BVMB kritisiert Mutlosigkeit und fehlende Verlässlichkeit der Politik

„Es wird einfach zu wenig gebaut!“

Bonn (ABZ). – Das Jahr 2024 ist gestartet, das Baujahr wieder angelaufen. Die Hochsaison liegt noch vor der Bauwirtschaft. Aber der Blick in die Kristallkugel für 2024 verheißt nicht wirklich Gutes:
Wohnungspolitik
Miachel Gilka Foto: BVMB

Die Lage der mittelständischen Bauwirtschaft bleibt weiter sehr schwierig. Und 2024 wird leider nicht das erste Problemjahr. Für Michael Gilka, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e. V. (BVMB), ist der Grund klar: "Es wird insgesamt einfach deutlich zu wenig gebaut." Die öffentliche Hand, vor allem die Kommunen, lahmen bei den Ausschreibungen. Von der Bahn kämen mit Blick auf den Sanierungsbedarf viel zu wenige Bauaufträge auf den Markt.

Sowohl der Brücken- als auch der Wohnungsgipfel der Bundesregierung seien ohne wesentliche positive Effekte verhallt. Entsprechend liege insbesondere der Wohnungsbau komplett am Boden. Der Start der Bauwirtschaft in das neue Baujahr sei durchaus schon einmal positiver ausgefallen.

Totenstarre im Bereich Wohnungsbau, ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das plötzlich ein Haushaltsloch von 60 Milliarden Euro eröffnet hat, Förderprogramme, die von einem Tag auf den anderen versiegen – "das ist alles ein wenig viel auch für die ohnehin besonders robuste mittelständische Bauwirtschaft", fasst BVMB-Hauptgeschäftsführer Michael Gilka zusammen.

"Vieles muss sich hier leider die Politik auf ihre Fahnen schreiben. Die Politik – insbesondere die Ampelregierung – tut fast schon alles Denkbare, dass die Baukonjunktur nicht auf die Beine kommt", richtet Gilka eine deutliche Kritik an die Adresse der Bundesregierung. "Unzuverlässige Förderprogramme, fehlende Entscheidungsfreude, die unprofessionelle und halbherzige Umsetzung von eigenen politischen Programmen und vor allem überbordende Ideologie und Bürokratie machen der Bauwirtschaft das Leben immer schwerer", klagt Gilka.

Das größte Sorgenkind der Bauwirtschaft wird auch 2024 der Wohnungsbau bleiben. 400.000 neue Wohnungen pro Jahr hatte Bundesbauministerium Geywitz versprochen. 2023 waren es rund 160.000. Wir brauchen dringend Wohnungen, aber die Zahl der Baugenehmigungen geht immer noch weiter zurück.

"Das Problem hat seine Ursache auch hier leider wieder in der Politik. Die Bundesregierung schafft es immer noch nicht, zuverlässige, langfristig und ausreichend ausgestattete Fördertöpfe aufzumachen. Der Wohnungsbaugipfel im Kanzleramt hat keine Wende gebracht. Von einem weiten Wurf sind wir meilenweit weg", kritisiert Gilka die Ampelkoalition.

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