Fokus macht den Unterschied

Abbruchzange zerkleinert gesprengten Wasserturm in der Lombardei

Vimercate/Italien (ABZ). – Der Wasserturm von BrianzAcque in Vimercate, Lombardei/Italien, wurde vor einigen Wochen abgerissen, wie der Anbaugeräte-Hersteller Epiroc berichtet.
Epiroc Abbrucharbeiten
Mit sechs Sprengladungen rückte Nitrex dem letzten Wasserturm zu Leibe.

Der Abbruch wurde mit Sprengstoffen von Nitrex Explosive Engineering Ltd. durchgeführt. Das Unternehmen bediente sich für die weitere Zerkleinerung der abgebrochenen Strukturen der hydraulischen Kombi-Abbruchzange CC 1600 U von Epiroc.

Diese Art von Türmen prägte in Italien seit jeher die Silhouette vieler Städte und Dörfer sowie der Metropolen, erläutert der Hersteller. Dabei handele es sich um die "piezometrischen Türme", besser bekannt als Wassertürme, nach dem hydrostatischen Prinzip arbeitende Vorrichtungen, die auf Pylonen aus Stahlbeton oder Eisen hoch über dem Boden stehen, durch eine Pumpe am Sockel mit Wasser gefüllt werden und die Wasserversorgung einer bestimmten Region sicherstellen. Heute würden die meisten von ihnen nicht mehr benutzt, da sie durch modernere und effizientere Pumpsysteme ersetzt worden seien. Darum sei ihr Abriss in vollem Gange. In Vimercate stand der letzte Wasserturm, nachdem man jene in Seveso, Barlassina, Bovisio Masciago und Varedo schon abgerissen hatte.

Florin Pasca, Standortleiter bei Nitrex, erklärt: "Der Vimercate-Wasserturm wurde bereits in den 1960er Jahren außer Betrieb genommen. Der Koloss war 32 m hoch und ruhte auf einer Tragekonstruktion aus sechs Stahlbetonsäulen. Nach der vollständigen Trennung vom öffentlichen Wassernetz und nachdem der Zahn der Zeit schon heftig an ihm genagt hatte, entschied sich BrianzAcque für den Abriss des Turms", fährt Pasca fort. "Angesichts seines besonderen Standorts zwischen bebautem Gebiet und landwirtschaftlichen Nutzflächen, war es möglich, ihn einfach zu sprengen.

Schneller als ein mechanischer Abbruch

Eine Abrisstechnik, die sich für diesen Zweck gut eignete, da sie zahlreiche Vorteile hat: Sie ist kostengünstig und natürlich um Vieles schneller als ein mechanischer Abbruch, sowohl was die tatsächliche Ausführung als auch die anschließende Räumung des Standorts betrifft, und dieses Abrissverfahren hat auf die Umgebung und Bevölkerung nur minimale Auswirkungen."

Nitrex, ein Unternehmen, das laut eigenen Angaben auf Dienstleistungen im Bereich der Sprengstofftechnik spezialisiert ist und über mehr als 30 Jahre Erfahrung verfügt, koordinierte den Abriss mit der örtlichen Polizei und Präfektur, die auf Anraten eine einstündige Evakuierung einiger Familien, die in Häusern im Umkreis von 70 m um den Wasserturm wohnen, anordnete.

Pasca erklärt: "Obwohl keine wirkliche Gefahr beziehungsweise physische Gefahr für die Häuser bestand, gingen wir auf Nummer sicher, auch weil die psychologischen Faktoren bei so einem Abriss nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Obwohl dieser Abriss für uns eine Routineaufgabe war, wie es viele andere Abbrüche auch sind, haben wir uns trotz der Sprengung zuerst auf unser Fachwissen besonnen und die Bauwissenschaft zu Rate gezogen: Die Kenntnis der Struktur und der Mängel in der Struktur können schon einen Unterschied machen. So wies der Wasserturm von Vimercate aufgrund des seinerzeitigen kostengünstigen Baus und der vielen Jahre in Wind und Wetter geschwächte Betonteile und verrostete Bewehrungsstäbe auf, das heißt einige strukturelle Mängel, auf: Der Abriss musste daher mit einer gewissen Sorgfalt und Achtsamkeit angegangen werden, auch die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen wurden ergriffen."

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Epiroc Abbrucharbeiten
Die Epiroc-Abbruchzange zerkleinerte die Überreste des Bauwerks. Foto: Epiroc

Im Fall von Vimercate war der Turm in nur sieben Sekunden gefallen: Die Sprengladungen wurden in alle sechs Säulen eingesetzt, die mit speziellen Netzen umwickelt wurden, damit durch die Explosion keine Betonstücke weggeschleudert werden konnten. Pasca führt genauer aus: "Der Turm fiel und es blieb nichts außer Eisen und Steinen übrig, natürlich gab es etwas Lärm und Staub und eine kleine Druckwelle. Nachdem die Struktur zusammengefallen war, setzten wir unsere Arbeit mit der hydraulischen Abbruchzange CC 1600 U von Epiroc fort. Die Abbruchzange ist ein außergewöhnliches Gerät, das es uns ermöglichte, die Struktur innerhalb von anderthalb Tagen für den Shredder vorzubereiten, was Teile von rund 20 Zentimeter Größe bedeutete, auch das Eisen konnte problemlos vom Beton getrennt werden. Es handelte sich um etwa 150 Kubikmeter Schutt."

Drei verschiedene Zangenarmvarianten

Der CombiCutter CC 1600 von Epiroc hat drei verschiedene Zangenarmvarianten – gekennzeichnet durch drei Buchstaben, die ihre charakteristischen Merkmale zusammenfassen: das U (Universal) steht für alle Arten von Beton und Bewehrung, das P (Pulverisierer) für das Pulverisieren von Abbruchschutt und das S (Stahl) für das Schneiden von Stahl. Die Anbaugeräte von Epiroc werden laut Herstellerangaben im ehemaligen Krupp-Werk in Essen, Deutschland, aus hochwertigen Materialien gefertigt.

Cossu erklärt: "Wir profitieren vom historischen Know-how des Unternehmens, das Epiroc sehr gelegen kommt, da gerade an der Weiterentwicklung von Geräten mit hohen Betriebsdrücken wie der CC 1600 U gearbeitet wird.

Diese Zange läuft mit 350 bar hydraulischem Versorgungsdruck im Öffnungs- und Schließkreislauf, die Kräfte, die entwickelt werden, sind also wirklich erheblich. Wir sprechen von 197 Tonnen am innersten Teil der Messer und einer maximalen Schneidkraft von 57 Tonnen an den Zahnspitzen, was in Bezug auf die Öffnungs- und Schließzeiten eine sehr gute Leistung darstellt." Ausgezeichnete Leistung stellt somit sicher, dass der Ausführung der Aufgabe besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden kann. Im Falle des Wasserturms von Vimercate haben wir dazu beigetragen, Flächen freizumachen, die nun für die Neuentwicklung und städtische Wiederverwendung zur Verfügung stehen.

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