Gerüstkonstruktion inklusive Einhausung und Wetterschutzdach

UNESCO-Welterbe Zeche und Kokerei für Denkmalsanierung eingerüstet

Dormagen (ABZ). – Die Stiftung Zollverein ist verantwortlich für den denkmalgerechten Erhalt der Bestandsgebäude und Anlagen des UNESCO-Welterbes Zeche und Kokerei. Derzeit wird der im nördlichen Bereich der Kokerei gelegene Vorkühler saniert. Das Bauwerk wurde in den Jahren 1958 bis 1961 errichtet und diente der Vorreinigung des Koksofengases.
Teupe Gerüstbau
Das Teupe-Gerüst am Vorkühler der Kokerei. Foto: Teupe

Die Stiftung Zollverein hat die Teupe & Söhne Gerüstbau GmbH im Rahmen der Denkmalsanierung mit der Errichtung einer Gerüstkonstruktion inklusive Einhausung und Wetterschutzdach beauftragt. Die Gerüstkonstruktion wird für die Ausführung von Strahlarbeiten und einer neuen Beschichtung am Bauwerk benötigt. Der Auftrag umfasst alle Leistungen einschließlich der Planung, Konstruktion, Montage und Demontage der Gerüstkonstruktion inklusive der technischen Bearbeitung und Erstellung der statischen Berechnungen und Ausführungszeichnungen im technischen Büro Teupe.

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Teupe Gerüstbau
Im Rahmen der Denkmalsanierung des UNESCO-Welterbes Zeche und Kokerei kam eine Gerüstkonstruktion von Teupe zum Einsatz. Foto: Teupe

Die Vorkühleranlage besteht aus einem etwa 5 m hohen eingeschossigen Sockelbauteil in Massivbauweise und acht darauf gesetzten runden 29 m hohen Kühltürmen nebst ergänzenden Bauteilen wie Rohrleitungen, Treppen, Leitern und Laufgängen. Um alle Bereiche der Vorkühler, der Anbauten und des Treppenturmes bearbeiten zu können, erstellte Teupe ein Raumgerüst. Da bauseits keine Vorplanung erfolgte, wurde das Bauwerk zunächst durch das technische Büro Teupe digital vermessen. Auf dieser Basis konnte anschließend eine Werk- und Montageplanung sowie die Statik erstellt und nach Freigabe durch die Bauleitung geprüft werden. Aufgrund des sehr eng terminierten Zeitplans wurde die Gerüstkonstruktion bereits parallel zur statischen Berechnung und Prüfung errichtet.

Im Zuge der Prüfung stellte sich heraus, dass die Lasten aus dem Gerüst aufgrund massiver Schäden am Tragwerk der Vorkühler nicht aufgenommen werden können. In Abstimmung mit allen Baubeteiligten wurden die Gerüstarbeiten vor dem Hintergrund weitergeführt, dass Teupe – falls notwendig – das gesamte Gerüst mit Wetterschutzdach und Einhausung auch als freistehende Konstruktion errichten kann. Parallel fanden Arbeiten am Bauwerk statt. Ferner wurden die Lasten durch zusätzliche Traggerüstkonstruktionen von Teupe unterhalb der Betonunterzüge der Vorkühler sicher in den Baugrund geführt. Hierfür sowie für die Ertüchtigung des Gerüstes wurde die Statik erweitert und teilweise neu erstellt. Die Arbeiten konnten währenddessen weitergeführt werden.

An der nördlichen Längsseite treffen im 90-Grad-Winkel Rohrbündel mittig auf das Bauwerk. In diesem Bereich wurde ein Fachwerkträger mit einer Spannweite von rund 13 m montiert, um die Rohre zu überbrücken. Für die erheblich komplexere Gründungsituation an der südlichen Längsseite wurde zunächst eine Tragkonstruktion aus den Gruben und Schächten geführt, die anschließend durch parallel zum Gebäude verlaufende Rohrleitungsbündel nach oben geführt werden musste. Hier waren viele kleine Feldlängen erforderlich. Einige Teilbereiche konnten nur als Stahlrohr-Kupplungskonstruktion ausgeführt werden. Oberhalb der Rohrbündel montierte Teupe über die gesamte Länge von 70 m eine Gitterträgerkonstruktion, auf der dann das Raumgerüst an den Vorkühlern errichtet wurde.

An der westlichen Kopfseite ragten zu bearbeitende Rohrbündel mehrere Meter über das Bauwerk hinaus. In diesem Bereich errichtete Teupe bis unter die Rohre in etwa 40 m Höhe ein mit dem Hauptgerüst verbundenes Lehrgerüst. Die notwendige Aussteifung erfolgte hier sowie an dem Raumgerüst an den Vorkühlern durch zusätzliche horizontale und vertikale Einbauten.

Die horizontalen Lasten konnten ausschließlich über Spezialdruckanker an den Vorkühlern abgeleitet werden. Das Auflager der Druckanker musste speziell an die wellenförmige Struktur der Vorkühler angepasst werden. Hierzu wurden Kantholzkonstruktionen jeweils über zwei Wellen geführt. Da der mittige Treppenturm keine horizontale Gerüstlast aufnehmen konnte, wurden in diesem Bereich alle Lasten zu den Druckankern an den jeweils zwei Vorkühlern nach links und rechts abgeleitet.

Das Raumgerüst hat ein Volumen von rund 28.000 m² und ist alle 2 m mit Belagflächen ausgestattet. Diese ermöglichen die handnahe Bearbeitung aller Oberflächen. Die Belagebenen konnten nach dem Rückbau der Treppenpodeste geschlossen werden.

An der südlichen Längsseite der Vorkühler verlaufen in etwa 40 m Höhe parallel weitere Rohrleitungen mit bis zu 2 m Durchmesser. In diesem Bereich montierte Teupe spezielle Auskragungen, die zum Teil auch der Aufnahme des Wetterschutzdaches dienen. Zur Erschließung der jeweiligen Gerüstebenen sowie für Materialtransporte wurden bis zur obersten Ebene insgesamt vier Treppenaufgänge errichtet sowie zwei Transportbühnen mit einer Tragkraft von 2000 kg an der Nordseite. Das Wetterschutzdach wurde als Systemkassettendach ausgeführt, die Montage erfolgte mittels Autokran. Die gesamte Gerüstkonstruktion wurde vertikal mit einem Strahlschutznetz eingehaust. Oberhalb der Gebäudedecke schützen horizontal eingebaute Schottlagen mittels Folie und Holzplatten vor dem Durchrieseln des Strahlgutes. Die technische Planung und Umsetzung der jeweiligen Druckverankerung erfolgt während der gesamten Baumaßnahme in enger Abstimmung mit dem technischen Büro Teupe, um die durchgehende Beschichtung der Bauwerksteile ohne zeitliche Unterbrechungen zu ermöglichen.

Die Instandsetzung der Vorkühleranlage startete im Dezember 2021 und wird nach einer Bauzeit von rund einem Jahr voraussichtlich im Dezember 2022 abgeschlossen.

Derzeit errichtet Teupe auf dem Gelände der Zeche Zollverein weitere Gerüstkonstruktionen für die Sanierung des Fördergerüstes Schacht 1/2/8 sowie am Löschturm Mitte.

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