Einsatz am Kölner Dom verlief reibungslos

Elemente von Hängegerüst wurden erfolgreich vom Nordturm gehoben

Köln (ABZ). – Im Juli vergangenen Jahres haben sich die Familienunternehmen Hagedorn und Wasel zusammengeschlossen. Vor einiger Zeit meisterten sie gemeinsam ihr erstes Großprojekt und haben am Kölner Dom die letzten Elemente des Hängegerüstes vom Nordturm gehoben. Millimeterarbeit und Fingerspitzengefühl waren gefragt.
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Die Arbeiten an diesem Weltkulturerbe erforderten höchste Präzision und vor allem: besondere Teamarbeit. Schon am Vortag begannen die Aufbauarbeiten des Liebherr-Großkrans. Zwölf Stunden brauchte das Wasel-Team, um den Kran auf- und die Wippspitze anzubauen.

Die Sicht auf die Westfassade des Domes, mit den zwei rund 157 m hohen Türmen, ist nun wieder frei. Der Bergheimer Kranspezialist Wasel hat am Kölner Dom die letzten Elemente des Hänge-gerüstes vom Nordturm gehoben. Seit 2011 hängt das zu demontierende Baugerüst an der Domfassade. Das Team vor Ort restaurierte Kriegs- und Sturmschäden und ersetzte Messing- und Eisenteile durch nicht rostende Edelstahlelemente. Das soll in Zukunft Brüche und Sprengungen im Stein vermeiden. Das Gerüst bestand aus drei Teilen, wog etwa 30 t und wurde im Vorfeld durch den Rückbau auf 10 t reduziert.

"Tonnenschwere Lasten millimetergenau zu bewegen, ist unsere Kernkompetenz und Alltagsgeschäft. Doch einem Weltkulturerbe so nahe zu kommen, passiert nicht jeden Tag und macht den Einsatz zu einem besonderen", sagt Matthias Wasel. Gemeinsam mit seinem Bruder Thomas führt er den Bergheimer Betrieb, der nun Teil der Hagedorn Unternehmensgruppe ist.

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Geschäftsführer Matthias Wasel ist auf dem Dom im Einsatz. Fotos: Wasel/Hagedorn

Schon in der Vergangenheit haben Wasel und Hagedorn eng zusammengearbeitet, beispielsweise beim Rückbau von Windkraftanlagen oder beim Abbruch des Kraftwerks Lünen. Zusammen sind die beiden Familienunternehmen nach eigenen Angaben Deutschlands leistungsstärkster Rundum-Dienstleister für den Strukturwandel.

Das Portfolio reicht von Abbruch, Entsorgung und Recycling bis zu Tiefbau, Industriemontage und Flächenrevitalisierung. Schwerlastlogistik und Kranservices ergänzen das Leistungsspektrum. "Der Zusammenschluss und unsere starke Prozesskette erzeugen große Synergien für Kunden aus Industrie, Energie und Infrastruktur. Gemeinsam können wir den Strukturwandel gestalten, indem wir zum Beispiel aus Industriebrachen neue Gewerbeflächen entstehen lassen, beim Ausbau von Windkraft unterstützen und vorhandene Ressourcen für den Wiederaufbau nutzen", betont Thomas Hagedorn, Inhaber der Hagedorn Unternehmensgruppe.

Bei der Umsetzung jedes Projekts stehen Qualität und Sicherheit an vorderster Stelle. So auch dieses Mal in Köln. Die Arbeiten an diesem Weltkulturerbe erforderten höchste Präzision und vor allem: besondere Teamarbeit. Schon am Vortag begannen die Aufbauarbeiten des Liebherr-Großkrans. Zwölf Stunden brauchte das Wasel-Team, um den Kran auf- und die Wippspitze anzubauen. Weil die Domplatte den 700-Tonner nicht tragen kann, wurde die Maschine vor der Domplatte aufgebaut. Besonders herausfordernd waren dabei die beengten Platzverhältnisse – Taxistände, Durchfahrts- und Fluchtwege mussten freigehalten werden. Dies minimierte die Raumkapazitäten zusätzlich. Die 65 m Entfernung vom Kranstellpatz zum Nordturm wurde per Ausleger überbrückt.

Gegen 7 Uhr morgens begann das Team mit seiner Arbeit und hob die Gerüstteile vom Dom. Nachdem die Seile und Bolzen, die zum Aufhängen des Gerüsts nötig waren, entfernt wurden, schwebte die Stahlkonstruktion frei in der Luft. Rund 5 cm betrug der Abstand zwischen Baugerüst und Dom. Die Anweisungen für den Kranführer kamen von Matthias Wasel und Wolfgang Schmitz, Leiter der Gerüstbaukolone der Dombauhütte, und wurden per Funk durchgegeben. Das Gerüst hat eine Höhe von 30 m, hing in 104 m am Kölner Dom und war mit Kettenzügen am Maßwerkhelm des Turmes verankert. Aus einer Entfernung von 65 m musste der Kran millimetergenau fahren, um nichts zu beschädigen. Alles verlief wie geplant. Die Stahlkonstruktion legte der Kranführer am Ende auf der Domplatte ab. Diese wurde nun mithilfe eines weiteren Krans auf die Seite gekippt, auf spezielle Rollwagen gelegt und dann zerlegt. Alle im Gerüst verbauten Elemente wurden anschließend geprüft und gegebenenfalls für neue Gerüste wiederverwendet. 2007 und 2013 hatte das Team um Matthias und Thomas Wasel bereits Gerüste vom Kölner Dom abgebaut. 2021 rückten sie mit einem Neuzugang der Wasel-Flotte an: Dem LTM 1650-8.1. Der Liebherr-Mobilkran mit der 91 m langen, wippbaren Gitterspitze bietet eine Traglast von 700 t.

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