HDB zu EU Gebäudeenergieeffizienz-Vorgaben

Neue Richtlinien seien "absolutes Gift"

Berlin (ABZ). – Der Industrieausschuss des Europäischen Parlaments hat heute seine Position zur Überarbeitung der Gebäudeenergieeffizienzrichtlinie festgelegt.
Gebäudeenergieeffizienzrichtlinie Hochbau
Ein Handwerker bringt Dämmmaterial an einen Neubau an. „In der aktuellen Wohnungsbaukrise sind Richtlinien, die das Bauen teurer machen, absolutes Gift“, kommentierte HDB-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller die Vorschläge der EU zur Gebäudeenergieeffizienz. Foto: picture alliance / dpa | Oliver Berg

Die Ziele des Parlaments sind ambitioniert: Für den Neubau soll ein neuer Nullemissionsstandard eingeführt werden – ab 2026 für öffentliche Gebäude, für alle Gebäude ab 2028, informiert der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB). Das Parlament wolle den von der Kommission vorgesehenen Zeitplan noch einmal beschleunigen.

"In der aktuellen Wohnungsbaukrise sind Richtlinien, die das Bauen teurer machen, absolutes Gift", kommentierte HDB-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller und führte aus: "Die verschärften Anforderungen, die die EU vorsieht, müssen durch eine erhöhte Förderung unterstützt werden. Es muss jetzt verstärkt die Bezahlbarkeit von Wohnraum in den Fokus gerückt werden – auf nationaler wie auf EU-Ebene."

Bei den Vorhaben der EU zur Sanierung sehe das anders aus. Hier setzt laut Verband das EU-Parlament durch Mindestanforderung für die Gebäudeenergieeffizienz auf eine Sanierungspflicht für den ineffizientesten Gebäudebestand. "Für das Bauen im Bestand bringt die Sanierungspflicht einen großen Schub. Sie hat das Potenzial, die Sanierungsquote von aktuell etwa einem Prozent endlich zu erhöhen und den Gebäudebestand effizienter zu machen", so Tim-Oliver Müller. Auf europäischer Ebene werde zudem ein erster Schritt in Richtung einer Lebenszyklusbetrachtung von Bauwerken gemacht. Die Richtlinie sieht vor, zukünftig die sogenannte "graue Energie" im Energieausweis des Gebäudes offenzulegen. Die Bauindustrie unterstützt diese ganzheitliche Lebenszyklusbetrachtung von Gebäuden. Dies müsse jedoch frühzeitig geschehen, sodass schon in der Planung Einfluss auf den CO2-Fußabdruck genommen werden könne.

Müller: "Der Plan der EU greift daher noch zu kurz." Das EU-Parlament lege auch großen Wert auf Quartiersansätze. Die Bauindustrie habe sich dafür eingesetzt, die Sanierung von zusammenhängenden Gebäudebeständen, sei es im Quartier oder als Portfolio, voranzutreiben und begrüße dieses Vorhaben ausdrücklich, erklärte Müller.

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