. Das bedeutet letztlich für uns, dass wir Materialien bereitstellen müssen, die für Kunden leicht zu händeln sind. Und die er mit möglichst wenig Manpower bewegen kann. Und daraus resultiert unser Bestreben, in Zukunft große Bauteile leichter zu machen, und so zu konzipieren, dass sie leichter zu bedienen und gleichzeitig sicher zu bedienen sind. Das ist also, wenn man so will, ein Trend oder eine Tendenz. Und das spiegelt im Prinzip den gesamten Gerüstbaumarkt wider.

ABZ: Die neue Bundesregierung legt großen Wert auf die Themenbereiche Nachhaltigkeit, Maßnahmen zum Klimaschutz und Dekarbonisierung. In welcher Form tangieren diese Themen Altrad plettac assco?

Deitenberg: Wir haben auch schon vor der aktuellen neuen Bundesregierung alles diesbezüglich in die Wege geleitet. Bei Altrad läuft das unter dem Motto "Go Green". Und das bedeutet, dass wir bereits im Jahr 2030 CO2-neutral sein wollen. In manchen Bereichen haben wir das schon heute geschafft. Unseren Strom beziehen wir komplett aus regenerativen Quellen, und alle unsere Produkte sind recyclingfähig. Selbst in unserer Fertigungsanlage sind wir so weit fortgeschritten, dass auch verwendete Chemikalien recycelt werden. Also wir sind da wirklich auf einem grünen Weg. Auch ohne die neue Regierung.

ABZ: Bezieht sich das auch auf Ihre Zulieferer?

Deitenberg: Wir arbeiten nur mit Lieferanten zusammen, die unsere Richtung entsprechend mitgehen. Bei Holz etwa kaufen wir nur zertifiziertes Holz, das aus nachhaltigem Anbau stammt.

ABZ: Im Herbst findet das erste Mal seit drei Jahren wieder die bauma statt. Was erwarten Sie von der bauma 2022?

Deitenberg: Viele Kunden, viele Gespräche. Die bauma ist für uns keine Verkaufsmesse im klassischen Sinn, sondern wir wollen unsere Neuheiten präsentieren und mit Kunden im Gespräch sein. Wir wollen wissen, was unsere Kunden bewegt. Es ist der Austausch, der uns da ganz wichtig ist, auch auf internationaler Ebene. Deshalb erwarten und freuen wir uns auf viele Gespräche und die Präsentation unserer Neuheiten. Dies geschieht mit einem neuen und virtuellen Konzept. Lassen Sie sich überraschen.

ABZ: Gibt es für Sie als Besucher Themen, die Sie besonders spannend finden?

Deitenberg: Die Themen schlechthin im Gerüstbau sind, wie machen wir unseren Betrieb zukunftssicher. Dazu gehören die Digitalisierung der Betriebe und die Generierung von Arbeitskräften.

ABZ: Was steht bei Altrad plettac assco in diesem Jahr im Fokus als Aussteller?

Deitenberg: Als Altrad plettac assco haben wir den Anspruch, die Belange unserer Kunden ernst zu nehmen. Wie können wir dabei helfen, die Betriebe zukunftssicher zu machen? Wie können wir unterstützen? Neben vielen anderen, spielt unsere Neuentwicklung das Modulgerüst IQ hier eine wichtige Rolle. Anders als bei vielen anderen Anbietern, nicht das dritte nicht kompatible Gerüstsystem innerhalb weniger Jahre, sondern die konsequente Weiterentwicklung der bestehenden Modulgerüstsysteme. Der Kunde kann den vorhandenen Materialpark weiter nutzen. Wirtschaftlich und zukunftssicher.

ABZ: Was sind Ihre Ziele beziehungsweise Ihre mittelfristigen Planungen?

Deitenberg: Wir wollen gemeinsam mit unseren Kunden weiter wachsen. Und ich glaube schon, dass das Potenzial für Wachstum vorhanden ist, trotz aller negativer Meldungen und Stimmungsmache.

ABZ: Die großen Branchenverbände gehen davon aus, dass es entweder ein Nullwachstum gibt oder ein leichtes Wachstum. Sie stimmen dem zu?

Deitenberg: Wie gesagt, wir sind ebenfalls optimistisch. Auch wenn die gesamtwirtschaftliche Situation sich abkühlen würde, wissen wir aus Erfahrung, dass die Baubranche immer mit einem Jahr Verzögerung betroffen sein würde. Mein Fazit: Im kommenden Jahr brauchen wir uns keine Sorgen machen, sollte nicht etwas Gravierendes passieren, was die gesamte Wirtschaft zum Stillstand bringen würde. Optimismus ist angebracht.

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